Die Ermittlungen nach dem Sprengstoff-Zwischenfall in einem ICE in Siegburg an Gründonnerstag laufen weiter. Die Bonner Polizei sucht weitere Zeugen.
Passagiere gesuchtPolizei bittet Zeugen um Fotos und Videos zum Sprengstoff-Zwischenfall in Siegburg

Rettungskräfte und Bundespolizisten stehen am Abend des 3. April am ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn an dem ICE, in dem ein 20 jahre alter Mann zwei Sprengvorrichtugnen gezündet hatte.
Copyright: Marius Fuhrmann
Nach dem Zwischenfall in einem ICE auf der Fahrt von Brüssel nach Frankfurt, bei dem ein 20 Jahre alter Mann zwei Sprengvorrichtungen zündete, suchen die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und die ermittelnde Bonner Polizei weitere Zeugen. Man gehe davon aus, dass noch nicht alle Fahrgäste des betroffenen Zuges von der Polizei befragt worden seien, da einige nach dem Zwangsstopp am ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn und der anschließenden Räumung des Zuges bereits mit dem Schienenersatzverkehr weitergereist seien, bevor ihre Personalien festgestellt worden seien, so die Ermittler.
Sie bitten alle Fahrgäste des betroffenen ICE, die bislang noch nicht mit der Bonner Polizei in Kontakt standen, sich unter 0228/15-0 oder per E-Mail zu melden. Generalstaatsanwaltschaft und Kriminalpolizei interessieren sich insbesondere für Foto- oder Videoaufzeichnungen, die Fahrgäste des Zuges gegebenenfalls während der Fahrt gemacht haben.
Tatverdächtiger aus Aachen sitzt in Untersuchungshaft
Am späten Abend des 2. April hatte ein 20 Jahre alter Mann aus Aachen auf der Fahrt zwischen Köln und Siegburg im Waggon 23 des ICE 19 zwei Sprengstoffvorrichtungen gezündet. Dabei wurden zwölf Reisende leicht verletzt. Mehreren Fahrgästen gelang es, den Täter in einer Zugtoilette festzuhalten, wo er nach dem Stopp am Siegburger Bahnhof von der Polizei festgenommen wurde. Unmittelbar vor der Tat hatte der 20-Jährige ein Schreiben an mehrere Medienhäuser und an die Bundesregierung geschickt. Darin hatte er angekündigt, Menschen töten zu wollen.
Das Motiv des Mannes ist weiter unklar. Einen rechtsextremistischen Hintergrund können die Ermittler bislang ebensowenig ausschließen wie eine psychische Erkrankung. Gegen ihn hatte ein Richter noch am 3. April Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und der Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz erlassen.
