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„Wahrscheinlich wie Sechser im Lotto“Kripo ermittelt zur Verpuffung in Siegburg

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Bei einer Verpuffung in einem Mehrfamilienhaus ist eine 41 Jahre alte Frau schwer verletzt worden.

Bei einer Verpuffung in einem Mehrfamilienhaus ist eine 41 Jahre alte Frau schwer verletzt worden.

Die schwer verletzte 41 Jahre Bewohnerin des Appartements liegt weiterhin im Krankenhaus. Sie hatte schwere Verbrennungen erlitten.

Das Kriminalkommissariat 1 der Kreispolizei, unter anderem zuständig für Brandstraftaten, hat die Ermittlungen zu den Ursachen der Verpuffung von Freitagabend (15. Januar) in Siegburg-Zange übernommen. Das sagte Polizeipressesprecher Stefan Birk auf Anfrage dieser Zeitung. Dabei war eine 41 Jahre alte Frau schwer verletzt worden. Aufgrund der großflächig geschädigten Hautpartien war nach Angaben der Polizei Lebensgefahr nicht auszuschließen.

Ihr fünf Monate altes Baby blieb durch glückliche Umstände unverletzt, war aber in die Kinderklinik gebracht worden. Es war der Druckwelle offensichtlich nicht ausgesetzt gewesen. Die Untersuchungen ergaben, dass es keiner weiteren Behandlung bedurfte. Es wurde der Obhut des Vaters übergeben.

Der Rettungsdienst brachte das Opfer in eine Klinik nach Köln-Merheim, die eine Schwerverbrannten-Station hat.

Der Rettungsdienst brachte das Opfer in eine Klinik nach Köln-Merheim, die eine Schwerverbrannten-Station hat.

Eine Buntlack-Spraydose, die von einem Regal auf einen Kerzenhalter mit brennender Kerze gestürzt war, soll dadurch aufgerissen worden sein. Dadurch entstand ein Feuerball und eine Druckwelle, die die komplette Fensterfront herausdrückte. Teile des Wärmeverbundsystems vor der Fassade wurden von der Wand gerissen und stürzten von der zweiten Etage in die Tiefe.

Trümmerstücke fanden sich in einigen Metern Entfernung auf einem Nachbargrundstück. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks setzten nach einer Begutachtung durch einen Baufachberater vier Baustützen und Kanthölzer zur Abstützung ein. Akute Einsturzgefahr schloss der Experte aber aus,, die anderen Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Ludwigstraße konnten in ihren Appartements bleiben.

Die genaue Ursache des Geschehens soll nun ermittelt werden

In der Wohnung selbst gab es Brandspuren im Bad, Einsatzkräfte waren indes erstaunt über das geringe Ausmaß an Zerstörung in den Räumen. Ein Aquarium etwa blieb unversehrt. Die genaue Ursache soll nun ermittelt werden. Es gebe zwar bislang keine Hinweise auf strafrechtliches Verhalten oder Fremdverschulden, so Birk.

Wegen der schweren Verletzungen und des entstandenen Schadens werde aber genau geschaut, wie ein solcher Vorfall möglich war. Denn unter den Einsatzkräften und auch bei der Polizei ernten die bisherigen Erklärungen Erstaunen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, ist wie ein Sechser im Lotto“, war mehr als einmal zu hören.