Ein 38-Jähriger wurde wegen der Herstellung hochexplosiver Stoffe verurteilt. Immer wieder werden Einsatzkräfte bei Standardeinsätzen mit lebensgefährlichen Substanzen konfrontiert.
Lohmarer verurteilt„Bei dem Einsatz hätten auch Feuerwehrleute ums Leben kommen können“

Die Feuerwehr gerät nicht oft, aber immer wieder in Situationen mit gefährlichen Substanzen.
Copyright: Ralf Rohrmoser-von Glasow
„Jeder Einsatz ist wie eine Wundertüte“, beschreibt Kreisbrandmeister Stefan Gandelau die Herausforderungen für die Feuerwehrfrauen und -männer des Kreises. In Lohmar ist es noch einmal gut gegangen. „Das war für die Feuerwehr zunächst ein Kellerbrand“, erinnert er sich an den 29. Juni 2024. „Erst im Zuge der Aufräumarbeiten ist herausgekommen, um welche gefährlichen Stoffe es sich dabei handelte.“
Der Lohmarer wurde bei der Verpuffung selber schwer verletzt
Trotz mehrfacher Ansprache habe der Mieter des Kellers keine Auskünfte darüber gegeben, was er dort gelagert habe. Im Prozess ist dieser Punkt niedergeschlagen worden, weil der Mann durch eine Verpuffung selbst schwer verletzt wurde und nicht in der Lage gewesen sei, die notwendigen Informationen zu geben. Genau darauf sind die Einsatzkräfte aber angewiesen, wie Gandelau erklärt. „Bei dem Einsatz hätten auch Feuerwehrleute ums Leben kommen können.“

Im Mai 2017 rauchte es zunächst nur aus einer Plastikkiste, kurz darauf kam es zu mehreren Explosionen.
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Denn sie werden mit unterschiedlichsten Stoffen konfrontiert, die gegebenenfalls nicht gekennzeichnet sind. Welche chemischen Reaktionen passieren können, wenn es zum Beispiel brennt, ist für den Atemschutzgeräteträger in der Stresssituation gar nicht absehbar. Einen ähnlich dramatischen Vorfall hatte es am 29. Mai 2017 gegeben.
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Die meisten Menschen wissen gar nicht zu schätzen, was wir hier leisten
Die Freiwillige Feuerwehr Hennef war zu einem Feuer in einer Garage gerufen worden, zu einem eher kleineren Brand, wie es zunächst schien. Aus einer Plastikkiste stieg ein bisschen Rauch. Doch als ein Feuerwehrmann den Deckel öffnete, entdeckte er Munition. Mehrere heftige Detonationen erschütterten kurz darauf das Wohngebiet am Hossenberg.
Es brannte Weltkriegsmunition, die voll gestellte Garage fing Feuer, immer wieder kam es zu kleineren Explosionen. Ein Großaufgebot der Feuerwehr beteiligte sich an den Löscharbeiten, Nachbarn mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Der Kampfmittelräumdienst sprengte am Abend kontrolliert weitere Granaten, die der damals 51 Jahre alte Besitzer gesammelt und unsachgemäß gelagert hatte.
Wehrleiter ließ in Hennef seine Kräfte schnell in Deckung gehen
Auch gegen ihn erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Explosion. Der Leiter der Feuerwehr, Stadtbrandinspektor Markus Henkel, hatte schnell reagiert und seine Einsatzkräfte in Deckung gehen lassen. Aus dem Schutz heraus begannen sie ihre Löscharbeiten, die sich über Stunden hinzogen. Auf der Anfahrt war ihm nicht bekannt, in was für eine gefährliche Situation er und seine Freiwilligen geraten sollten.
Mit verdächtigen Gegenständen hat die Polizei schon häufiger zu tun, meist handelt es sich dabei aber etwa um Handtaschen oder Fahrräder. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 60 Einsätze solcher Art. Darunter fallen aber auch gefährliche Substanzen. So wurde ein Streifenwagen zu einem Glascontainer gerufen, an dem sechs Behälter aufgefunden wurden. Auf dem Aufkleber war zu erkennen, dass es sich um eine ätzende Flüssigkeit handelte.
Polizisten sichern Fundstellen ab, bis die Fachdienststellen kommen
„Die Kolleginnen und Kollegen sind sehr sensibel und ziehen Menschen hinzu, die sich mit so was auskennen“, sagt Polizeipressesprecher Stefan Birk, „da haben wir selbst keine Möglichkeiten.“ Ordnungsamt und Feuerwehr sind die ersten Adressen, so auch in dem beschriebenen Fall. Die Streifenwagenbesatzung führte eine Internetrecherche durch und konnte mit auf den Weg geben, dass es zumindest kein Gefahrgut war.
„Die Kolleginnen und Kollegen sichern eine Fundstelle ab, bis die entsprechenden Fachdienststellen eintreffen“, so Birk. Eine Zunahme oder Häufung solcher Vorfälle konnte er bei einer Recherche in der Einsatzstatistik aber nicht ausmachen.

