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Mode trifft Kunst
Pat Lissy zeigt in ihrer Siegburger Boutique außergewöhnliche Werke

Lesezeit 3 Minuten
Afrikanische Kunstfiguren werden neben anderen Kunstinstallationen ausgestellt.

Ungewöhnliche Kunst wird in dem Bekleidungsgeschäft von Pat Lissy zusätzlich ungewöhnlich präsentiert.

Seit 27 Jahren stellt die Unternehmerin am Fuße des Michaelsberg internationale Mode aus. Die 50-Jährige fördert aber auch regionale Künstler.

Es ist eine Zusammenstellung, die nur auf den ersten Blick nicht aufgeht: großformatige Ölgemälde, die die verschiedenen Elemente symbolisieren, daneben Skulpturen und Masken aus Afrika, umgeben und eingebettet von exklusiver Mode internationaler Designer. Im Geschäft von Pat Lissy prallen derzeit auf anregende Weise Welten aufeinander. Seit 27 Jahren bietet die 50-Jährige am Fuße des Michaelsberg Mode, Schuhe und Accessoires an – ein Konzept, das über das Rheinland hinaus wirkt.

Verkaufen im klassischen Sinne kann man das kaum nennen; vielmehr ist ihre Mission, außergewöhnliche Kleidung mit den Menschen zusammenzubringen, die sich dafür begeistern können. Laufkundschaft spielt da nur eine untergeordnete Rolle. „Oft mache ich gezielt Termine mit Kunden, damit wir uns ganz auf die Auswahl konzentrieren können“, erzählt die Unternehmerin, die auch als Innenarchitektin und Gartengestalterin unterwegs ist.

Ich wollte bewusst einen Künstler aus der Region fördern.
Pat Lissy, Unternehmerin

Aktuell setzen die Werke und Exponate des Bergisch Gladbacher Künstlers und Ethnologen Thunar Jentsch in dem Ladenlokal die Akzente. „Ich wollte bewusst einen Künstler aus der Region fördern“, erläutert Lissy, die auf Jentsch bei einer regionalen Gemeinschaftsausstellung aufmerksam wurde.

Der 1950 geborene Maler präsentiert kraftvolle und energiegeladene Farbflächen, bei denen die üppig aufgespachtelte Ölfarbe für eine mehrdimensionale, reliefartige Tiefe sorgt; Werke, die sich die ganze Dynamik ihres Entstehungsprozesses bewahrt haben.

Gut 50 Ölgemälde und Artefakte werden bis Ende Februar ausgestellt

Eine völlig andere Energie strahlen die übrigen Exponate aus, die ebenfalls Thunar Jentsch beisteuert. Seit den frühen 60er Jahren hatte sein Vater auf ausgedehnten Reisen durch Afrika regionale Kunst erworben; so entstand ein Konvolut von mehreren Hundert Objekten, das sein Sohn weiter ausgebaut hat. Der Schwerpunkt dieser Privatsammlung liegt auf Werken aus Burkina Faso, Togo und Mali. Von einigen Masken, Statuen und Ritualobjekten will sich Jentsch nun trennen.

Ausdrucksstark und reduziert sind diese Werke, aus massivem, dunklem Hartholz gefertigt, das man auf den ersten Blick auch für Bronze halten könnte. Eine Darstellung, die in ihrem ungewöhnlichen Umfeld gewürdigt wird, sagt Lissy: „Es gibt auch in Siegburg eine Sammlerszene, die sich für solche Werke interessiert.“ Zumal dermaßen hochkarätige Stücke zu vertretbaren Preisen im Kunsthandel selten zu finden sind.

Noch den gesamten Februar sind die Stücke von Thunar Jentsch bei Pat Lissy zu sehen. Allzu lang sollte man den Ausstellungsbesuch aber nicht aufschieben, denn an etlichen der gut 50 Ölgemälden und Artefakten klebt inzwischen bereits der rote Punkt, der einen Besitzerwechsel signalisiert. Die Gastgeberin registriert es zufrieden und kann sich weitere Kunstprojekte vorstellen: „Ich bin privilegiert, das machen zu dürfen, was mich glücklich macht. Und dieses Glück will ich teilen.“


Pat Lissy, Am Herrengarten 2, Siegburg. Öffnungszeiten: Freitag von 11 bis 18 Uhr, Samstag von 11 bis 15 Uhr sowie nach Absprache unter 0176/24612079.

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