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Dieses Theaterstück bringt Robin Hood auf den Michaelsberg in Siegburg

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Robin Hood wandert durch den Sherwood, der vor den Augen der Zuschauer auf dem Michaelsberg entsteht.

Robin Hood wandert durch den Sherwood Forest, der vor den Augen der Zuschauer auf dem Michaelsberg entsteht.

Vor dem malerischen Ausblick vom Michaelsberg zeigt die Studiobühne erneut ihr Können. „Robin Hood“ ist das neue Stück im Johannesgarten.

Es ist kurz vor dem Premierewochenende in Siegburg. Zwölf Schauspielerinnen und Schauspieler der Studiobühne verwandeln den Michaelsberg in den Sherwood Forest. Die Story ist bekannt: Der junge Robin Hood kämpft mit seiner Bande gegen den gierigen Sheriff von Nottingham. Sie stehlen von den Reichen und geben den Armen. Immer dabei sind Pfeil und Bogen, mit denen Robin Hood umgehen kann wie kein Zweiter.

Regisseurin ist Maike Mielewski, die bereits 2019 das Open-Air-Stück „We’re burning now“ auf den Siegburger Markt brachte. Mit Robin Hood hat sie nun ein Stück auch für kleine Theatergäste geschaffen. Humorvoll wird der Klassiker neu erzählt.

Sheriff Nottingham tritt in glitzerndem Cowboyhut auf

Der Sheriff ist ein selbstverliebter Bösewicht. Ganz in Silber gekleidet, mit fließendem Gewand und glitzerndem Cowboyhut, steht er auf der Mauer im Johannisgarten und schaut auf sein Volk herab. Ständig erfindet er neue Steuern, mit denen er sich weiter bereichern kann. „Kartenzahlung ist möglich“, bemerkt er, während er dem Publikum die „Nach-vorne-auf-die-Bühne-schauen-Steuer“ androht.

Robin Hood freut sich über das Treffen mit der aufgedrehten Marian.

Robin Hood freut sich über das Treffen mit der aufgedrehten Marian.

Auch Prinzessin Marian ist ganz anders, als man sie in Erinnerung hat. Mit einer plüschigen  Einhornmütze springt sie über die Bühne. Little John ist eine Frau, die sich gemeinsam mit Bruder Tuck der Räuberbande von Robin Hood anschließt, nachdem der Sheriff auch im Kloster das Essen gekürzt hat. Selbstbewusst setzt sich Robin für seine Freunde und die Leute in Nottingham ein. Immer mit einer guten Portion Witz und Charme.

Dem ängstlichen Mitch muss von Robin Mut zugesprochen werden.

Dem ängstlichen Mitch muss von Robin Mut zugesprochen werden.

Nach Peter Pan und Dornröschen ist Robin Hood das dritte Open-Air-Stück auf dem Michaelsberg. Die Darstellerinnen und Darsteller sind in ihrem ersten Ausbildungsjahr an der Schauspielschule Siegburg, die zur Studiobühne dazugehört. Ein Open-Air-Stück sei wie eine Feuerprobe für die Auszubildenden, sagte die Regisseurin, ab Juni gäbe es jeden Tag Auftritte im Freien – bei Sonne und Regen.

Schauspiel des Sheriffs sorgte für besorgten Anruf bei der Polizei

Die Hauptprobe sei ein voller Erfolg gewesen, bestätigt Maike Mielewski zufrieden. Vorab durfte die Heinrich-Hanselmann-Schule bei der Probe dabei sein. Traditionell wurde nicht applaudiert. „Wenn es Applaus bei der Hauptprobe gibt, bringt das Unglück“, erklärte die Regisseurin. Trotzdem war das Publikum sichtlich begeistert. Einige der Schülerinnen und Schüler setzten sich auf ihre Hände, um auch bloß nicht aus Versehen zu klatschen.

Von dieser letzten Probe vor der Premiere hat übrigens nicht nur die Schulklasse etwas mitbekommen. Bei der Polizei ging während des Auftritts ein Anruf ein. Ein Zeuge habe gemeldet, dass ein Mann im weißen Gewand auf der Mauer gestanden und gebrüllt haben soll. Die Polizei stellte vor Ort schnell fest, dass es sich um einen Schauspieler aus dem Theaterstück handelte. Der Sheriff, den der besorgte Mitbürger gemeint haben muss, hat also in jeden Fall Eindruck hinterlassen.

Am Freitag, 16. Mai, um 15 Uhr ist die Premiere. Auch am Samstag und Sonntag um 15 Uhr wird es Vorstellungen geben. Das Stück dauert 60 Minuten und kostet 15 Euro Eintritt. Weitere Termine hat die Studiobühne online veröffentlicht.