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Mit Cocktails aus der GarageSiegburg-Wolsdorf feiert 125 Jahre Kirmes

4 min
In den Tagen vor dem großen Fest beginnt der JGV Rosenhügel mit dem Aufbau seiner Party-Ecke.

In den Tagen vor dem großen Fest beginnt der JGV Rosenhügel mit dem Aufbau seiner Party-Ecke.

Vier Vereine, zwei Bühnen und eine Kultgarage: Die Wolsdorfer Kirmes feiert 2026 gleich mehrere Jubiläen.

Auf der Wolsdorfer Kirmes ist 2026 das Jahr der Jubiläen: 125 Jahre wird die Kirmes alt, vor 50 Jahren nahm der JGV Rosenhügel seine Ecke in Beschlag und die Belegschaft der Cocktail-Bar übernahm vor 20 Jahren die wohl legendärste Garage Wolsdorfs.

Vier Siegburger Vereine bauen gemeinsam auf

Viel Trubel herrscht also auf der Jakobstraße. In den Tagen davor bauen vier Vereine die Kirmes nach Feierabend auf: Die Junggesellenvereine Alt-Wolsdorf und Rosenhügel, das Tambourkorps „In Treue Fest“ und der Männergesangsverein. „Da das Vereine aus dem Ort sind, lockt das viele Leute aus dem Umfeld an und es ist geselliger als auf einer kommerziellen Kirmes, die von einer Eventagentur organisiert wird. Hier trifft man Siegburger, die man sonst das ganze Jahr nicht sieht“, sagt Bernd Junkersfeld, 1. Vorsitzender des JGV Rosenhügel. „Seit Corona war immer viel los, unabhängig vom Wetter. Die Leute lassen hier gerne ihr Geld, weil sie wissen, dass davon der Festumzug, das Maikönigspaar, die Konzerte des Gesangsvereins oder die Instrumente des Tambourcorps finanziert werden.“

Hier trifft man Siegburger, die man sonst das ganze Jahr nicht sieht.
Bernd Junkersfeld, Vorsitzender JGV Rosenhügel

Bons, Bierwagen, Bühne – all das organisierten die Vereine selbst. „Durch die Stadt Siegburg und den Bauhof erhalten wir Sperren an den Zugängen. Zum Glück kostenfrei, denn sonst könnten wir das Sicherheitskonzept nicht stemmen. Die Kirmes ist ja nicht gewinnorientiert“, schildert Junkersfeld. Die beiden Junggesellenvereine betreiben beide eine Bühne, der Rosenhügel aus dem Oberdorf an der Ecke Jakobstraße/Viehtrift, die Unterdörfler aus Alt-Wolsdorf vor der Kirche Sankt Dreifaltigkeit.

Die Musik spielt bis Mitternacht – offiziell zumindest: „Ich glaube, die Anwohner akzeptieren das einmal im Jahr, auch wenn sie nicht mitfeiern, weil wir viel für den Ortsteil machen. Wir stellen auch Gitter vor ihre Einfahrten, wenn Bedarf besteht und gehen auf sie zu, wenn es Beschwerden gibt.“

Für die Wolsdorfer Kirmes muss sogar das Straßenschild weichen.

Für die Wolsdorfer Kirmes muss sogar das Straßenschild weichen.

Das Haus vor der Rosenhügel-Ecke hat Junkersfelds Vater gebaut. „Vorher haben wir die Kirmes immer in der Kneipe gegenüber gefeiert. 1976 kam einer auf die Idee, vor der Baustelle des Hauses eine Bierbude aufzustellen – obwohl die Kneipe direkt nebenan war. Aber die Bude lief besser als die Kneipe und seitdem stehen wir jedes Jahr hier.“

Cocktail-Theke in einer Garage hat an drei Tagen im Jahr geöffnet

Gleich nebenan entsteht die „Unschlagbar“: eine Cocktail-Theke in einer Garage. „Die ist das ganze Jahr dort drin, aber hat nur an drei Tagen offen“, sagt Junkersfeld. „15 Jahre hat ein Kegelclub dort eine Sektbar betrieben, dazu kamen dann Sachen wie Amaretto-Apfelsaft und Cocktails. 2006 hat die ältere Generation des Kegelclubs die Bar an eine neue Gruppe abgegeben, die eine mexikanische Cocktail-Bar draus gemacht hat“, schildert er.

Lange bevor man im Rheinland wusste, dass man exotische Säfte schmackhaft mit Spirituosen mischen kann, feierten die Wolsdorferinnen und Wolsdorfer ein Kirchweihfest. „Den Überlieferungen zufolge gab es schon vorher dezentrale Feiern vor den Gastronomien, etwa dem Kastanienhof oder dem Riemberger Hof. Aber die erste Kirchweih fand vor 125 Jahren statt, damals noch an Pfingsten“, sagt Junkersfeld. Im selben Jahr wurde auch die neugotische Kirche Sankt Dreifaltigkeit geweiht, die seitdem das Ortsbild prägt.

Für Bernd Junkersfeld, 1. Vorsitzender des JGV Rosenhügel, wäre Wolsdorf ohne die Kirmes nicht denkbar.

Für Bernd Junkersfeld, 1. Vorsitzender des JGV Rosenhügel, wäre Wolsdorf ohne die Kirmes nicht denkbar.

Seit den 60er Jahren finde die Kirmes mit dem Festzug zentral auf der Jakobstraße statt. Junkersfeld kennt die Kirmes selbst noch als Kind, berichtet von einer Attraktion namens Schmetterlingsbahn vor dem Lokal Kasserolle. „Heute ist das natürlich viel professioneller mit den Bühnen. Da pendeln die Leute hin und her, das hat Charme.“ Verschiedene Künstler und Bands treten dort am Wochenende auf: „Es kommen die 4Swedes, eine Abba-Coverband, die am Vorabend noch in Schwerin auftritt, und Björn Heuser, der in Köln ja weltbekannt ist“, sagt Junkersfeld.

Die Planenden wissen genau, wie sie Zielgruppen anlocken können: „Sonntagnachmittags war nach dem Festzug immer ein bisschen die Luft raus. Also haben wir eine Kinderdisco etabliert und Kindertanzgruppen auftreten lassen – wir waren verblüfft, wie viele Familien da kamen.“ Auch am Gottesdienst, der zur Kirmes dazugehöre, wollen die Vereine nach zwei Partynächten teilnehmen. „Der ist zwar ein bisschen früh, aber das kriegen auch noch hin.“


Programm

Die Kirmes beginnt am Freitag, 29. Mai, mit Musik von DJ Marrei an der Bühne vor der Kirche. An der Ecke des JGV Rosenhügel folgt um 19.30 Uhr der Fassanstich. Um 20 Uhr tritt dort die Band Kölsche Welle auf, bevor um 21 Uhr DJ Nico Jansen folgt. Schlagersängerin Paulina Wagner beginnt um 21.15 Uhr auf der Bühne vor der Kirche.

Am Samstag legen ab 17 Uhr DJ Papi und DJ Marrei auf, bevor um 18 Uhr die Kirmes-Olympiade mit Rutschauto-Rennen beginnt. Um 20.30 Uhr singt Björn Heuser an der Rosenhügel-Bühne, vor der Kirche tritt ab 21.15 Uhr Malle-Star Rick Arena auf. Der Sonntag beginnt mit einer Messe um 10 Uhr, gefolgt von einem Frühschoppen. Um 13 Uhr spielen DJ Micha und DJ Marrei, um 13.30 Uhr folgt der Festzug mit den Maikönigspaaren. Um 14 Uhr können Kinder sich schminken lassen und tanzen, um 15 Uhr treten Kindertanzgruppen auf. Den Abschluss bilden die 4Swedes, eine Abba-Tribute-Band, um 20 Uhr auf der Rosenhügelbühne. (mfu)