Wer im Herbst einen Dachstuhl saniert oder einen Erdkeller aufsucht, könnte unbemerkt in den Lebensraum einer Fledermaus eingreifen. Darauf macht der Rhein-Sieg-Kreis aufmerksam: 17 Fledermausarten sind nach Angaben des Amtes für Umwelt- und Naturschutz im Kreisgebiet heimisch, alle stehen unter Artenschutz.
Jörg Bambeck, Leiter des Amtes für Umwelt- und Naturschutz, weist auf die ökologische Bedeutung der Tiere hin. Als Insektenfresser leisten sie einen erheblichen Beitrag zum natürlichen Gleichgewicht: Nach einer Jagdnacht haben Fledermäuse demnach bis zur Hälfte ihres eigenen Körpergewichts an Insekten gefressen.
Die 17 Arten lassen sich nach ihren bevorzugten Sommerquartieren unterscheiden. Baumfledermäuse suchen verlassene Spechthöhlen, Hohlräume hinter loser Rinde oder andere Baumhöhlen auf. Hausfledermäuse hingegen besiedeln Fassadenverkleidungen, Mauerspalten und Mauerhohlräume sowie im Sommer Speicher.
Ab dem 1. Oktober gilt für alle Bürgerinnen und Bürger eine gesetzliche Pflicht zur Rücksichtnahme. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es bis zum 31. März, Höhlen, Erdkeller, Stollen und vergleichbare Räume aufzusuchen, die Fledermäusen als Winterquartier dienen. Der Grund: Eine Störung während des Winterschlafs kann für die Tiere lebensbedrohlich sein. Wird eine Fledermaus geweckt, benötigt ihr Stoffwechsel laut Mitteilung des Kreises bis zu 30 Minuten, um vollständig hochzufahren. In dieser Zeit verbraucht das Tier erhebliche Energiereserven, die es gegen Ende des Winters möglicherweise nicht mehr aufholen kann.
Gerade der Herbst ist eine häufige Zeit für Dachsanierungen, und damit für potenzielle Eingriffe in Fledermausquartiere. Der Kreis empfiehlt Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern, bei solchen Arbeiten gezielt auf den Schutz der Tiere zu achten. Konkret nennt die Mitteilung zwei Möglichkeiten: Zum einen können spezielle siebfreie Lüftungsziegel eingesetzt werden, die Fledermäusen weiterhin Zugang zum Dach ermöglichen. Zum anderen lassen sich sogenannte Fledermaussteine in die Dämmung einbauen, die den Tieren als Unterschlupf dienen. (red)


