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„Gemeinschaft Krefelder Künstlerinnen und Künstler“Kunst aus Krefeld in der städtischen Galerie Troisdorf

Die Ausstellung ist noch bis zum 29. November 2026 im Kunsthaus Troisdorf zu sehen.

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Eine Bilderserie von Lothar Janssen in der Galerie Troisdorf.

Krefeld ist auf der Weltkarte der Kunst nicht gerade mit einem Ausrufezeichen versehen. Wie spannend das kreative Schaffen in der Seidenstadt sein kann, zeigen derzeit vier Mitglieder der „Gemeinschaft Krefelder Künstlerinnen und Künstler“ (GKK) im Kunsthaus Troisdorf. Das Paar Petra Dreier und Michael Hanousek sowie Brigitta Heidtmann und Lothar Janssen erkunden in ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung Schnittstellen und Abgrenzendes. Das Motto „Flächenrauschen“ stellte die Kölner Kuratorin und Künstlerin Christiane Rath bei ihrer Einführung vor Herausforderungen: „Kunst möchte oft irritieren, Sehgewohnheiten durchbrechen, Erwartungen hinterfragen und die Betrachtenden überraschen“, meinte sie, und das gelingt dem Quartett in dieser Schau auf oftmals faszinierende Weise.

Entstehungsprozess wie im Pingpong-Spiel

Petra Dreier und Michael Hanousek, beides Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf, arbeiten seit Anfang der 1990er Jahre gemeinsam. Seit 1997 widmen sie sich ausschließlich der kooperativen Malerei. Ein Prozess, der mitunter nicht frei von Spannungen und innerer Dynamik abläuft, wie Rath vermutet: „Man kann sich den Entstehungsprozess der Arbeiten wie ein Pingpong-Spiel vorstellen, bei dem einmal die eine, dann wieder der andere den nächsten Impuls setzt.“ Eine Spannung, die sich auch in den ausgestellten Werken widerspiegelt und die durch eine clevere Hängung verstärkt wird. Inhaltlich ist der Bogen weit gespannt:

Eine Werkgruppe von Dreier und Hanousek.

Bunt, aber gedämpft

Die Werke sind bunt, aber mit einer gedämpften Farbigkeit, mal mag man über grob entworfene Landschaften spekulieren, dann wieder geometrische Strukturen vermuten. Dazu kommt der Einsatz fotografischer Elemente, die digital verändert werden. Das steht im Kontrast zu den Arbeiten von Lothar Janssen. Der langjährige Kunsterzieher und Gründungsmitglied der Krefelder Kulturfabrik erweist sich als besonders experimentierfreudig. Er arbeitet in Serien, die durch gleiche Formate und verwandte Farbwelten geprägt sind. Bei seinen Druckarbeiten nutzt er auch die individuellen Maserungen einzelner Baumscheiben. So entstehen Unikate im wahrsten Sinne, denn nach der einmaligen Verwendung landen die Baumscheiben im heimischen Kamin. „Ich will dem Zufall eine Gestalt geben“, sagt der Künstler. Das wirkt spielerisch und leicht, gleichzeitig planvoll und durchdacht. Besonderen Eindruck hinterlassen die großformatigen Arbeiten auf Plotterpapier, ein transparentes, an Butterbrotpapier erinnerndes Kunststoffmaterial, das wasserlösliche Farben nur eingeschränkt aufnimmt und so den künstlerischen Prozess selbst beeinflusst.

Bögen schaffen einen „Raum im Raum“

Brigitta Heidtmanns Objekte wirken so, als seien sie eigens für das Kunsthaus gemacht worden. Exemplarisch dafür steht eine schlichte, großformatige Skulptur aus Holz, die eine Nische belegt. Das Objekt lehnt sich dabei schräg von einer Wand zur anderen und wirkt nicht nur durch sich selbst, sondern auch durch einen markanten Schattenwurf. In einem kleinen Nebenraum installierte die Künstlerin fünf hölzerne Bögen, die sich von der Wand zum Boden spannen und so einen „Raum im Raum“ schaffen. Nicht minder markant sind zwei große, kreisförmige Holzobjekte im Hauptraum, die die Grenzen zwischen Bild und Skulptur ausloten.

„Flächenrauschen“ ist eine Schau, die alles außer langweilig ist, „ein rauschendes Fest aus Flächen und Farben, Ebenen und Bewegungen“, wie Christiane Rath bei der gut besuchten Vernissage sagte.

Die Ausstellung ist bis zum 29. November im Kunsthaus Troisdorf, Mülheimer Straße 23, zu sehen, jeweils samstags von 15.00 bis 18.00 Uhr und sonntags von 11.00 bis 14.00 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung, 02241/1261581.