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AusbildungstourNRW-Arbeitsminister besucht Ausbilder und Azubis in Troisdorfer Unternehmen

4 min
Ausbildungstag: Arbeitsminister Laumann besucht DHL in Troisdorf

Henry Nachtigal (l.) und Nick Dörr (r.), Azubis als Berufskraftfahrer bei der DHL, erklären dem Arbeitsminister (mitte) ihren Job.

Bei seiner Ausbildungstour machte sich Karl-Josef Laumann ein Bild vom Arbeitsalltag von Azubis. Er besuchte auch Unternehmen in Rhein-Sieg.

Wie sind die Arbeitsbedingungen für Auszubildende, wie erfolgreich sind Betriebe bei der Suche von Nachwuchs? Um sich ein Bild von der Situation in Ausbildungsbetrieben zu machen, besuchte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann bei seiner Ausbildungstour auch drei Unternehmen im Rhein-Sieg-Kreis. Das Briefzentrum der Deutschen Post in Troisdorf und das Sanitärtechnikunternehmen „Wasser Wärme Wellness by Dobelke“ in Troisdorf-Oberlar berichten beide von großem Interesse und vielen Bewerbungen – nach ihren Beobachtungen scheinen Ausbildungsberufe wieder beliebter zu werden.

DHL: Auf einen Ausbildungsplatz kommen 30 Bewerbungen

Im DHL-Briefzentrum bekam Laumann Einblicke in mehrere Arbeitsgebiete, tauschte sich mit Azubis und Ausbildern aus. „Für mich gibt so ein Ausbildungstag unglaublich viele verschiedene Einblicke in die Arbeitsbedingungen in den unterschiedlichsten Betrieben“, sagte der Minister. „Was mich begeistert, ist diese Vielfalt: Dass die Ausbildungsberufe auch so unterschiedliche Typen von Menschen ansprechen.“

Der Arbeitsminister kam unter anderem mit Gagik Petrosyan und Robert Kott ins Gespräch, die ihm ihren Arbeitsalltag als Auszubildende zu Mechatronikern erklärten. „Die Ausbildung ist ziemlich abwechslungsreich, und dadurch fliegt die Zeit“, schilderte Gagik Petrosyan, der die dreijährige Berufsausbildung in wenigen Monaten abschließt. „In der Berufschule haben wir verschiedene Module, dann sind wir wieder im Betrieb und zwischendurch in Ausbildungswerkstätten. Dort kriegen wir zum Beispiel Metall-, Elektro- und Steuerungstechnik beigebracht.“

Ausbildungstag: Arbeitsminister Laumann besucht DHL in Troisdorf

Gagik Petrosyan und Robert Kott erklären Karl-Josef Laumann ihren Arbeitsalltag als Auszubildende zum Mechatroniker.

Über einen Mangel an Bewerbungen könne sich die DHL deutschlandweit nicht beklagen, berichtete Personalchef Thomas Schneider. „Wir sind ja einer der größten Arbeitgeber in Deutschland und haben über 2700 Ausbildungsplätze anzubieten.“ Dem Unternehmen sei es früh wichtig gewesen, auf den demografischen Wandel zu reagieren und Ausbildungen attraktiver zu machen, um auch in Zukunft genügend Fachkräfte beschäftigen zu können.

„Wir zahlen eine sehr hohe Ausbildungsvergütung, mit die höchste in Deutschland in diesen Berufen“, betonte Schneider. Außerdem habe die DHL ihren Auftritt in sozialen Medien wie TikTok ausgebaut, um potenzielle Bewerberinnen und Bewerber anzusprechen, was sich lohne: „Pro Ausbildungplatz bekommen wir um die 30 Bewerbungen.“ Die DHL bildet in etwa 23 Berufsbildern aus, darunter kaufmännische, gewerbliche und IT-Berufe, Fachlageristen, Zusteller, Berufskraftfahrer und Mechatroniker. Auch ein duales Studium bei der DHL ist möglich.

Ausbildungstag: Arbeitsminister Laumann besucht DHL in Troisdorf

Ausbildungstour: Es geht in das Briefezentrum der DHL in Troisdorf.

Paul Dobelke leitet das Sanitärtechnikunternehmen „Wasser Wärme Wellness by Dobelke“. Zum ersten Mal kam die Ausbildungstour zu seinem Unternehmen nach Troisdorf-Oberlar. „Das freut uns natürlich“, so Dobelke. „Ich hoffe, dass unsere Mitarbeiter dadurch die Wertigkeit ihres Berufes vor Augen geführt bekommen.“

Krisenfeste Ausbildungsberufe sind beliebt

In dem mittelständischen Betrieb mit etwa 35 Mitarbeitenden sind aktuell acht Auszubildende beschäftigt. Pro Lehrjahr sind es immer zwei bis drei Azubis zum Anlagemechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik. Im Gegensatz zu anderen Betrieben habe er wenig Probleme mit Nachwuchs, sagt Paul Dobelke: „Wir bekommen viele Initiativbewerbungen. Sogar für das Ausbildungsjahr 2027 liegen uns jetzt schon Bewerbungen vor.“ Dabei würde er sich mehr weibliche Bewerberinnen wünschen, in dem Unternehmen arbeiten zum größten Teil Männer.

Sogar für das Ausbildungsjahr 2027 liegen uns jetzt schon Bewerbungen vor.
Paul Dobelke

Warum ist die Ausbildung zum Anlagemechaniker so beliebt? „Es ist schon eine Rückbesinnung zum Handwerk zu spüren in den letzten Jahren“, beobachtet Paul Dobelke. „Das kommt jetzt auch verstärkt durch KI: Unsere Berufe sind für die Zukunft noch krisenfest.“ Für Dobelke spielt außerdem die Energiewende in das steigende Interesse mit hinein. „Und der demografische Wandel: Die Leute werden älter und brauchen beispielsweise Bäder ohne Barrieren, wie wir sie bauen.“ Warum er die Ausbildung in seinem Betrieb empfehlen würde? „Für mich sind die ständig wechselnden Themen immer das spannende an meinem Beruf gewesen“, so Dobelke. „Die Technik schreitet immer weiter fort, dadurch ist man dauerhaft im Lernfluss.“

Den Ausbildungstag beschreibt er als „Win-Win-Situation“: „Wir können uns präsentieren, und Herr Laumann bekommt Einblicke in ein ganz normales Handwerksunternehmen.“ Er hoffe, als mittelständischer Betrieb von der lokalen- und Landespolitik besser wahrgenommen zu werden. „Es ist wichtig, dass die Politik sich nicht nur bei den großen Unternehmen zeigt. Gerade das Handwerk kommt da manchmal ein bisschen schmal weg.“