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„Wir wollen helfen“Wenn das Geld fehlt – Tierschutzverein Rhein-Sieg zahlt OP-Kosten

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Landet der Hund auf dem OP-Tisch, kann das für Besitzer teuer werden.

Landet der Hund auf dem OP-Tisch, kann das für Besitzer teuer werden.

Was wenige wissen: Die Kosten können abgestottert werden, Hund oder Katze bleiben solange im Tierheim.

Bremsen quietschen, ein Knall – ein Hund wurde angefahren. Die Besitzer bringen den verletzten Vierbeiner zum Tierarzt, und schnell wird klar: Das Tier muss operiert werden, die Kosten für den Eingriff und die Versorgung können die Tierhalter aber nicht aufbringen. 

Eine schlimme Situation, sowohl für die Besitzer als auch für die Tierärzte. Und keine Seltenheit, wie Helga Berben, Vorstandsvorsitzende des Vereins Tierschutz für den Rhein-Sieg-Kreis, berichtet. Immer häufiger gebe es solche Situationen in den Praxen und Tierkliniken. Dann werde häufig eine Kette an Hilferufen in Gang gesetzt, in deren Verlauf auch der für den Rhein-Sieg-Kreis zuständige Tierschutzverein kontaktiert werde, der das Tierheim in Troisdorf betreibt.

Bis die Kosten bezahlt sind, bleiben Hund oder Katze im Tierheim Troisdorf

So auch im Fall der angefahrenen Hündin, die nach Köln in eine Tierklinik musste. „Die Besitzer haben schon 800 Euro bezahlt“, erzählt Berben. Doch Tierarztkosten in vierstelliger Höhe standen noch an, die Besitzer konnten diese hohen Behandlungssummen nicht mehr aufbringen. Die Klinik kontaktierte daraufhin den Verein. „Wir übernehmen den Rest“, sagte die Vorsitzende des Tierschutzvereins zu.

Auch wenn ein solches Unterstützungsangebot wie ein Geschenk des Himmels erschent: Ein echtes Geschenk ist es nicht. Das Geld ist vorgestreckt, die Besitzer können die Behandlungskosten später bezahlen oder auch in Raten abstottern. So lange kommt der tierische Patient in die Obhut des Tierschutzvereins – und auch das kostet. „Entweder zahlen die Besitzer das, oder wir vermitteln das Tier neu“, schildert Berben das Prozedere.„ Wir sind ja keine Bank, müssen uns darauf verlassen können, dass sie das bezahlen.“ Erst dann dürften die Tiere wieder nach Hause.

Oft genug bleiben sie dann aber im Tierheim. Die Besitzer bekämen in solchen Fällen nach gewisser Zeit einen Brief mit einer Zahlungsaufforderung und würden auch darauf hingewiesen, dass ihr Tier sonst zur Vermittlung freigegeben werde, schildert Berben. „Ich schreibe auch dazu, dass wir uns zumindest über einen Teil der Kosten einigen können. Wir wollen doch helfen!“

Dem Verein entstünden jedes Jahr erhebliche Kosten dadurch. 2025 hätten die Tierarztkosten für eigene und auch für fremde Tiere einen sechsstelligen Betrag überschritten. „Wir machen möglich, was wir machen können. Dafür brauchen wir aber auch Unterstützung“, betont die Vorstandsvorsitzende. „Dazu brauchen wir natürlich auch den entsprechenden Topf, der gefüllt sein muss.“ Um helfen zu können, sei der Verein auf Spenden oder die Mitgliedsbeiträge von 30 Euro jährlich angewiesen. „Wir erwirtschaften nichts durch Vermittlungsgebühren.“

Bei einem Unfall können die Tierarztkosten schnell an die 6000 Euro betragen

Bereits bei den Vermittlungen weise man im Troisdorfer Tierheim die künftigen Besitzer auf die Kosten hin, die entstehen könnten. „Ein Tierbesitzer muss Verantwortung für das Tier übernehmen“, betont Berben. Sie empfiehlt, eine Krankenversicherung für das Haustier abzuschließen. „Bei einem Unfall sind schon gleich 5000 bis 6000 Euro weg. Ich habe meine Hündin sterilisieren lassen müssen, zu früheren Zeiten, das hat 3000 Euro gekostet, weil die Nachbehandlungskosten so hoch waren. Tiere sind einfach Luxus!“

Die angefahrene Hündin hat Glück im Unglück: Weil die Besitzer die vorgestreckten OP-Kosten nicht zahlen können, darf sie zwar nicht wieder zurück. Ins Tierheim müsse sie aber auch nicht, berichtet Berben: „Wahrscheinlich wird die Ärztin das Tier zu sich nehmen.“