Nach wie vor setzen Unbekannte Katzenbabys vor dem Tierheim an der Siebengebirgsallee aus.
GeldnotDas Tierheim in Troisdorf steht auch 2026 vor Herausforderungen

Für Hunde, Katzen und andere Tiere wird es eng im Troisdorfer Tierheim.
Copyright: Archivbild: Jonathan Schmitt
„Unseren Tieren geht es schlecht“, klagt Helga Berben. Die Leiterin des Tierheims Troisdorf sieht sich am Anfang eines schwierigen Jahres: Es fehle an Geld, Platz und Verantwortung, erklärt sie. Erst am Sonntagabend ist wieder ein Karton mit Katzenbabys vor dem Tierheim abgestellt worden. Es sei schwierig, damit umzugehen.
„Am Ende entscheiden wir immer für das Tier“, sagt Berben, obwohl das Heim seit Jahren aus allen Nähten platzt. Im Kollegium werde sehr über die Menschen geschimpft, die Kartons mit Tieren aussetzen. „Wo ist der Mut, so etwas zu tun?“ fragt Berben. „Man war doch auch mutig genug, sich ein Tier anzuschaffen.“ Es sind oft große Katzenwürfe, die Besitzer überfordern.
Tierarztkosten belasten das Budget der Troisdorfer Tierschützer
Helga Berben pocht aber darauf, mit Problemen ans Tierheim heranzutreten und niemals Katzen in der Kälte auszusetzen. „Es ist ja nicht so, als warten wir hier mit einem Gewehr“, meint die Leiterin. Um eine bessere Umgebung und mehr Platz für Hund, Katze und Co. im Tierheim zu schaffen, möchte Helga Berben in diesem Jahr einige Renovierungsarbeiten angehen. Allerdings fehlt es an Geld, auch die Arztkosten für die rund 200 Tiere nagen an Helga Berbens Tierheimbudget.
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„Impfungen und Wurmkuren sind da noch das geringste Übel“, so die Leiterin. Das Tierheim Troisdorf wird von einem Verein unterhalten – dem „Tierschutz für den Rhein-Sieg-Kreis“ – und ist somit von vielen Spenden abhängig. Eine große Aktion stieß im Dezember eine Frau aus Neunkirchen-Seelscheid an.

Helga Berben ist die Vorsitzende des Vereins Tierschutz für den Rhein-Sieg-Kreis, Träger des Tierheims in Troisdorf
Copyright: Helga Berben
Die Hundebesitzerin hatte über ihren Instagram-Kanal gefragt: „Hast du mal 'nen Euro“. Nach vier Wochen hat sie von ihren Followern 1058 Euro für das Tierheim Troisdorf zusammen bekommen, Anfang Januar wurde der Betrag übergeben. „Wenn wirklich jeder einen Euro spenden würde, dann müssten wir uns keine Sorgen mehr um die Tiere machen“, meint Berben zu der Aktion.
Ein Haustier bedeutet Verantwortung auf Lebenszeit
Immer wieder gibt es Kritik daran, dass im Tierheim Troisdorf kaum Tiere vermittelt werden. „Ein Haustier bedeutet Verantwortung auf Lebenszeit“, entgegnet Helga Berben, die bei der Vermittlung genau darauf achtet, ob Tier und Halter gut zusammenpassen. Ein großer Schäferhund werde daher tendenziell nicht an ältere Frauen vermittelt, weil die körperliche Kraft fehle. „Wir haben doch auch eine Verantwortung gegenüber den Menschen, nicht nur den Tieren“, meint Berben. Der Leiterin liegt es daran, sowohl den Bedürfnissen des Tieres, als auch den Wünschen des Menschen gerecht zu werden.

