Isabell Weißenfels und Marco Wieland übernehmen die Verantwortung für das Pferdesportzentrum Haus Rott.
ÜbergabeAlte Bekannte übernehmen Troisdorfer Reitsportzentrum

Isabell Weißenfels, hier mit Sohn Leopold, und Marco Wieland haben die Leitung des Pferdesportzentrums übernommen.
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Als Lukas Blatzheim im Mai seine Zelte auf Haus Rott abbrach und nach Südafrika auswanderte, stand schnell die Frage im Raum, wie es mit dem Pferdesportzentrum an der Kriegsdorfer Straße weitergehen würde. Die Antwort wurde intern gefunden: Mit Isabell Weißenfels und Marco Wieland übernehmen zwei vertraute Menschen die Verantwortung, die die Anlage seit Jahren kennen und ihren familiären Charakter bewahren wollen.
„Lukas Blatzheim ist mein engster Freund. Mein Sohn kennt die Anlage seit Jahren und liebt den Umgang mit den Tieren. So ist in mir der Entschluss gereift, Haus Rott zu übernehmen“, sagt die 32-Jährige, die in Bonn geboren wurde und seit vielen Jahren mit dem Pferdesportzentrum verbunden ist. Schon als Einstellerin und Kundin gehörte sie zu den ersten Wegbegleitern Blatzheims, später wirkte sie bei der Organisation der internationalen Turniere mit. Zum 1. Juli hat sie die Anlage übernommen.
Auf der Troisdorfer Anlage soll vieles bleiben, wie es ist
An ihrer Seite steht Marco Wieland. Der 38-Jährige war bereits unter Blatzheim eine prägende Figur auf Haus Rott und unterstützt Weißenfels nun als Trainer, Ausbilder und rechte Hand in der Leitung. Der Übergang verlief unkompliziert. „Die Atmosphäre hier auf der Anlage ist familiär. Lukas hat etwas aufgebaut, an dem wir bereits beteiligt waren. Jetzt führen wir das einfach fort“, sagt Wieland. Vieles soll deshalb bleiben, wie es die Reiterinnen und Reiter kennen.

2019 hat Lukas Blatzheim das Pferdesportzentrum Haus Rott gegründet. Jetzt haben neue Betreiber die Leitung übernommen. Dennoch soll sich nur wenig ändern.
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Das Pferdesportzentrum wird weiterhin als Pensions-, Ausbildungs- und Turnierstall geführt. Zur Infrastruktur gehören neben einer Reithalle und mehreren Außenplätzen mehr als 60 Pferdeplätze, Paddocks und Weiden sowie ein Aquatrainer, ein Laufband und ein Solarium. „Unsere Philosophie basiert auf einer artgerechten Haltung“, erklärt Weißenfels:„Wellness und Regeneration für die Tiere werden bei uns großgeschrieben.“
In Troisdorf arbeitet jetzt etwas mehr Personal
Nach Angaben Wielands profitiert der Betrieb inzwischen zudem von einer breiteren personellen Basis. „Wir haben jetzt eine etwas bessere Personalausstattung und durch Synergien eine sehr gute Versorgung mit Handwerksbetrieben“, sagt der gebürtige Kölner und Pferdewirt mit Auszeichnung.
Das internationale Dressurfestival vom 8. bis 11. Oktober soll die Handschrift der neuen Verantwortlichen tragen und zugleich die Tradition fortsetzen. Auf dem Programm stehen Wettbewerbe auf CDI4*- und CDI3*-Niveau, sechs Grand-Prix-Prüfungen sowie Touren für Junioren, junge Reiter und Ponys. Hinzu kommen Prüfungen für Nachwuchspferde und Amateure. Daneben sind für die zweite Jahreshälfte noch fünf nationale Turniere geplant, im kommenden Jahr sollen zehn weitere folgen.
„Unser internationales Turnier ist nach dem CHIO in Aachen das größte in Nordrhein-Westfalen“, sagt Weißenfels, die selbst das Goldene Reitabzeichen trägt. In der Vergangenheit seien bereits namhafte Reiterinnen wie Isabell Werth und Dorothee Schneider auf Haus Rott zu Gast gewesen. Als Höhepunkt gilt traditionell der Galaabend mit Prüfungen unter Flutlicht: „Ich gehe davon aus, dass wir wieder mehr als 20 Nationen, fast 150 Pferde und deutlich über 100 Reiterinnen und Reiter begrüßen werden.“
Dass ein Turnier dieser Größenordnung überhaupt möglich ist, hängt jedoch von vielen Faktoren ab. Nach Angaben der Verantwortlichen unterstützt die Stadt Troisdorf die Veranstaltung mit Parkflächen und Absperrmaterial. Aber die Unterstützung könne durchaus noch größer sein, sagen Weißenfels und Wieland. Für die viertägige Veranstaltung seien Jahr für Jahr zwischen 40 und 50 Helferinnen und Helfer im Einsatz. „Einen Überschuss für die Vereinskasse gibt es meistens nicht. Wir gehen in der Regel mit einer schwarzen Null aus der Veranstaltung heraus“, erklärt Weißenfels.
Auch Blatzheim bleibt trotz der räumlichen Distanz eng eingebunden.„Lukas hat uns aus der Ferne bei der Ausschreibung geholfen“, berichtet Wieland. Der Auswanderer kümmere sich weiterhin um die Richtereinteilung und organisiere die Stallzelte: „Das funktioniert völlig reibungslos, auch wenn er nicht mehr vor Ort ist.“
Für Weißenfels und Wieland ist das Pferdesportzentrum weit mehr als ein Wirtschaftsbetrieb. Es ist ein Ort, an dem die familiäre Atmosphäre, die Lukas Blatzheim über Jahre geschaffen hat, auch unter neuer Leitung erhalten bleiben soll. Und an dem der internationale Anspruch weiterhin zum Selbstverständnis gehört.
