Tony Bauer beschreibt sein Programm als Odyssee durch sein Leben. Er will nicht nur Pointen bieten, er möchte, dass alle näher zusammenrücken.
„Ein Leben führen, das ich selbst cool finde“Comedian Tony Bauer tritt am Wochenende in Troisdorf auf

Comedian Tony Bauer kommt mit seinem Soloprogramm nach Troisdorf.
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Wenn Comedian Tony Bauer am Samstag mit seinem Soloprogramm in der Stadthalle auftritt, dann stehen nicht nur Pointen auf dem Programm. Der 30-jährige Duisburger hat auch seine besondere Lebensgeschichte im Gepäck – und das ganz wörtlich.
Nach einer schweren Erkrankung in der Kindheit musste ihn nahezu der gesamte Dünndarm entfernt werden, was später zu mehreren lebensgefährlichen Komplikationen führen sollte. Mit diesem Kurzdarmsyndrom ist Bauer bis heute auf einen medizinischen Rucksack angewiesen, der ihn kontinuierlich mit lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt - und der seinem ersten Solo-Programm „Fallschirmspringer“ den Titel gegeben hat. „Der Name geht auf einen Chirurgen zurück, der damals zu mir sagte, ich sei mit meinem Rucksack und dem Schlauch wie ein Fallschirmspringer“, sagte Tony Bauer dieser Zeitung. „Der Titel ist eine Hommage an diese Zeit – ein Zeichen dafür, dass er mein Leben verändert hat.“
Tony Bauer kann zum ersten Mal ohne medizinischen Rucksack auftreten
Seit Kurzem hat sich sein Alltag und seine Lebensqualität spürbar verbessert. „Ich bekomme aktuell Spritzen, die dafür sorgen, dass mein Rucksack nicht mehr 17 Stunden am Tag läuft, sondern nur noch zehn“, erklärt Bauer. „Zum ersten Mal kann ich ohne Rucksack auftreten, bin nicht an Kabel gebunden und habe mehr Bewegungsfreiheit. Für mich als Bühnenkünstler ist das ein riesiger Vorteil.“
Bauer beschreibt sein Programm als „Odyssee durch mein Leben“. Es werde viel gelacht, aber es gibt auch berührende Momente. „Am Ende kennen mich alle Zuschauer ein Stück besser. Mein Ziel war nie, der witzigste Comedian zu sein, sondern der ehrlichste.“ Seine Shows leben von dieser Mischung: schnelle Pointen, aber auch längere erzählerische Bögen „Man kann Geschichten anders erzählen als nur pointiert“, sagt er. „In meinem Programm erlebt man Höhen und Tiefen – und am Ende rücken alle ein bisschen näher zusammen.“
Neues Programm ab 2027 geplant
Seit zweieinhalb Jahren ist Bauer mit „Fallschirmspringer“ jetzt unterwegs, die Troisdorfer Show gehört zu den letzten Terminen. Ab 2027 folgt dann etwas, was er als „Tony Level 2“ ankündigt, ein neues Programm, das er als „größer, mehr Entertainment“ beschreibt. „Das Publikum wird maximal abgeholt – egal ob Show, Performance oder Comedy.“
Inspiration findet Bauer weniger in klassischer Comedy, sondern in großen Bühnenmomenten. „Mich inspirieren andere Bühnenkünstler und Kunstformen. Ich liebe Performances, große Shows, Licht, Musik, Tanz – wenn man merkt, dass sich jemand Mühe gibt.“
Angefangen hatte Tony Bauer seine Comedy-Karriere in kleinen Formaten wie „Night Wash“. In den vergangenen Jahren nahm seine Karriere rasant Fahrt auf: Es folgten zahlreiche TV-Auftritte, er war Kandidat bei „Let’s Dance“ und Jurymitglied beim „Supertalent“.
Bauer sieht sich auf dem richtigen Weg: „Ich wollte ein Leben führen, das ich selbst cool finde – nicht eines, das andere cool finden sollen.“ Kunst sei für ihn der Raum, in dem er sich entfalten könne. „Ich möchte am Ende meines Lebens sagen können: Ich habe etwas Cooles gemacht. Und ich möchte Menschen, die ähnlich sind wie ich, zeigen, dass man trotz aller Rückschläge alles schaffen kann.“
Tony Bauer: „Fallschirmspringer“, 19. September, 20:00 Uhr, Stadthalle Troisdorf, Kölner Straße 167, Karten ab ca. 35,00 Euro.
