Im Troisdorfer stritten die Vertreter der Fraktion über die Besetzung von Ausschüssen.
Ausschüsse in TroisdorfGießt kein Wasser auf die Mühlen der Demokratiefeinde!

In der Sitzung am 2. Dezember 2025 bestimmten die Mitglieder des Stadtrats die Zusammensetzung der Ausschüsse. Jetzt gibt es Streit darüber.
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Auch ein halbes Jahr nach der Kommunalwahl sind vier Ausschüsse des Troisdorfer Stadtrats noch nicht ein einziges Mal zusammengetreten. Und was in geheimer Wahl am 2. Dezember eine Mehrheit fand, wird neuerdings in die Nähe von Betrug, Wählertäuschung und Trickserei gerückt. Das ist Wasser auf die Mühlen von Demokratiefeinden. Und kommt aus den Reihen der CDU, einer Partei, deren Vorsitzender schon vor eineinhalb Jahren Rot-Grün als die größte Bedrohung der Demokratie in Deutschland bezeichnete.
Ganz ähnlich klang da in der Stadtratssitzung der AfD-Fraktionsvorsitzende Frank Bigalke, der den Grünen entgegenschleuderte, sie sollten „Spielchen“ aufgeben und endlich ihre Wahlniederlage eingestehen.
Die AfD ihrerseits wollte dem Schicksal auf die Sprünge helfen: In der Sitzung des Stadtrats am 2. Dezember hatten viermal ihre Vertreter kein Losglück. Sie beschwerten sich beim Bürgermeister und fanden ein offenes Ohr. So auf die Spur gesetzt, entdeckten die Prüfer aus dem Rathaus Anhaltspunkte für Absprachen „mit dem Ziel, die AfD-Fraktion in eine Losentscheidung zu zwingen.“ Wo am 2. Dezember Fortuna gefragt war und – durchaus im Einklang mit der NRW-Gemeindeordnung – per Los einzelne Sitze verteilt wurden, kehrte jetzt eine Ratsmehrheit die Entscheidung nachträglich um.
Dass das neue Spiegelbild den einen oder anderen blinden Fleck hat, nahmen die Befürworter in Kauf: Die Linken waren unaufmerksam und versäumten es, eine neue Liste zur Abstimmung zu stellen. Pech gehabt: In den vier umstrittenen Ausschüssen sind sie nicht mehr vertreten, auf ihren Stühlen nehmen nun AfD-Vertreter Platz.

