Bei den zahlreichen Einsätzen ging es oftmals um umgestürzte Bäume, aber es mussten auch Menschen in Not gerettet werden.
Schweres GewitterFeuerwehr musste wegen Unwetter im Rhein-Sieg-Kreis über 350 Mal ausrücken

Das Unwetter im Rhein-Sieg-Kreis hat auch an der Wahnbachtalstraße mehrere Bäume umgeworfen.
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Ein schweres Gewitter zog am Freitagabend über den Rhein-Sieg-Kreis hinweg und sorgte für zahlreiche Feuerwehreinsätze. Mehr 350 Mal mussten die Wehren ausrücken, auch am Samstagmorgen, um Folgeschäden zu beseitigen. Meist hatten sie es mit umgestürzten Bäumen zu tun, sie mussten aber auch Menschen in Not retten. Die Bahnstrecke zwischen Köln und Siegen ist weiterhin teilweise gesperrt.
Gerade als das Unwetter heraufzog, trieb eine 51-jährige Frau in einem Gummiboot die Agger hinab. Auf Höhe des Campingplatzes im Lohmarer Süden wurde sie von dem plötzlichen Starkregen überrascht und fiel beim Versuch, das Ufer zu erreichen aus dem Boot. Zeugen alarmierten die Feuerwehr. „Sie hielt sich an einem Strauch fest, die Besatzung des ersteintreffenden Fahrzeugs hat sie sofort gefunden“, sagte Pressesprecher Julian Lindenberg. Sie gingen in Überlebensanzügen ins Wasser und sicherten die Frau. Über eine Leiter gelangte sie ans Ufer, auch das Boot fischten die Feuerwehrleute aus dem Wasser.
„Im weiteren Verlauf des Abends hatten wir 44 Unwettereinsätze, davon 25 auf dem Birker Höhenrücken“, sagte Lindenberg. Bei Inger krachte ein Baum auf einen Bus mit Fahrgästen, verletzt wurde niemand. „Hauptsächlich ging es um umgestürzte Bäume. Vor der Kirche in Birk ist ein besonders großer umgefallen.“
Kaldauen war vom Unwetter besonders schwer betroffen
Weit mehr Einsätze dieser Art hatte die Siegburger Feuerwehr: Sie musste einen großen Baum zersägen, der die Hauptstraße beim Friedhof in Kaldauen versperrt hatte. Zahlreiche Äste brachten auf der Wahnbachtalstraße ab und lagen verstreut auf der Straße – zu viele, um sie auf einmal zu beseitigen. Auch wegen der weiteren Abbruchgefahr blieb die Wahnbachtalstraße zwischen Deichhaus und Kaldauen komplett gesperrt. In Sankt Augustin waren die Langstraße und die Frankfurter Straße stark betroffen.
In Eitorf wurde ein Mann in seinem Auto eingeschlossen
Auch in Eitorf traf ein Baum ein fahrendes Auto auf der Hochstraße, der Fahrer war daraufhin eingeschlossen. Die Feuerwehr schnitt den Ast weg, der Mann blieb unverletzt. Insgesamt gab es in der Gemeinde 38 Einsätze, so Floran Steiner, stellvertretender Wehrleiter. „Außerdem waren drei Keller vollgelaufen, in Bitze hat uns eine Stromleitung zu einem Haus länger beschäftigt. Der Hindenburgpark ist gesperrt, weil da alles voller Äste liegt, das muss der Bauhof beseitigen. Bei Alzenbach liegen Bäume in der Fahrleitung der Bahnstrecke.“
Feuerwehren errichteten temporäre Leitstelle – Mehr als 50 Einsätze in Windeck
Zahlreiche Feuerwehren richteten Führungsstellen ein. Sie errichten eine temporäre Leitstelle in ihren Gerätehäusern, die übergeordnete Leitstelle schickt alle Einsätze direkt an die Wehren, die selbstständig priorisieren. So bleibt die Leitstelle für andere Notrufe frei. So auch in Windeck, wo umgestürzte Bäume Telefon- und Stromleitungen trafen. „Einmal kam so viel Wasser den Hang herunter, dass ein Graben auf die Straße gespült wurde“, sagte Feuerwehr-Pressesprecher Marco Brauner. Insgesamt gab es mehr als 50 Einsätze.
Betroffen ist seit Freitagabend auch die Bahnstrecke zwischen Köln und Siegen. Noch am Freitagabend richtete die Bahn einen Schienenersatzverkehr ein, weil Bäume auf Gleise und Stromleitungen gefallen waren. Auch am Sonntag dauerte die Sperrung noch an, S 12, S 19 und RE 9 fahren äußerst unregelmäßig.
