Amsterdam – Wer nach Amsterdam reist, erfreut sich an romantischen Grachten, verschnörkelte Brücken und vielen bunten Blumen. Doch etliche Touristinnen und Touristen kommen vor allem wegen der Coffeeshops in die niederländische Hauptstadt. Bislang durften sie dort legal Cannabis rauchen.
Doch Bürgermeisterin Femke Halsema (55) ist das schon länger ein Dorn im Auge. Jetzt will sie die Drogenpolitik in Amsterdam grundlegend ändern – und Touristinnen und Touristen den Zutritt zu Coffeeshops verwehren.
In einem Brief an den Stadtrat äußert sie ihre Sorge: Der illegale Handel mit Cannabis und weiteren Drogen sei in Amsterdam inzwischen kaum mehr kontrollierbar, schreibt die niederländische Zeitung „Het Parool“. Das Problem: Geld aus dem legalen Cannabis-Verkauf finde demnach „seinen Weg in die harte Drogenszene“, so das Blatt.
100 Coffeeshops müssten bei Touristinnen-Verbot schließen
Deutlich weniger Geld würden die Coffeeshops ohne zahlungsfreudige Touristinnen und Touristen einnehmen. Zum Vergleich: Rund eine Million Menschen wohnen in Amsterdam, hinzu kommen rund drei Millionen Reisende im Jahr, die einen Coffeeshop in Amsterdam aufsuchen.
Daher wünscht sich Halsema, dass nur noch niederländische Staatsbürger und solche, die langfristig in der Stadt wohnen, dort einkehren dürfen. Dem Partytourismus in Amsterdam dürfte diese Maßnahme einen herben Dämpfer verpassen.
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Auch für die Betreiber der Lokale hätte das drastische Konsequenzen: Das Onlinemagazin „NL Times“ hat ausgerechnet, dass 66 Coffeeshops ausreichen würden, um den Bedarf der Amsterdamerinnen und Amsterdamer an Cannabis zu decken. Rund 100 der aktuell 166 Geschäfte müssten dann voraussichtlich schließen.
Touristinnen-Verbot in Cannabis-Shops benötigt politische Mehrheit
Im Laufe des Jahres will Halsema einen Handlungsplan mit konkreten Vorschlägen zur Umsetzung ausarbeiten. Damit das Verbot für Touristinnen und Touristen durchgesetzt wird, benötigt die Bürgermeisterin eine Mehrheit im Stadtrat.
Laut „Berliner Morgenpost“ lehnen die linken Parteien den Ausschluss bislang ab, die Sozialdemokratische Partei wolle nur zustimmen, wenn zugleich ein Konzept für die Bekämpfung des Schwarzmarkts umgesetzt werde. (rnd)

