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Kalter Winter 2020/21„So was kommt nur alle 20 bis 50 Jahre vor“

2 min
winterwetter

In vielen Gegenden Deutschlands sind aktuell Schneepflüge im Einsatz. Das geschieht in diesem Maß nur sehr selten. 

Schneemassen, Eisregen, bittere Kälte – ein richtiger Winter halt so oder dramatische Abweichung von der Norm? Björn Goldhausen, Meteorologe des privaten Bonner Dienstes Wetter Online, hat die Phänomene eingeordnet.

Ist die Wetterlage extrem?

Seit dem Wochenende ist der Winter mit meterhohen Schneeverwehungen, Eisglätte und klirrender Kälte über große Teile des Landes hereingebrochen. Nach vielen überdurchschnittlich milden Wintern lässt das keinen unbeeindruckt. „Normal“ ist nur ein statistischer Mittelwert, an den sich das Wetter in den seltensten Fällen hält. Meist sind die Abweichungen nach oben oder nach unten groß und manchmal eben so wie jetzt sehr groß – also extrem.

Was sagt die Schneehöhe?

Vom Münsterland bis nach Sachsen liegen verbreitet 20 bis 50 Zentimeter Schnee. Für diese Regionen ist das extrem. Viele Stationen melden hier neue Allzeit- oder doch Monatsrekorde. Aber: Die Meldungen stammen von Automaten, und diese messen in eng begrenztem Radius.

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Fällt nun viel Schnee in Verbindung mit ordentlich Wind, entstehen große Verwehungen. Während es mancherorts dann quasi schneefrei ist, türmt sich die weiße Pracht wenige Meter weiter zwei Meter hoch auf. Entsprechend wenig repräsentativ sind diese automatischen Messungen derzeit. Große Abweichungen, sowohl nach unten als auch nach oben, sind die Regel.

Wie schlimm ist Eisregen?

In einem Streifen von Nordrhein-Westfalen über das nördliche Rheinland-Pfalz bis nach Hessen kam es am Wochenende zu extremem Eisregen. Dort ist alles teilweise zentimeterdick in Eis eingepackt. Bäume sind umgestürzt.

Eisregen_Baum_Ennepetal

Vögel sitzen auf einem mit Eis überzogenen Baum in Ennepetal.

Auswertungen ergaben Eisansätze an Gegenständen von sechs bis 20 Millimetern. Um solch eine heftige Eisregenlage zu finden, muss man weit in den Wettergeschichtsbüchern zurückblättern, bis zum 2. März 1987. Entsprechend ist auch dieses Ereignis als extrem einzustufen. In einigen Regionen ist man nur knapp an großen Stromausfällen vorbeigeschrammt.

Ist die Kälte ungewöhnlich?

So viele Nächte am Stück mit Tiefstwerten unter minus 15 Grad im Flachland gab es schon lange nicht mehr. Auch nicht die Tagesspitzenwerte im Flachland von minus zehn Grad. Da auch die kommenden Nächte besonders über Schnee eisig werden, ist davon auszugehen, dass die Allzeitrekorde wohl meist nur knapp verfehlt werden. Allein diese Feststellung macht die aktuellen Temperaturen zum Extremereignis.

Fazit: Extreme Wetterlagen sind durchaus normal. Dieser Winter aber geht wohl in die Geschichtsbücher ein, weil er so nur alle 20 bis 50 Jahre vorkommt. (RND)