- Ein Kommentar.
Berlin – Die erste Woche des Teil- Lockdowns ist fast vorbei. Und die Bevölkerung zieht noch mit – auch weil sie die politische Erzählung vom befristeten Herunterfahren des öffentlichen Lebens glauben will. Doch die Realität dürfte eine andere sein.
Werden die Beschränkungen Anfang Dezember aufgehoben, gehen die Infektionszahlen erneut kräftig nach oben. Besonders zum Weihnachtsfest und bei Silvesterpartys wird sich das Virus massenhaft verbreiten. Mitte/Ende Januar dürfte die Lage sein wie jetzt. Dann ist ein erneuter Lockdown nötig, um das Gesundheitswesen nicht zu überlasten und weitere Tote zu verhindern. Die Bundesregierung wird ein solches Szenario längst durchspielen.
Was soll das Herumdrucksen? Die Politik muss den Bürgern reinen Wein einschenken. Das Konzept, die Bevölkerung quasi über Nacht mit neuen Beschlüssen zu überrumpeln, um den Widerstand möglichst klein zu halten, wird nicht mehr funktionieren. Nötig ist eine Strategie, die die denkbaren Szenarien des Pandemieverlaufs in den kommenden Wochen und Monaten beschreibt und anhand klarer Kriterien die möglichen Reaktionen benennt.
Das hat nichts mit Panikmache zu tun. Das Gegenteil ist der Fall: Die Bevölkerung wird verunsichert, wenn man sie im Unklaren lässt. Die Menschen werden zermürbt, wenn ihre Hoffnungen immer wieder zerstört werden. Das wird am Ende dazu führen, dass die Zustimmung zu den verschiedenen Schutzmaßnahmen weiter schwindet. Das wäre fatal. So abgedroschen es klingt: Die Pandemie kann nur gemeinsam gemeistert werden.
