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Kommentar zu Bolsonaros Corona-InfektionHoher Preis für gefährliche Ignoranz

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Bereits vor einigen Wochen wurden 13 Mitglieder aus der Delegation von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro positiv auf Corona getest: Doch der Präsident spielt das herunter.

Nun hat es auch Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro erwischt. Ausgerechnet jener Präsident, der die Corona-Pandemie stets kleinredete und als „Grippchen“ verspottete, der gegen eine Maskenpflicht wetterte und dazu aufrief, Handel und Industrie wieder zu öffnen, als sich die Pandemie gerade erst so richtig ihren Weg durch Brasilien zu schlagen begann, hat sich das Virus nun selbst eingefangen. Für den 65-jährigen Rechtsaußen ist das ein erhebliches gesundheitliches Risiko. Seit einem Messerattentat im Wahlkampf 2018 gilt Bolsonaro als Hochrisikopatient, erlitt in Folge einer daraufhin notwendigen Operation eine Lungenentzündung.

Viel gravierender aber ist die innenpolitische Wirkung: Wenn nun ausgerechnet jener Verfechter an Covid-19 erkrankt, der das Virus stets verharmloste, dann gehen auch den fanatischsten Verteidigern die Argumente aus. Hinzu kommt, dass sich innenpolitisch weitere Brandherde zusammenbrauen: Das Bildungsministerium ist nach wie vor unbesetzt, nachdem sich vorgeschlagene Kandidaten durch gefälschte Lebensläufe selbst entzauberten und andere dankend ablehnten, weil sie um ihren Ruf besorgt waren. Diese Sorgen muss sich inzwischen auch der umstrittene Umweltminister Ricardo Salles machen, dessen Ablösung die Staatsanwaltschaft fordert, weil dieser mit seiner umweltfeindlichen Politik gegen die öffentlichen Interessen handele.

Bolsonaros Erkrankung ist auch ein Symbol für den Zustand der aktuellen brasilianischen Politik: Die Ignoranz gegenüber den Realität holt nun jene ein, die sich über Wissenschaft, Umweltschutz und Menschenrechte zu stellen versuchen. Doch das Coronavirus ist stärker. Diesen Preis haben in Brasilien schon mehr als 65.000 Tote zahlen müssen.