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Kommentar zu LockerungenSchule auf, Maske aber auch!

2 min
Restaurant Tische

Der Mitarbeiter einer Gaststätte rollt einen Stapel Stühle auf den Marktplatz.

Würden wir derzeit auf der Straße danach fragen, was wir an Pfingsten genau feiern, die häufigste Antwort wäre sicher: das wärmere Wetter und die Rückkehr der Außengastronomie.

Und tatsächlich haben wir uns die aufhellende Stimmung ja verdient: Monatelanger Stubenarrest, eisernes Einsiedlertum, häusliches Office und Schooling sowie augenfeindliches Online-Shopping haben die Corona-Inzidenz unter 70 und die Neuinfektionen unter 9000 gedrückt. Auch Jens Spahn, Gesundheitsminister und – angeblich – Experte für Feierlaune, gratulierte uns am Freitag zum dritten Wellenbruch samt Impfrekord.

Wer könnte also dagegen sein, dass sich die Landesregierungen – laut Bundesnotbremsengesetz wieder Herr der Infektionslage – ein paar Nettigkeiten überlegen: Kneipen wieder öffnen? Fußballfans ins Stadion? Shopping ohne Maskenpflicht? Wer bietet mehr?

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Spätestens bei der dritten Idee zeigte sich, dass es eine Menge Leute gibt, die etwas gegen allzu eilige Lockerungsübungen haben – etwa, weil sie ein paar Sätze weiter vorn dachten: Moment mal, 9000 Neuinfektionen am Tag? Das sind jeden Morgen 9000 Menschen, die eben noch gesund waren; womöglich schon Impftermine hatten und nun schwere Covid-Verläufe oder Schäden fürchten. 9000 Menschen, bei denen sich Ungeimpfte und Kinder anstecken können!

Man muss keine Bundesspaßbremse sein, um das einzusehen: Es gibt belastende Corona-Folgen wie Einsamkeit und wochenlanger Unterrichtsausfall. Da lohnt neben Vorsicht auch etwas Mut. Zum Übermut wird der aber, wenn man verkraftbare Maßnahmen wie Schnelltests, Abstand oder Masken schon jetzt infrage stellt.

Gerade wer gegen Impfpflicht und für schnelle Schulöffnung ist, muss einsehen, dass das Masketragen noch lange nicht abgeschafft werden sollte und – da kann man die eigenen Kindern schon mal vorwarnen - das Händewaschen wohl gar nicht mehr.