- Energiepreise steigen für private Haushalte um mehr als 20 Prozent.
- Statistiker melden ein Plus von fast einem halben Prozent im Vergleich zum Dezember.
- Teuerung bleibt trotz Wegfall von Basiseffekten hoch.
Die Inflationsrate lag im Januar bei 4,9 Prozent. Fast alles ist im Vergleich zum Vorjahr teurer geworden. Nahrungsmittel werden teurer, weil es zuletzt hierzulande und anderswo magere Ernten gab. Die Ursache war extremes und ungünstiges Wetter – der Klimawandel hinterlässt auch hier seine Spuren. Hinzu kamen auch für Landwirte erheblich höhere Kosten für Energie. Und damit ist der alles entscheidende Faktor genannt.
Beim Erdgas ging nach den Berechnungen der Statistiker beispielsweise in Hessen im Januar sogar um gut 77 Prozent nach oben, beim Heizöl waren es mehr als 50 Prozent und bei den Kraftstoffen gab es einen Aufschlag von gut einem Viertel. Die Preisexplosion bei den fossilen Rohstoffen wurde durch die steigende globale Nachfrage im Zuge der wirtschaftlichen Erholung ausgelöst. Als Booster kam der Ukraine-Konflikt hinzu. Russland hat weniger Gas in die Pipelines gen Westen gepumpt.
Was ist die Lehre aus den Zahlen?
Und viele Akteure auf den Rohstoffmärkten wetten darauf, dass sich die Lage weiter verschärft, was die Preise schon jetzt in die Höhe treibt. Dabei darf zudem nicht vergessen werden, dass Russland auch der wichtigste Öllieferant unter anderem für Deutschland ist. Was ist die Lehre aus den Zahlen? Sie zeigen, wie stark wir noch immer abhängig sind von Importen fossiler Energierohstoffe. Und da die Preise immer stärker von geopolitischen Entwicklungen abhängig sind – wie derzeit Putins Großmachtambitionen-, wird deren Auf und Ab immer unberechenbarer.
Eine bessere Werbung für erneuerbare Energien, die wir selbst produzieren, kann es gar nicht geben. Wärmepumpen für Häuser und Elektro-Antriebe für Autos werden zunehmend zu einer Absicherung gegen unkalkulierbare Preissprünge. Richtig ist zwar auch, dass Strom ebenfalls teurer geworden ist. Allerdings ist die Ursache dafür, dass noch immer viel zu wenig Strom mit Sonne und Wind und viel zu viel insbesondere mit Erdgas erzeugt wird. (rnd)



