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„Sie sind nicht die CDU!“Zorniger Ramelow gerät mit Maischberger aneinander

2 min
Maischberger Ramelow

Bodo Ramelow

  1. Bei „Maischberger. Die Woche“ ging es um das politische Beben von Thüringen.
  2. Zu Gast waren Bodo Ramelow (Die Linke), Elmar Brok (CDU), Werner Patzelt (Politikwissenschaftler), Cerstin Gammlin („Süddeutsche Zeitung“), Markus Feldenkirchen („Spiegel“) und Nikolaus Blome (Journalist).

Nach seiner Niederlage bei der Ministerpräsidenten-Wahl am Mittwoch voriger Woche hatte sich Bodo Ramelow zunächst zurückgezogen. An diesem Mittwoch tauchte der Linken-Politiker wieder auf, nämlich bei Sandra Maischberger in der ARD, und erklärte noch einmal genauer, warum er zuvor so still gewesen war. Der Triumph des FDP-Politikers Thomas L. Kemmerich mit Stimmen von CDU und AfD habe ihn „fassungslos gemacht“.

Dabei war nach wenigen Augenblicken klar: Der 63-Jährige war nicht nur zornig: Er ist es immer noch. Und er unternahm gar nicht erst den Versuch, seinen Zorn zu verbergen. Im Gegenteil.

Ramelow gerät mit Maischberger aneinander

Ramelow kritisierte die „Verächtlichmachung der Verfassungsorgane“ durch die AfD und dass er sich durch seinen Besuch bei der FDP-Fraktion im Vorfeld der Wahl „zum Trottel gemacht“ habe. Auch ließ der ehemalige Regierungschef keinen Zweifel daran, wie er Thüringens AfD-Partei- und Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke sieht: Dieser wolle den „demokratischen Rechtsstaat von innen aushöhlen“, sagte Ramelow – und beklagte, dass sich CDU-Leute dennoch mit AfD-Vertretern getroffen hätten.

Maischberger versuchte immer wieder mal nachzuhaken – beispielsweise mit Blick auf die Unrechtsstaatsdebatte oder die Frage, ob es nicht ein Fehler gewesen sei, sich ohne erkennbare Mehrheit im Landtag zur Wahl zu stellen. Doch Ramelow reagierte hart. In Sachen Unrechtsstaatsdebatte sagte er: „Ich weigere mich, über ein Stöckchen zu springen.“ Im Übrigen seien es doch CDU und FDP gewesen, die nicht mit der Linken hätten verhandeln wollen.

Kurzum: „Das, was am Mittwoch passiert ist, müssen andere erklären, nicht ich.“ Und überhaupt: „Der Wahlsieger aus Thüringen sitzt vor Ihnen.“

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Je länger das Gespräch dauerte, desto mehr gerieten sich Gastgeberin und Gast in die Haare. „Ich bin erstaunt, dass Sie mich einen sozialistischen Ministerpräsidenten nennen“, sagte Ramelow, nachdem Maischberger genau dies getan hatte. Wenige Augenblicke später fügte er hinzu: „Frau Maischberger, Sie sind nicht die CDU.“

Am Ende geben sich Maischberger und Ramelow die Hand

Das Interview endete mit der Erörterung dessen, was bevorsteht. Auch an der Stelle blieb Ramelow hart. Man könne aus seiner Sicht nur einen Weg gehen – ihn wieder ins Amt zu wählen – um später ausgehend von einer dann handlungsfähigen Regierung Neuwahlen einzuleiten. Gelinge dies nicht, „dann werden wir 150 Tage Wahlkampf haben ohne eine Landesregierung“.

Ramelow ist durchaus bekannt dafür, dass er ärgerlich werden kann. An diesem Abend war er es. Immerhin: Als nach einem heftigen Dialog alle Fragen gestellt und alle Antworten gegeben waren, gaben sich Frau Maischberger und Herr Ramelow die Hand. Es sah einigermaßen einvernehmlich aus.