Köln – Der ARD wurde zuletzt vorgeworfen, einen „Verstehen Sie Spaß?“-Einspieler zum Kinofilm „Liebesdings“ aufgrund vermeintlicher inhaltlicher Tabus zensiert zu haben.
Nun wurde der neue Film von Elyas M‘Barek im ARD-Frühstücksfernsehen bei „Live nach Neun“ erneut beworben - mit den entsprechenden Szenen.
Kritik nach zensiertem Teasing von „Liebesdings“ in der ARD
Der Umgang der ARD mit „Liebesdings“, dem neuen Film von Elyas M‘Barek, sorgte zuletzt für einiges Aufsehen und viel Kritik - bei „Verstehen Sie Spaß?“ sollen einige pikante Ausschnitte zensiert worden seien. Nun wurde die Kinokomödie erneut im Ersten vorgestellt, diesmal im Frühstücksfernsehen bei „Live nach Neun“ - mit oder ohne Klitoris?
„Heute startet in den Kinos der Film ‚Liebesdings‘, und die Zutaten sind sehr vielversprechend“, setzte „Live nach Neun“-Moderatorin Isabel Varell zu Beginn des kleinen Themenblocks an und zählte auf: „Elyas M‘Barek, Alexandra Maria Lara, Konflikte, Liebe, gesellschaftlich relevante Aspekte, die unterschiedlichen Formen von Hoden - und wie sieht eigentlich eine Klitoris aus?“
Im anschließenden Einspieler wurden dann bei „Live nach Neun“ diverse Trailer-Szenen aus dem Film gezeigt - darunter auch einige, deren Fehlen bei „Verstehen Sie Spaß?“ noch von der „Bild“-Zeitung bemängelt worden war: Man sieht Elyas M‘Barek mit überdimensionaler Klitoris-Mütze in einer Bar. Auch ein Trailerausschnitt, in dem Lucie Heinze als Theaterchefin Frieda von der „Klitoris“, dem „Orgasmus“ und „den unterschiedlichsten Formen von Hoden“ spricht, ist im „Live nach Neun“-Einspieler gelandet.
SWR-Sprecher: Keine „Tabus“ bei „Verstehen Sie Spaß?“
Die pikanteren Trailer-Momente aus „Liebesdings“ hatte man in der „Verstehen Sie Spaß?“-Ausgabe vom 25. Juni nicht gesehen, auch das Sofagespräch zwischen Moderatorin Barbara Schöneberger und Elyas M‘Barek soll geschnitten worden sein. Angeblich, so berichtete die „Bild“-Zeitung, wurden Teile aus der Samstagabendsendung entfernt, in denen der Schauspieler den Begriff „Klitoris“ verwendete. In anschließenden Medienberichten war vereinzelt von Zensur die Rede.
Gegenüber der Zeitung erklärte ein SWR-Sprecher nach den Zensurvorwürfen, das Kürzen des „Liebesdings“-Trailers bei „Verstehen Sie Spaß?“ sei eine „dramaturgische Entscheidung“ gewesen. „Inhaltliche Tabus spielten dabei, auch bei der redaktionellen Kürzung des Talks, keine Rolle.“
Elyas M‘Barek äußert sich nach Kritik an „Verstehen Sie Spaß?“
Nach der „Verstehen Sie Spaß?“-Kontroverse hatte sich auch „Liebesdings“-Hauptdarsteller Elyas M‘Barek gegenüber der Zeitung geäußert: „Das ist in meinen Augen keine Diskussion mehr für das Jahr 2022. Wir sollten viel mehr darüber sprechen und viel unverkrampfter mit weiblicher Sexualität umgehen und auch generell mit Sexualität an sich. Dieses Thema gehört, wie alle anderen auch, zum Leben.“
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In der Komödie „Liebesdings“ von Regisseurin und Drehbuchautorin Anika Decker spielt Elyas M‘Barek einen Filmstar, der von der Klatschpresse auf Schritt und Tritt verfolgt wird. Auf der Flucht vor dem Blitzlicht landet er schließlich in einem feministischen Theater, das kurz vor der Schließung steht. (rnd)


