Der Herbst bringt Regen, Pfützen und nasses Laub mit sich. Wer dann mit durchweichten Schuhen unterwegs ist, verliert schnell die Lust am Spaziergang oder am Weg zur Arbeit. Ein Sneaker mit Wasserschutz kann hier helfen. Doch nicht jeder Schuh, der als wasserfest beschrieben wird, hält dasselbe aus. In diesem Beitrag stellen wir Angebote von fünf Marken vor und nennen jeweils Vorteile und Nachteile. Grundlage sind die Angaben der Hersteller sowie ein unabhängiger Test, soweit verfügbar.
Wasserfest, wasserdicht, wasserabweisend: Was die Begriffe bedeuten
Die Begriffe werden im Handel nicht einheitlich verwendet. Ein wasserabweisender Schuh kann leichte Feuchtigkeit eine Zeit lang abhalten. Modelle mit der Angabe „wasserdicht“ sind für einen stärkeren Schutz gegen eindringendes Wasser ausgelegt. Häufig arbeiten sie mit einer integrierten Membran, die Wasser von außen abhält und Feuchtigkeit von innen nach außen weitergibt. Das beschreibt der Laufschuh-Test des Magazins RunRepeat für Membranen im Allgemeinen, etwa für die bekannte Gore-Tex-Membran. Die Bezeichnung allein sagt jedoch wenig über die verwendete Technik aus. Deshalb lohnt sich der Blick in die Produktdetails.
Skechers: Slip-ins mit Herstellerangabe „100 % Waterproof“
Skechers führt eine eigene Kategorie für wasserdichte Schuhe. Ein Beispiel ist der Slip-ins Waterproof GO WALK Flex. Der Hersteller beschreibt ihn als Schnürschuh mit Fersenkissen, Obermaterial aus Mesh und Synthetik mit laut Hersteller zu 100 % wasserdichter Breathe-Easy-Technologie sowie einer Memory-Foam-Innensohle.


Als Vorteil nennt der Hersteller die Dämpfung und das Fußklima im Schuh. Als Nachteil ist zu sehen, dass die Angabe „100 % Waterproof“ eine Herstellerangabe ist und nicht von einer unabhängigen Stelle geprüft wurde. Ob der Schuh auch bei Dauerregen oder tiefen Pfützen dicht bleibt, lässt sich aus den Angaben nicht ableiten.
On Running: Waterproof-Modelle mit Membran
On führt eine eigene Kategorie mit wasserdichten Modellen. Dazu gehören laut Hersteller der Cloudhorizon 2 Waterproof für 200 Euro und der Cloudrock Low Waterproof für 190 Euro. Der Hersteller nennt beide Modelle für Wandern und Wetter mit Nässe.


Der Cloud Waterproof wurde von RunRepeat getestet. Das Testteam lobt den Schutz vor Nässe und den Komfort auf Asphalt, kritisiert aber, dass das Obermaterial wenig atmungsaktiv ist. Deshalb eigne sich das Modell nicht für warme Tage. Zudem sei die Mittelsohle recht hart und die Stabilität eingeschränkt. Das Testteam empfiehlt das Modell für kühle, nasse Bedingungen und für Personen mit schmalen Füßen.
adidas: Gore-Tex-Sneaker
adidas führt eine eigene Kategorie mit wasserdichten Sneakern mit Gore-Tex-Membran. Gore-Tex beschreibt seine Membran als wasserdicht und zugleich atmungsaktiv.

Als Vorteil gilt die Gore-Tex-Membran, die sich bei vielen Herstellern als Kennzeichnung für wasserdichte Schuhe etabliert hat. Ein Nachteil: Membranschuhe können bei warmem Wetter und starker Belastung wärmer werden als Modelle ohne Membran. Einzelne Modelle sollten Sie deshalb anhand der Produktbeschreibung auf Schaft, Gewicht und Einsatzzweck prüfen.
Geox: Waterproof-Sneaker der Amphibiox-Linie
Geox führt die Linie Amphibiox für Herren mit wasserundurchlässigen Schuhen. Laut Herstellerseite stehen 49 Produkte zur Auswahl, davon 17 Sneaker. Zum Zeitpunkt unserer Recherche lagen die Preise der Sneaker zwischen 130 und 160 Euro. Beispiele sind der SPHERICA 4X4 ABX HERR für 150 bis 160 Euro, der SPHERICA ACTIF X2 ABX HERR für 160 Euro und der SENALES ABX HERR für 130 bis 140 Euro.

Als Vorteil gilt die klare Kennzeichnung der Wasserdichtigkeit in der Produktbezeichnung und die große Auswahl an Sneakern. Ein Nachteil ist das vergleichsweise hohe Preisniveau. Zudem sind die Angaben zur Membran auf der Herstellerseite weniger detailliert als bei Gore-Tex-Modellen.
Jack Wolfskin: Texapore-Technologie mit Pflegeservice
Jack Wolfskin setzt bei wasserdichten Schuhen auf die Texapore-Membran und führt eine eigene Kategorie für wasserdichte Schuhe. Das Unternehmen bietet nach eigenen Angaben einen Imprägnierservice und einen Reparaturservice an.

Als Vorteil kann der Service die Lebensdauer des Schuhs verlängern. Ein Nachteil ist, dass die Kategorie vor allem Wander- und Walkingschuhe umfasst. Für den reinen Stadtalltag sind schlichtere Sneaker oft die passendere Wahl.
Vergleich auf einen Blick
Im Vergleich zeigen sich deutliche Unterschiede bei Technik und Preis. Skechers setzt beim Slip-in GO WALK Flex auf die Herstellerangabe „100 % Waterproof“ mit Breathe-Easy-Technologie, einen Preis nennt der Hersteller für dieses Modell nicht. On bietet mit dem Cloudhorizon 2 Waterproof ein Modell für 200 Euro an, das laut Hersteller zur Waterproof-Kategorie gehört.
adidas kennzeichnet seine wasserdichten Sneaker mit der Gore-Tex-Membran, konkrete Preise nennt die Kategorieseite nicht. Geox liegt mit den Amphibiox-Sneakern im Bereich von 150 bis 160 Euro, etwa beim SPHERICA 4X4 ABX HERR. Jack Wolfskin setzt auf die Texapore-Membran und gibt für die Kategorie keinen Einzelpreis an. Insgesamt verwenden die Marken unterschiedliche Membranen, und ein direkter Preisvergleich ist nur bei On und Geox anhand der Herstellerangaben möglich.
Fazit: Die Membran entscheidet mehr als das Markenlogo
Wasserfeste Sneaker sind im Herbst eine praktische Wahl, wenn Sie häufig bei Regen unterwegs sind. Entscheidend sind die konkrete Technologie, das Einsatzgebiet und die Passform. Wer vor allem im Stadtalltag unterwegs ist, sollte auf Sneaker mit Membran und flacher Sohle achten. Wer auf unebenem Gelände läuft, findet eher in Wander- und Trailmodellen eine passende Lösung.
Achten Sie beim Kauf auf die genaue Modellbezeichnung, die angegebene Membran und die Größentabelle des Anbieters. Eine regelmäßig erneuerte Imprägnierung hält die Wasserabweisung der Oberfläche länger aufrecht.

