Abo

Hector vor ComebackKölns Kapitän stellt sich selbst auf

3 min
Neuer Inhalt

Der FC-Kapitän und sein Stellvertreter: Jonas Hector (l., daneben Marco Höger) könnte am Samstag in Mainz sein Comeback geben.

Köln – Markus Gisdol, davon ist auszugehen, hat in seiner Trainerkarriere nur selten oder gar nicht einen derartigen Freifahrtschein für einen seiner Spieler ausgestellt, so wie er dies am Donnerstagmittag tat. Jonas Hector, der Kapitän des 1. FC Köln, darf sich im Prinzip selbst aufstellen, diese Interpretation ließen die Aussagen von Gisdol zu. Kleine Einschränkung: Der langjährige Nationalspieler muss selbst zur Erkenntnis gelangen, ob er sich auch wieder fit genug fühlt für ein Mitwirken im so wichtigen Kellerduell der Kölner am Samstag (15.30 Uhr) beim FSV Mainz 05.

Hector  steht somit nach zweieinhalb Monaten Verletzungspause  vor dem Comeback. Der 30-Jährige, der sich am 26. September beim Spiel in Bielefeld (0:1) ein Schleudertrauma zugezogen hatte, war am Dienstag ins Mannschaftstraining eingestiegen. „Wir haben Jonas Stück für Stück integriert, jetzt ist wieder komplett dabei. Er macht körperlich einen richtig guten Eindruck. Das ist bisher top und schön zu sehen. Die Mannschaft hat sich unheimlich  gefreut“, sagte Gisdol und unterstrich damit den Stellenwert des öffentlich oft so zurückhaltenden Kapitäns innerhalb der Mannschaft. Der Trainer verlässt sich in der Einschätzung, ob es für Hector konditionell und nach der ungewöhnlichen Verletzung auch mental reicht, auf das Urteilsvermögen seines Spielers. „Ob er ein Thema für das Wochenende ist, das entscheidet Jonas ganz alleine. Er ist unser Kapitän und sehr erfahren. Wir können uns auf Jonas und seine Meinung verlassen. Wenn er bereit ist, dann ist unser Kapitän wieder dabei“, sagte Gisdol.

Das könnte Sie auch interessieren:

Sollte Hector sogar auf Anhieb in die Startelf zurückkehren, entstünde die Frage, auf welcher Position er begänne. Zuletzt überzeugten Ellyes Skhiri und Salih Özcan im defensiven Mittelfeld. Möglich ist aber auch, dass Hector in einer Fünferkette auf der linken Seite zum Einsatz kommt. „Jonas ist für uns normalerweise auf der Sechs oder der Acht wichtig. Ich bin dankbar, dass er auch in der Viererkette oder Fünferkette außen spielen kann“, sagte Gisdol, der bis auf  Rafael Czichos und Florian Kainz keine  Ausfälle zu beklagen hat. Zur Freude des Trainers: „Die Konkurrenz drückt von allen Seiten, jeder will ran. Einer Mannschaft tut das gut.“

Nach vier Punkten aus den vergangenen beiden Spielen gegen die starken Gegner Dortmund (2:1) und Wolfsburg (2:2) steht der FC nun vor einem richtungsweisenden Duell gegen einen Gegner auf vermeintlicher Augenhöhe. Mainz ist mit zwei Punkten Rückstand auf den FC Vorletzter. Gisdol will aber weder die Bedeutung der Partie zu hochhängen noch seine Mannschaft anders vorbereiten als zuletzt. „Wir sollten das Spiel in Mainz nicht anders angehen. Es ist ein Spiel wie jedes andere. Wir müssen uns auf unsere Leistung konzentrieren.“

Während Gisdol mit seiner Mannschaft den zarten Aufwärtstrend fortsetzen will, ist Sportchef Horst Heldt bestrebt, den Klub  im Umfeld der Mannschaft auf wichtigen Positionen neu aufzustellen.

Chefscout Kronhardt verlässt den FC schon wieder

Heldt bestätigte, dass Chefscout Willi Kronhardt den Klub spätestens zum 30. Juni verlässt. „Wir hatten ein Gespräch und ich habe ihm mitgeteilt, dass wir seinen Vertrag zum 31. Juli 2021 nicht verlängern. Wir sind weiterhin in Gesprächen, die Zusammenarbeit sogar früher zu beenden.“ Ex-Profi Kronhardt hatte auf Betreiben des früheren FC-Sportchefs Armin Veh erst im Frühsommer 2019 Manfred Schmid als Chefscout abgelöst, nun trennen sich beide Seiten schon wieder. Der „Express“ hatte zuerst berichtet.

Neuer Inhalt

Chefscout Willi Kronhardt verlässt den FC schon wieder. Der Ex-Profi war erst im Frühsommer 2019 nach Köln gewechselt.

Auf die Gründe der Trennung wollte Heldt nicht näher eingehen.  „Es ist aber alles gut zwischen uns, wir wollen uns neu ausrichten“, sagte Heldt. Der Klub mache sich personell und strukturell Gedanken. „Das Gesamtgerüst steht aber noch nicht, deshalb möchte ich da erstmal nicht weiter drauf eingehen. Da brauchen wir etwas Zeit, und die nehmen wir uns.“