Beim 1. FC Köln dürfen künftig nur noch Mitglieder Dauerkarten besitzen. Das haben die Mitglieder entschieden – sie haben jedes Recht dazu.
Dauerkarten„Die Mitglieder entscheiden“ – Der 1. FC Köln bleibt sich treu


Die Fans des 1. FC Köln im Rhein-Energie-Stadion.
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Dass jeder Dauerkarteninhaber, der bislang kein Mitglied war, zum vergangenen Wochenende vom 1. FC Köln eine Mail erhielt, die sich las wie eine Kündigung nicht nur der Dauerkarte, sondern der Freundschaft gleich mit, war ein Fehler. Aber nur in der Tonalität. Inhaltlich gibt es am Vorgang wenig zu kritisieren. Denn die 1. FC Köln Fußball-GmbH, die ihre Bundesligaspiele im stets ausverkauften Stadion austrägt, gehört dem Verein und damit seinen Mitgliedern. Die Mitglieder des Vereins entscheiden, wer ins Stadion kommt. So soll es sein.
Dass nur 18.000 von 165.000 Mitgliedern an der Umfrage teilgenommen haben, klingt nach wenig. Es ist aber das gute Recht jedes Mitglieds, sich nicht zu beteiligen – und wer schweigt, akzeptiert das Ergebnis. So funktioniert Demokratie, auch im Fußballverein.
Der neue Vorstand hat sich unter der Voraussetzung ins Amt wählen lassen, auf seine Mitglieder zu hören. Offenbar – und das scheint viele zu überraschen – fühlen sich Jörn Stobbe und seine Mitstreiter an ihre Versprechen gebunden. Ein Ansatz war nun, die Mitglieder zu fragen, ob der Besitz einer Dauerkarte an eine Mitgliedschaft gekoppelt sein sollte. Die Antwort war ein klares Ja. Es waren also keine finsteren Mächte des Kommerzfußballs am Werk, die neue Kunden ins Stadion holen wollten, die frisches Geld im Fanshop ließen. Im Gegenteil wird Finanzchef Philipp Türoff künftig mit dem Ticketverkauf weniger einnehmen – schließlich erhalten Mitglieder ihre Dauerkarten zum ermäßigten Preis, während ihre Beiträge an den e.V. fließen.
Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand schon eine Dauerkarte hatte, als der Gang ins Stadion noch keine Mode war. Diesen Treuedienst hat jeder Fan freiwillig geleistet – und in der Regel gern. Niemand muss so tun, als sei er früher gegen seinen Willen und nur zum Ruhme des Vereins ins Stadion gegangen. Immerhin gab es in den Siebzigern und Achtzigern nicht nur ein halbleeres Stadion – sondern zeitweise auch richtig guten Fußball.
