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5000 Fans betroffen1. FC Köln verschärft Regeln für Dauerkarteninhaber

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Regelmäßig ausverkauft ist das Rhein-Energie-Stadion.

Regelmäßig ausverkauft ist das Rhein-Energie-Stadion.

Der 1. FC Köln spricht Tausenden Dauerkarteninhabern die Kündigung aus. Um ihren Stammplatz im Rhein-Energie-Stadion zu behalten, müssen sie Mitglied beim FC werden. 

Dauerkarteninhaber, die bislang kein Mitglied des 1. FC Köln sind, dürften am Freitagmittag beim Blick in ihr Postfach nicht schlecht gestaunt haben. Der Bundesligist überbrachte ihnen die überraschende Nachricht, dass ihre Dauerkarte gekündigt wird. Sichern können sie sie nur, wenn der Stammplatz im Rhein-Energie-Stadion zur kommenden Saison mit dem Erwerb einer Mitgliedschaft verknüpft wird. Damit folgt der FC nach eigenen Angaben dem Ergebnis einer Umfrage, an der im April 18.000 Mitglieder teilnahmen.

„Eine wichtige Erkenntnis der Umfrage: 72 Prozent der teilnehmenden Mitglieder haben sich dafür ausgesprochen, dass der Besitz einer Dauerkarte künftig nur Vereinsmitgliedern vorbehalten ist“, lautet die zentrale Botschaft des Schreibens. Rund 5000 Dauerkarteninhaber sind von der neuen Regelung betroffen. Das entspricht fast jedem fünften der insgesamt 25.500 Jahrestickets. Die Gründe für den hohen Anteil seien „vielfältig und sehr individuell“, erklärte der FC.

Als Verein mit mehr als 165.000 Mitgliedern, die zum Teil seit vielen Jahren auf der Warteliste für Dauerkarten stehen, werden wir unserer Verantwortung gerecht und binden auf Basis des Umfrageergebnisses alle Dauerkarten ab der Saison 2026/27 an eine Mitgliedschaft.
1. FC Köln

Eintrittskarten für ein FC-Heimspiel sind ein äußerst begehrtes Gut. Aktuell stehen 45.000 Fans auf der Warteliste für eine Dauerkarte. Da jedes Jahr nur wenige Plätze frei werden, beträgt die Wartezeit oft viele Jahre oder sogar Jahrzehnte. Wer seine Dauerkarte beim FC aufgibt, trifft je nach Alter eine Entscheidung fürs Leben. Als das Rhein-Energie-Stadion kurz nach der Jahrtausendwende umgebaut wurde, war eine derartige Entwicklung nicht abzusehen. Das Fassungsvermögen von 50.000 Zuschauern galt damals als passende Größe. Doch die Zeiten haben sich geändert. Trotz sportlich überwiegend trister Jahre ist der Ansturm auf Tickets so groß, dass der FC nach eigenen Berechnungen inzwischen 75.000 Besucher pro Heimspiel begrüßen könnte.

Kein Wunder also, dass neben der sportlichen Entwicklung kaum ein anderes Thema Mitglieder und Fans in Köln so sehr bewegt wie das Ticketing. Als mitgliedergeführter Verein sieht sich der FC in der Verantwortung, dem Votum seiner Mitglieder zu folgen: „Als Verein mit mehr als 165.000 Mitgliedern, die zum Teil seit vielen Jahren auf der Warteliste für Dauerkarten stehen, werden wir unserer Verantwortung gerecht und binden auf Basis des Umfrageergebnisses alle Dauerkarten ab der Saison 2026/27 an eine Mitgliedschaft“, teilte der Klub mit.

1. FC Köln stellt sich offenbar auf Gegenwind der Fans ein

Für Dauerkarteninhaber ohne Mitgliedschaft hat das zur Folge, dass ihr Ticket zunächst zum 30. Juni gekündigt wird. Wer seinen Stammplatz behalten möchte, muss seine Dauerkarte bis zum 15. Juni neu bestellen und obendrein bis zum 31. Juli eine Mitgliedschaft beantragen. Die finanziellen Vorteile des FC dürften überschaubar sein. Die dem e.V. zugutekommenden Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen werden zwar steigen. Doch wer Mitglied ist, erhält beim Erwerb einer Dauerkarte umgekehrt einen vergünstigten Preis, der wiederum auf das Konto der für die Profi-Abteilung zuständigen GmbH & Co.KG fließt.

Beim FC stellt man sich offenbar auf Gegenwind ein. „Dieser Schritt mag für Dich gefühlsmäßig irgendwo zwischen erwartbar, überraschend und unvorstellbar liegen – und das können wir absolut nachvollziehen. Die Anpassung stellt allerdings eine faire und transparente Vergabe von Dauerkarten sicher, die sich ein Großteil der Mitglieder, die an der Umfrage teilgenommen haben, wünscht“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Um leere Plätze im Rhein-Energie-Stadion zu vermeiden, überprüft der FC seit der Saison 2024/25 zudem die Nutzung der Dauerkarte. Bislang musste jede Dauerkarte bei mindestens zwölf der 17 Heimspiele genutzt werden. Diese Zahl wird zur kommenden Saison auf 14 erhöht. „Als Nutzung gelten auch die private Weitergabe sowie der Verkauf über die Ticketbörse“, erläuterte der FC, der vor einem Jahr rund 150 Dauerkarteninhabern die Kündigung ausgesprochen hatte.