Verantwortliche äußern sich euphorisch über den 18-jährigen Engländer – 5:0-Testspielsieg über FC Rheinsüd
FC-Test gegen RheinsüdDie Attraktion des Tages sitzt auf der Tribüne

Said El Mala setzte am Samstag zwar einige Akzente, blieb jedoch ohne eigenen Treffer.
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René Wagner brauchte nicht viele Worte, um das 5:0 (2:0) des 1. FC Köln im ersten Test des Sommers gegen den FC Rheinsüd einzuordnen. „Man hat in Phasen gesehen, dass es eine harte Trainingswoche war. Aber die Jungs haben keinen Ball aufgegeben“, sagte der Cheftrainer nach dem Spiel im mit 3600 Zuschauern bemerkenswert gut gefüllten Südstadion.
Der Bezirksligist erzielte ein Ergebnis, das aus Sicht des Bundesligisten an die Grenze zur Blamage reichte, doch am Ende der ersten Trainingswoche wollte René Wagner es nicht grundsätzlich machen. „Dass es im letzten Drittel schwierig ist gegen eine Mannschaft, die mit elf Mann den Strafraum verteidigt, wissen wir alle. Trotzdem haben wir uns viele Chancen erspielt, müssen das Tor aber öfter treffen“, räumte er ein.
Vor auf den Tag genau einem Jahr hatte der damalige FC-Trainer Lukas Kwasniok nach dem 2:2 gegen den späteren Drittliga-Aufsteiger Fortuna Köln noch eher eskalierende Worte gefunden und Teilen seines Kaders spontan die Tauglichkeit abgesprochen: „Bei einigen reicht es noch lange nicht für die Bundesliga, bei anderen reicht es nicht mehr“, sagte Kwasniok am Abend vor der Abreise ins Trainingslager nach Österreich.
In diesem Jahr ist die Vorbereitung eine Woche länger. Köln trainiert in den kommenden Tagen am Geißbockheim und bestreitet am Donnerstag (18 Uhr, Belkaw-Arena) noch einen Test gegen den Regionalligisten SV Bergisch Gladbach 09, ehe die Mannschaft ins Trainingslager nach Kitzbühel reist. Die Kölner werden in besserer Stimmung in die zweite Woche der Vorbereitung gehen als vor einem Jahr.
Luca Waldschmidt brachte den Bundesligisten nach einer Viertelstunde in Führung, Youssoupha Niang (27.) erhöhte noch vor der Pause. Nach dem Seitenwechsel trafen Marius Bülter (59.), Malek El Mala nach einer Stunde nach sehenswerter Aktion und erneut Bülter (69.) per Foulelfmeter.
Dass es im letzten Drittel schwierig ist gegen eine Mannschaft, die mit elf Mann den Strafraum verteidigt, wissen wir alle. Trotzdem haben wir uns viele Chancen erspielt, müssen das Tor aber öfter treffen
Die eigentliche Attraktion saß allerdings auf der Tribüne: Reigan Heskey sah sich das Spiel seiner neuen Kollegen an. Der 18-jährige Engländer hatte am Freitag seinen Vertrag beim FC unterschrieben. Heskey, Sohn der Premier-League-Legende Emile Heskey (516 Spiele/110 Tore), sorgte dafür, dass die Laune des Kölner Cheftrainers am Samstag ungefährdet war. „Ich bin brutal froh. Wir waren nicht die einzigen, die ihn wollten. Er ist auf seiner Position europaweit eines der größten Talente. Es macht uns alle stolz, dass er sich für uns entschieden hat“, sagte Wagner.
Tags zuvor hatte sich Thomas Kessler schon in fast euphorischen Worten zitieren lassen. „Reigan hat sich in den vergangenen Jahren bei Manchester City hervorragend entwickelt und zählt mit seinen Qualitäten international zu den besten Offensivspielern seines Jahrgangs. Jetzt geht es darum, seine außergewöhnlichen Qualitäten in den Profifußball zu übertragen“, sagte der FC-Geschäftsführer.
„Ich wollte unbedingt zum 1. FC Köln kommen, um den nächsten Schritt in meiner Karriere zu machen. Ich freue mich auf die Herausforderung in der Bundesliga und will die Chance nutzen, mich hier zu beweisen. Ich bin bereit“, sagte Heskey, der am Samstag ausdauernd Autogramme schrieb und damit viele Kinder glücklich machte. „Mich hat er auch glücklich gemacht“, merkte FC-Vizepräsident Ulf Sobek im Vorbeigehen an und lachte. Die Hoffnungen sind groß.
Heskey unterschrieb einen Vertrag bis 2030 mit einer Option auf ein weiteres Jahr. Die Ablösesumme beträgt zunächst rund 2 Millionen Euro, kann aber durch Erfolgsbeteiligungen auf bis zu 8 Millionen Euro steigen, hieß es aus England. Zudem habe City eine Weiterverkaufsbeteiligung, eine Rückkaufoption sowie ein Vorkaufsrecht für den Fall, dass Heskey in der Bundesliga durchstartet. Die englische „Sun“ berichtete überrascht über den Wechsel eines der größten Talente des Landes zu einem Klub, der in der vergangenen Saison nur mit Mühe den Bundesliga-Abstieg vermieden habe, und schrieb von einem „Schock-Transfer“.

Reigan Heskey stand den FC-Fans am Samstag für Fotos und Autogramme zur Verfügung.
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Heskey erhält beim FC die Rückennummer Elf, die Spieler wie Karl-Heinz Thielen, Hannes Löhr, Klaus Allofs oder Thomas Häßler trugen. Dennoch mahnte Wagner auch zur Geduld. „Es geht jetzt darum, den Jungen langsam an den Seniorenfußball zu gewöhnen. Er muss seine ersten Schritte auf dem Niveau einer ersten Liga machen.“ Der Eindruck ist jedenfalls positiv. Wagner sagte, der Angreifer sei ein „supercooler Typ. Noch ein bisschen ruhig, aber das kriegen wir hin, da wird die Mannschaft ihm helfen. Bodenständig, toller Typ. Wir freuen uns auf den Spieler.“ Auch die sportlichen Qualitäten liegen auf der Hand: „Brutales Tempo, brutales eins gegen eins, super Abschluss. Ein Spieler, der im letzten Drittel den Unterschied ausmachen kann. Am Ende brauchen wir Jungs, die abschließen können. Reigan soll einer davon werden“, beschrieb der Trainer, der sich noch nicht auf eine Position festlegen wollte.
Am stärksten gilt Heskey auf dem linken Flügel. Dort ist allerdings ein weiteres Ausnahmetalent eingeplant: Said El Mala.

