Auf Kremer geht unter anderem die Entstehung des Geißbockheims zurück. Außerdem war er an der Gründung der Fußball-Bundesliga beteiligt.
150 aus 150Franz Kremer war der erste Präsident des 1. FC Köln

Der stets distanziert auftretende Präsident führte den Club wie ein Vollzeitmanager.
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 116. Teil der Serie geht es um den FC-Präsidenten Franz Kremer.
Bedeutung
Franz Kremer war der erste Präsident des 1. FC Köln und gilt als „Vater der Bundesliga“. 1931 bis 1940 leitete er bei der Kaufhalle als Geschäftsführer mehrere Kaufhäuser. Im Krieg wurde er vom Militärdienst zurückgestellt, aber als Zivilangestellter von der Marine in Frankreich dienstverpflichtet. 1945 stieg er für wenige Monate bei der Kaufhalle ein und war 1946 bis 1947 Geschäftsführer der Rheinischen Fleisch-, Fett-, Butter- und Eierversorgung GmbH in Bonn.
Franz Kremer
Geboren: 30. Juli 1905 in Köln
Gestorben: 11. November 1967 in Köln
Um unabhängiger zu werden, übernahm Kremer Handelsvertretungen und gründete eine Firma für Werbeartikel. Sportpolitisch erfolgreich war das DFB-Vorstandsmitglied mit der von ihm 1963 durchgesetzten Bundesliga, die von den Fußballfans von Anfang an begeistert angenommen wurde.
Wirken in Köln
Kremer trat 1919 in den Kölner Ballspiel Club (KBC) ein, wechselte aber 1926 zum KHTC Stadion Rot-Weiß, wo er bis 1933 blieb. 1945 erfolgte der Wiedereintritt beim KBC und zwei Jahre später die Wahl zum Präsidenten. Kremer war 1948 mitverantwortlich für die Fusion mit der Spielvereinigung Sülz 07 zum 1. FC Köln. Der Club war erfolgreich und gewann 1962 sowie 1964 die deutsche Meisterschaft. Der stets distanziert auftretende Präsident führte den Club wie ein Vollzeitmanager.
Damals waren die Spieler noch keine Profis. Daher beriet er sie finanziell und kümmerte sich um ihre Altersvorsorge. Auf ihn geht die Entstehung des Geißbockheims und der Trainingsanlagen im Grüngürtel zurück. Zur Bewirtschaftung gründete er die Geißbock GmbH. Kremer nutzte seine Wirtschaftskontakte und warb finanzkräftige Spender ein. Er galt als „aufgeklärter Alleinherrscher“: durchsetzungsstark, nicht bei allen beliebt, aber erfolgreich.
Bemerkenswert
Der Liebhaber dicker Zigarren und französischer Küche hörte abends Musik von Tschaikowsky, ging spät ins Bett und stand spät auf. Kremer konnte am Schluss aus Gesundheitsgründen die Auswärtsspiele des FC nicht besuchen. Er starb nach Abschluss einer siegreichen Partie in Frankfurt vor dem heimischen Radio. Tausende kamen zur Trauerfeier.
Spuren in der Stadt
Das Stadion neben dem Geißbockheim und die Allee dorthin sind nach ihm benannt. Sein Grab ist auf dem Südfriedhof.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
