Der Nachhaltigkeitsanspruch der Bayer AG passe nicht zu den Plänen in Monheim, so das Bündnis der Gegner.
Campus-Bürgerbegehren MonheimBayer 04 Leverkusen überlegt noch, Gegner beklagen hohen Druck

Bayer-04-Campus in Monheim, Version aus Mai 2026. Foto: rendertaxi GmbH, Alexander Pfeiffer und Felix Volland
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Als letzte Möglichkeit, wie Bayer 04 seinen gewünschten Monheimer Trainings-Campus über ein Bebauungsplanverfahren noch anschieben kann, brachte Bayer-04-Geschäftsführer Sport, Simon Rolfes, in der vergangenen Woche ein mögliches Bürgerbegehren ins Gespräch.
Bis zum Montag sei noch kein Antrag auf ein Bürgerbegehren eingegangen, sagt ein Sprecher der Stadt Monheim.
Das weitere Vorgehen sei noch nicht entschieden, schreibt ein Sprecher auf Anfrage. Die Bewertung der möglichen Optionen werde noch einige Tage in Anspruch nehmen. Ein Bürgerbegehren könne der Klub als Vorhabenträger allerdings ohnehin nicht einleiten. Dieses Instrument sei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Monheim vorbehalten.
Die Entscheidung im Monheimer Rat, in dem eine Mehrheit aus CDU, SPD und Grünen das von Bayer 04 gewünschte Bebauungsplanverfahren für ein Profi-Leistungszentrum abgelehnt hat, hallt aber weiter nach.
Bayer 04 hat noch nicht entschieden, wie sie weiter vorgehen wollen.
Am Sonntag meldete sich das übergreifende Aktionsbündnis „Unser Wasser – unsere Landschaft“ mit einem Brief zu Wort und spricht sich darin weiterhin entschieden gegen den Bayer-04-Campus in Monheim aus. Zu den Unterstützern des Aktionsbündnisses gehören die Ortsverbände von CDU, SPD und Grünen aus Langenfeld und Monheim, die BUND-Kreisgruppe Mettmann und die Ortsbauernschaft Langenfeld/Monheim.
Kritik äußert das Aktionsbündnis an der Bayer AG, die angedroht hatte, wegen der Ablehnung eines B-Planes Konsequenzen gegen Monheim zu prüfen: Die Bayer AG betone sonst immer, Nachhaltigkeitsziele tief in der Konzernstruktur verankert zu haben, schreiben die Unterzeichner, weil internationale Großinvestoren ihre Entscheidungen heute zunehmend an ökologischen und sozialen Kriterien ausrichteten. Dieser Anspruch passe nicht zu den Monheimer Plänen des Konzerns. „Wirkliche Verantwortung würde Bayer zeigen, wenn der Campus in Leverkusen entstünde“, schreibt das Bündnis.
Laut einem Fachbeitrag des LANUK sei Monheim jetzt schon die Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf mit dem höchsten Anteil an besonders hitzebelasteten Einwohnern (80 Prozent). Dringender Handlungsbedarf bestehe. Als Vergleich nennt das Aktionsbündnis die Leverkusener Zahl. Dort seien 48 Prozent der Einwohner besonders hitzebelastet.
Es erscheine grotesk, dass der Bayer-Konzern einen derartigen Druck auf die Monheimer Bevölkerung und die Kommunalpolitik ausübe. Die Methoden bezeichnet das Bündnis als fragwürdig: Bürger würden etwa telefonisch kontaktiert.
Das Bündnis schreibt: Man erlebe aus Leverkusen Druck und Drohungen gegenüber der Monheimer Bürgerschaft sowie gegenüber Politikern der Ratsmehrheit. Diese hätten aber von den Wählern einen klaren demokratischen Auftrag erhalten: den Erhalt des Grünzuges. Demokratische Prozesse sollten geschätzt und respektiert werden.
