Abo

„Wäre angebracht gewesen“DFB gesteht Fehler nach Kölner Elfmeter-Forderung ein

3 min
Daniel Siebert zückt beim Spiel zwischen Köln und dem BVB eine Gelbe Karte.

Schiedsrichter Daniel Siebert im Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund.

Beim FC herrscht großer Frust über den nicht gepfiffenen Elfmeter gegen den BVB. Der DFB gibt zu: Der VAR hätte eingreifen müssen.

Die Begegnung zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund bot im Bundesliga-Topspiel am Samstagabend gleich mehrere Aufreger. Nach dem Spielende wurde über drei umstrittene Situationen diskutiert.

Den meisten Frust verursachte auf Kölner Seite die Situation mit dem Handspiel von BVB-Abwehrspieler Yan Couto. Schiedsrichter Daniel Siebert ließ das Spiel laufen, auch Video-Assistent Benjamin Cortus sah keine Veranlassung für eine Intervention.

Verärgerung über Handspiel: DFB gesteht Fehler des VAR

Gegenüber „Express.de“ hat der DFB am Sonntag zu der umstrittenen Situation Stellung bezogen. In einer Erklärung der Sportlichen Leitung der DFB Schiri GmbH heißt es: „Der Schiedsrichter nahm kein Handspiel wahr, deshalb ließ er weiterspielen. Nach Ansicht des Video-Assistenten war die Armhaltung von Yan Couto im Sprung natürlich, auch wenn er den Ball mit dem Kopf verfehlte. Deshalb sah er von einer Intervention ab.“

Dabei räumte der Verband jedoch ebenfalls ein, dass ein Eingreifen des Video-Assistenten die richtige Entscheidung gewesen wäre: „Der Ball war für den Dortmunder aufgrund der großen Distanz erwartbar, zumal er seine Richtung nicht änderte. Zudem war Yan Coutos Arm vom Körper abgespreizt. Deshalb spricht aus unserer Sicht so deutlich mehr für eine Bewertung des Handspiels als strafbar, dass eine Intervention des VAR angebracht gewesen wäre.“

Für den FC, der sich in der laufenden Spielzeit bereits mehrfach durch Schiedsrichter-Entscheidungen benachteiligt fühlte, ist das jedoch eine geringe Entschädigung. Thomas Kessler schimpfte: „Das ist eine klare Vereitelung einer Torchance. Das war eine spielentscheidende Szene. Ich wundere mich sehr, dass das der Schiedsrichter nicht gesehen hat. Aber er hat zwischendurch ja auch einen Elfmeter gesehen, der keiner war.“

Tatsächlich hatte Siebert in der 66. Spielminute zuerst ein Foul von Cenk Özkacar an BVB-Angreifer Fabio Silva geahndet. Zumindest intervenierte der Video-Assistent in dieser Situation und brachte Siebert dazu, seine Meinung zu revidieren.

Hierzu teilt der DFB mit: „In der Wahrnehmung des Schiedsrichters verfehlte der Kölner den Ball und traf den Dortmunder am Fuß, deshalb entschied er auf Strafstoß. Die Überprüfung der Entscheidung durch den VAR ergab jedoch, dass Özkacar zuerst den Ball gespielt hatte. Deshalb war es korrekt, dem Unparteiischen ein On-Field-Review zu empfehlen.“

Der VAR handelte auch bei dem Foul von Simpson-Pusey, das zu einer Roten Karte führte, korrekt. Der Abwehrspieler des FC traf Daniel Beier mit der Sohle voran an der Achillessehne. Siebert hatte aber auch diese Aktion anfänglich falsch eingeschätzt.

Der DFB teilte dazu mit: „Da es sich um ein gesundheitsgefährdendes Foulspiel handelte, das auf dem Spielfeld jedoch nur mit einer Verwarnung geahndet wurde, empfahl der Video-Assistent dem Schiedsrichter zu Recht ein On-Field-Review. Anschließend korrigierte der Unparteiische richtigerweise seine Entscheidung und sprach gegen Simpson-Pusey einen Feldverweis aus.“ (red)