Abo

„Habe es nicht verstanden“FC-Leihspieler rechnet mit Köln-Zeit und Trainer Kwasniok ab

2 min
Said El Mala und Jusuf Gazibegovic kommen zum Training.

Jusuf Gazibegovic und Said El Mala bei einem Training. Der Bosnier spielt mittlerweile wieder in Österreich.

Unter Trainer Lukas Kwasniok wurde Jusuf Gazibegovic kaum berücksichtigt. Nun äußert er sich zur enttäuschenden Phase beim FC.

Als Jusuf Gazibegovic im Winter 2025 aus Graz zum 1. FC Köln kam, waren die Hoffnungen hoch. Er hatte Erfahrung aus der Königsklasse im Gepäck, die am Geißbockheim aber nicht zum Tragen kam. Weder in der zweiten Liga noch während der Bundesliga-Hinrunde gelang es dem Bosnier, sich zu etablieren.

Der Rechtsverteidiger sah unter Coach Lukas Kwasniok keine Zukunft. Sein einziger Einsatz umfasste 22 Minuten während des 4:1-Erfolgs gegen den SC Freiburg am 2. Spieltag. Ansonsten wurde Gazibegovic häufig nicht mal für den Kader berücksichtigt.

„Kann mich an kein Spiel erinnern, wo ich etwas falsch gemacht hätte“

Diese Lage war für den ambitionierten Profi kaum verständlich. Er drückte seinen Frust im Sturm-Podcast „BlackFM.at“ aus: „Ich habe eigentlich eine gute Vorbereitung gespielt, kann mich an kein Spiel erinnern, wo ich etwas falsch gemacht oder nicht gezeigt hätte, dass ich unbedingt will.“ Schon nach den anfänglichen Pflichtpartien ohne Spielminuten deutete er an, dass eine Veränderung die bessere Lösung wäre.

Weiterhin führte Gazibegovic aus, niemals eine klare Erklärung für seine Ausbootung bekommen zu haben. Dennoch ließ er sich im Trainingsbetrieb nicht gehen, selbst als er nach dem Spiel gegen Freiburg sechsmal hintereinander nicht dabei war. Über seine Anstrengungen sagte er: „Ich habe es einfach nicht verstanden und natürlich oft die Gespräche gesucht, warum ich nicht spiele und nicht dabei bin.“ Er habe keinen Startelfeinsatz verlangt, jedoch mit einer Nominierung für den Kader gerechnet.

Anfangs wurde er noch auf zukünftige Gelegenheiten vertröstet. Im Laufe des Herbstes erkannte er aber die Hoffnungslosigkeit seiner Situation. Er kam zu dem Schluss, von diesem Coach keine gerechte Chance mehr zu bekommen. „Irgendwo habe ich dann gesehen: Das macht keinen Sinn. Irgendwann war der Moment gekommen, wo ich mich entscheiden musste“, äußerte er. Sein Entschluss stand fest: „Ich will hier weg. Ich muss unbedingt spielen, ich will auch das Nationalteam nicht komplett verlieren.“

Bei seinem früheren Verein Sturm Graz wurde er herzlich empfangen. Gazibegovic gehört dort wieder zur Stammelf und kommt regelmäßig zum Zug, auch wenn er aktuell aufgrund einer Muskelverletzung pausiert. Der Vorsatz, wieder Spielpraxis zu sammeln, hat sich erfüllt.

Die Zukunft nach dem Ende der Leihe ist ungewiss. „Ich denke gar nicht an den Sommer“, kommentierte er dazu. Unter Kwasniok wirkt eine Rückkehr nach Köln eher unwahrscheinlich. (red)