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„Nicht als Glanzleistung empfunden“Hector und Köster kritisieren Aussagen von FC-Trainer

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Lukas Kwasniok mit Headset bei einem Interview.

Lukas Kwasniok hatte nach dem Spiel über den eingestellten Fan-Support gesprochen.

Jonas Hector und Fabian Köster äußern Unverständnis für die Aussagen von FC-Trainer Lukas Kwasniok zum eingestellten Fan-Support.

Zuerst gab es Anerkennung für Bayern-Trainer Vincent Kompany, gefolgt von einer Zurechtweisung für den Kölner Trainer Lukas Kwasniok.

In ihrem Podcast „Schlag und fertig“ zeigten sich Jonas Hector und Fabian Köster sehr angetan von der differenzierten Einordnung des Bayern-Trainers zu den Rassismus-Anschuldigungen beim Champions-League-Spiel Benfica Lissabon gegen Real Madrid.

Kritik an Kwasnioks Aussagen zum eingestellten Fan-Support

Deutlich weniger Zuspruch fanden hingegen die Kommentare von Kwasniok, die sich auf den medizinischen Notfall beim 2:2-Unentschieden gegen die TSG Hoffenheim am letzten Wochenende bezogen.

Als es im Podcast um Kompanys Pressekonferenz ging, wechselte Köster das Thema: „Ich muss gleichzeitig nachschieben, dass ich unseren FC-Trainer nicht als Glanzleistung empfunden habe“, äußerte der ZDF-Comedian und fügte hinzu: „Warum auch immer er das gemacht hat.“

Nach der Partie wurde Kwasniok bei der Pressekonferenz auf die ausbleibende Unterstützung durch die Kölner Fans angesprochen. Seine Antwort nahm Bezug auf die ausführliche Reaktion von Kompany: „Ich könnte auch eine Grundsatzrede halten zu diesem Thema. Das ist ein schwieriges Thema, aber da würden die zwölfeinhalb Minuten nicht reichen.“

Köster merkte an, dass der FC-Trainer „anderthalb Minuten“ lang dargelegt habe, weshalb er den Mangel an Fan-Unterstützung bedauerlich fände. „Und da muss ich sagen: Thema verfehlt, Note sechs“, kommentierte der Comedian lachend. „Ich verstehe es wirklich nicht. Wieso?“

Sein Gesprächspartner, der ehemalige FC-Profi Jonas Hector, konnte die Darlegungen des Trainers ebenfalls nicht nachvollziehen. „Ein klares Nein“, antwortete Hector auf die Frage, ob er das könne und sprach von Debatten im Internet, die es zwar gebe, aber in diesem Kontext nicht thematisiert werden sollten.

Tatsächlich kritisierten mehrere FC-Anhängerinnen und -Anhänger, dass Kwasnioks Erklärungen ein gewisses Einfühlungsvermögen für den betroffenen Fan und seine Familie vermissen ließen.

Zum Thema des fehlenden Supports durch die Fans hatte Kwasniok nach dem Spiel auf der Pressekonferenz erklärt: „Es gibt Argumente dafür und dagegen. Wir haben das leider im Verlauf der Saison schon zum wiederholten Male erfahren müssen. Fans waren teilweise bei Auswärtsspielen nicht dabei oder die Unterstützung bei Heimspielen war nicht vorhanden, so wie wir uns das erhoffen. Aber wir haben Verständnis für viele, viele Themen außerhalb des Fußballs. Deswegen ist es ein zwiespältiges Thema. Ich möchte das aber nicht im Detail auseinanderklamüsern, weil es zu lange dauern würde.“

Köster findet Kwasnioks Verweis auf Kompany „völlig unverständlich“

Ein eingestellter Support sei für das Team prinzipiell bedauerlich, „weil das Heimspiel in dem Moment dann nicht mehr ein solcher Vorteil ist, wie es mit Support der Südkurve der Fall ist. Es war traurig, aber Ragnar Ache hat dann dennoch mit seinem Traumtor alle von ihren Sitzen erhoben.“

Für Köster war insbesondere Kwasnioks Verweis auf Vincent Kompanys Grundsatzrede problematisch, den er schon zuvor bei Sky geäußert hatte und der für Köster unpassend war. „Es ist mir völlig unverständlich, aber manche Sachen muss man auch nicht verstehen“, schloss Köster die Diskussion ab.

Bezüglich des Traumtors von Ache waren sich Hector und Köster dann wieder mit dem Kölner Trainer einig. „Das war das beste Tor, das ich live gesehen habe“, war sich Hector, der das Spiel im Rhein-Energie-Stadion mitverfolgte, sicher. „Du hättest den auch gar nicht anders reinmachen können. Ein sehr tolles Tor.“

Köster zog sogar Vergleiche mit Cristiano Ronaldo oder Zlatan Ibrahimovic, um die Bedeutung des Treffers zu beschreiben: „Das ist schon ganz besonders.“ (red)