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Klub lässt verletzten Verteidiger nicht fallenVertragsverlängerung des FC mit Timo Hübers ist perfekt

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1. FC Köln, E Levve lang – der Talk zum FC“ von EXPRESS.de und Kölner Stadt-Anzeiger, von links: Jürgen Kemper, Timo Hübers, Christian Löer, 18.12.2025, Bild: Herbert Bucco

Kölns Verteidiger Timo Hübers gut gelaunt beim FC-Talk der Kölner Stadt-Anzeiger Medien im Audi-Zentrum in Ehrenfeld

Der 1. FC Köln hat den auslaufenden Vertrag mit Verteidiger Timo Hübers verlängert. Der Klub setzt mit dem Kontrakt aber Grenzen.

Es war eine Szene, die selbst hartgesottene Fußball-Profis erschaudern ließ. Beim 0:1 des 1. FC Köln in Dortmund am 8. Spieltag hatte sich Innenverteidiger Timo Hübers im Zweikampf mit BVB-Stürmer Serhou Guirassy das Knie so brutal verdreht, dass sogar ein Karriere-Ende im Raum stand. „Ich kriege beim Gedanken an die Szenen heute noch eine Gänsehaut“, sagte Kölns Sport Geschäftsführer Thomas Kessler.

Die Horror-Verletzung liegt inzwischen über ein halbes Jahr zurück – und sie hat den Klub vor eine Frage gestellt, die schnell beantwortet war: Hübers fallen lassen? Keinesfalls. Denn nun hat der FC den Vertrag mit seinem Abwehrspieler um ein Jahr verlängert. Ein Statement, aber eines mit zeitlichen Grenzen. Denn es ist unklar, ob und wann Hübers wieder auf Bundesliga-Niveau wird spielen können.

Es erfüllt mich mit großem Stolz und spricht für eine große Wertschätzung, dass mein Vertrag jetzt verlängert wurde.
FC-Verteidiger Timo Hübers

„Nach dem ersten Schock hat er unglaublich schnell eine beeindruckende Professionalität und Stärke gezeigt“, sagt Kessler. „Er ist nahezu täglich am Geißbockheim, sucht bewusst die Nähe zur Mannschaft und ist ein wichtiger Teil unserer Gruppe.“ Dabei helfe dem 29-Jährigen wohl auch, dass er Ähnliches schon einmal durchgestanden hat. Hübers selbst zeigt sich tief dankbar für den Rückhalt des Klubs: „Die Anteilnahme und der positive Zuspruch nach meiner Verletzung waren riesig. Die Verantwortlichen waren von Anfang an für mich da und haben mir signalisiert, dass ich mich voll auf meine Reha konzentrieren kann und mir keine Sorgen um meine Zukunft machen muss.“ Mit Kessler sei er die gesamte Zeit über im engen Austausch gewesen. Die Verlängerung erfülle ihn mit „Stolz“ – und mit dem Wunsch, das entgegengebrachte Vertrauen zurückzugeben: „Im Idealfall, indem ich wieder da anknüpfe, wo ich vor meiner Verletzung aufgehört habe.“

Der Weg dahin ist noch weit. Hübers sitzt seit Ende Oktober auf der Tribüne, nachdem er sich in Dortmund so schwer am Knie verletzt hatte. Seitdem verfolgt er das Geschehen von der Tribüne. In der Aufstiegssaison 2024/25 noch Kapitän und Abwehrchef, kommt Hübers inzwischen auf 135 Pflichtspiele für den Klub. „Wir wollen Timo wieder spielfähig bekommen, müssen aber klar davon ausgehen, dass es dabei eher Richtung Rückrunde der kommenden Saison geht“, hatte Kessler jüngst gesagt. Druck werde es keinen geben: „Er bekommt von uns die Zeit, die er braucht.“

Hübers, der bei Hannover 96 ausgebildet wurde, gab dort 2018 sein Bundesliga-Debüt und kehrte 2021 fest zum FC zurück, für den er bereits eine Saison (2015/16) gespielt hatte. Beim FC wurde er über die Jahre zu einem Stammspieler. Hübers bleibt, bis dato stehen drei Abschiede offiziell fest: Florian Kainz beendet seine Karriere, Dominique Heintz und Luca Kilian verlassen den Klub zum Ende der Saison.