Trainer und Mannschaft suchen seit Monaten ständig neue Lösungen für ihre Schwierigkeiten, doch die Entwicklung stockt.
Kölner Rückschritt in BremenDie Leitung zwischen Trainer und Mannschaft wirkt überlastet


Trainer Lukas Kwasniok hatte rund um das Spiel in Bremen Schwierigkeiten, mit seinen Ideen zu seiner Mannschaft durchzudringen.
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Der Mannschaft des 1. FC Köln ist in dieser Saison immer wieder der Fleiß ihres Trainers anzusehen. Davor, danach – und während der Spiele sowieso: Lukas Kwasniok entwickelt unermüdlich Lösungsansätze für Probleme, nach denen er Ausschau hält.
Am Samstag in Bremen sprach er von einem „Sender-Empfänger-Problem“, das zwischen ihm und seiner Mannschaft bestanden habe, jedenfalls zeitweise. Bei seinen Leuten hatte er zudem ein „Energie- und Zugriffsproblem“ erkannt. Und das waren nur die Punkte, die er später öffentlich machte. Dass eine Mannschaft schon wieder in direkter Folge einer Standardsituation einen Treffer kassiert hatte und eigentlich auch noch einen zweiten, hätte der Torschütze nicht minimal im Abseits gestanden, war ihm ebenso aufgefallen wie all die Schwierigkeiten, die er durch erneute Auswechslungen und Umstellungen im laufenden Spiel zumindest indirekt dokumentierte.
Kwasnioks Wille zur Optimierung ist enorm – und ebenso enorm ist die Informationsflut, die er offenbar bewältigen kann. Was der Trainer in Bremen veranstaltete, war dabei kein wildes Experimentieren. Seine Maßnahmen erzielten zuverlässig Wirkung. Allerdings ergab sich im Spielverlauf, dass mehrere seiner Annahmen aus der Vorbereitung nur bedingt zutreffend gewesen waren. Etwa die Zweifel an Rav van den Bergs Matchfitness oder an der Mittelfeldkombination Krauß/Martel. Der missglückte Versuch, die Außenbahnen mit Castro-Montes und Thielmann spielerisch zu stärken, machte während des Spiels weitere Umstellungen nötig und trug nicht zur Stabilisierung bei. Doch auch da hatte der Trainer kein Problem erfunden. Die Defizite der Mannschaft, die unglücklicherweise ihre besten Spieler im linken Halbraum stapelt, wollte Kwasniok mit verstärktem Flügelspiel heilen, weil seine jüngsten Versuche im Zentrum, etwa mit Florian Kainz, nicht gefruchtet hatten. Ein nachvollziehbarer Ansatz, wenn auch keine Lösung.
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Ein deutlicher Rückschritt
So blieb am Samstag festzuhalten: Nachdem die Kölner Aufsteiger nun monatelang Probleme benannt und an Lösungen gearbeitet haben, war die erste Halbzeit in Bremen fußballerisch ein deutlicher Rückschritt. Die Mannschaft scheint es auch wegen Verletzungen nicht zu schaffen, eine lineare Entwicklung von Woche zu Woche zu vollziehen. Die immer wieder gut funktionierenden Formationen der Schlussphase hatten regelmäßig nur wenig mit der Startelf der nächsten Woche zu tun.
Dass die Spieler in Bremen nicht mehr verstehen konnten oder wollten, was ihr Trainer ihnen da an Lösungen vorschlug, sollte den Kölnern eine Warnung sein: Aus den vielen Tests und Ideen muss eine Struktur entstehen, die die Mannschaft stabiler macht, nicht wirrer.
Im unbedingten Willen, eine Verbesserung herbeizuführen und die Entwicklung seiner Mannschaft zu beschleunigen, überschüttete Lukas Kwasniok seine Leute zuletzt mit Ideen und Gedanken. Der Coach wird nun vermehrt darauf achten müssen, dass Sender und Empfänger wieder auf derselben Frequenz kommunizieren. Und die Leitung nicht überlastet.
