DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hebt auch Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck hervor, schlägt aber auch ein paar nachdenkliche Worte an.
Spiel vor Rekordkulisse„Großartiges Erlebnis“ – DFB lobt FC und Kölner Publikum

DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig, der unter anderem auch für die DFB-Akademie verantwortlich ist
Copyright: IMAGO/Kicker/Zink
Die englische Zeitung „Sun“ schrieb von einem „unglaublichen Weltrekord“ und einer „eigenen Liga“, in der sich der 1. FC Köln aufgrund der Kulisse befinde. Die italienische „Gazzetta dello Sport“ berichtete vom 3:1-Erfolg Inter Mailands „in der Hölle eines ausverkauften Rhein-Energie-Stadions“ und schrieb sogar, dass den Talenten aus Italien „das Unmögliche“ gelungen sei.
Dass sagenhafte 50.000 Zuschauer zum Sechzehntelfinal-Duell nach Müngersdorf geströmt waren, stieß auch international auf ein größeres Echo. Die Partie vor der Rekordkulisse hat auch beim Deutschen Fußball-Bund Eindruck hinterlassen. Andreas Rettig, DFB-Geschäftsführer und auch verantwortlich für die DFB-Akademie, zeigte sich beeindruckt von der Atmosphäre – fand jedoch neben Lob auch nachdenkliche Worte.
Es war ein herausragendes sportliches Ereignis und wird allen Beteiligten ein unvergessener Abend bleiben. Die Jungs werden viel für ihren weiteren Karriereweg mitnehmen
„Es war ein herausragendes sportliches Ereignis und wird allen Beteiligten ein unvergessener Abend bleiben. Ein internationales Spiel an einem Mittwochabend vor voller Hütte in Müngersdorf – das haben selbst viele Profis noch nicht erlebt“, sagte Rettig dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Entsprechend dankte er dem Gastgeber – auch für die Organisation des besonderen Ereignisses: „Dazu gratuliere ich allen im Klub, die zu diesem großartigen Erlebnis beigetragen haben.“
Alles zum Thema Fußball-Bundesliga
- Fußball Frauen-Bundesliga: GmbH mit DFB geplatzt
- Spiel vor Rekordkulisse „Großartiges Erlebnis“ – DFB lobt FC und Kölner Publikum
- FC-Neuzugang Chávez Bundesliga-Legende hätte „gerne vor ihm im Sturm gespielt“
- 2. Fußball-Bundesliga Bochum fährt mit mehr Optionen nach Münster
- 2. Fußball-Bundesliga Millionen-Summe: Schalke-Genossenschaft kauft Stadionanteile
- 2. Fußball-Bundesliga Muslic vor Dresden-Spiel: „Voller Fokus: Heimsieg“
Rettig rückte die jungen Spieler in den Mittelpunkt. Trotz der bitteren, späten Niederlage werde der Abend Spuren hinterlassen. „Die Jungs werden viel für ihren weiteren Karriereweg mitnehmen.“ Bei aller Euphorie mahnte Rettig jedoch zur Realitätsnähe. „Wichtig ist, besonders in diesem Entwicklungsschritt, Schule und Ausbildung in Einklang mit den sportlichen Zielen zu bringen“, sagte der frühere Bundesliga-Manager. Die Kulisse dürfe den Blick nicht verstellen: „50.000 Zuschauer waren gestern. Die Realität im Alltag sieht anders aus.“ Entscheidend sei, die Bodenhaftung nicht zu verlieren. „Wer hier auf dem Boden bleibt, wird sich seinen Traum erfüllen können.“
Als entscheidend für diese Balance nannte Rettig Kölns langjährigen Nachwuchstrainer Stefan Ruthenbeck. Der 53-Jährige sei „ein Garant dafür, dass die Jungs in jeder Hinsicht auf Kurs bleiben“, sagte er. Insgesamt habe die FC-Nachwuchsabteilung „eine hervorragende Visitenkarte auf und neben dem Platz abgegeben. Dafür möchte ich mich im Namen des DFB bedanken.“
Bei aller Freude über das Resonanz in Köln und des Auftritts des FC, der auf dem „Meisterweg“ vor dem Duell gegen Inter zuvor erst noch Union Luxemburg und den FC Midtjylland ausschalten musste, kann der DFB abermals nicht mit dem Abschneiden der deutschen Teams in dem wichtigsten Nachwuchswettbewerb auf Klubebene zufrieden sein. Die U19 des FC Bayern München hatte sich bereits Ende des vergangenen Jahres als Tabellen-27. im „Champions-League-Weg“ aus der Youth League verabschiedet, jetzt war neben dem FC auch für Bayer 04 Leverkusen (2:3 in Villarreal) und Borussia Dortmund (0:4 in Alkmaar) bereits im Sechzehntelfinale Endstation. Einzig die U19 von Eintracht Frankfurt (4:3 nach Elfmeterschießen in Bilbao) zog ins Achtelfinale ein.
Rettig wollte allerdings nicht so sehr mit dem deutschen Nachwuchs ins Gericht gehen: „Leider sind bis auf Eintracht Frankfurt alle übrigen deutschen Teilnehmer ausgeschieden. Als kleiner Trost: Der Nachwuchs des FC Barcelona und FC Liverpool sind genauso weit gekommen wie der des 1. FC Köln“, sagte der frühere FC-Manager mit einem Schmunzeln.

