Abo

„Ein komisches Gefühl“Ehemaliger FC-Trainer Finke wettert gegen Klopp-Entscheidung

2 min
Volker Finke auf der Tribüne.

Volker Finke auf der Tribüne. (Archivfoto)

Der frühere Trainer des 1. FC Köln plädierte bei DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig für einen Kandidaten aus dem Ausland. Einen Seitenhieb Richtung DFB gab es auch.

Volker Finke scheint nicht der größte Bewunderer von Jürgen Klopp zu sein. Der ehemalige Trainer des 1. FC Köln hätte sich bei der Suche nach einem neuen Bundestrainer eher einen Kandidaten aus dem Ausland gewünscht.

Wie er bei RTL/Sky berichtete, wandte er sich nach dem desaströsen Abschneiden bei der WM deshalb telefonisch an DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig. Finke habe ihn gebeten, sich rasch umzusehen: Mit Pep Guardiola sei ein renommierter Trainer verfügbar, außerdem kämen weitere ausländische Kandidaten infrage. Ein Coach aus dem Ausland könne neue Ideen und eine andere Spielphilosophie in den deutschen Fußball einbringen.

Volker Finke schwärmt von Pep Guardiola

Als Finke seinen Vorschlag machte, war die Entscheidung offenbar bereits gefallen: Der DFB hatte Jürgen Klopp als Nachfolger von Julian Nagelsmann ausgewählt. Ob Guardiola tatsächlich für ein Engagement infrage gekommen wäre, bleibt allerdings offen. Nach seinem Abschied von Manchester City plant der Erfolgscoach zunächst eine Auszeit.

„Für mich ist es ein komisches Gefühl, dass man nicht unterschiedliche Möglichkeiten bedacht hat“, sagte Finke. Es habe „nur eine Richtung und keine anderen Überlegungen“ gegeben, behauptete er, fügte aber an: „Ich finde, Klopp hat genügend Erfolg gehabt, dass man das absolut rechtfertigen und absolut positiv sehen kann.“

Volker Finke verspottet DFB-Verantwortliche

Trotzdem verspottete Finke die aus seiner Sicht einfältige Entscheidungsfindung beim DFB: „Es ist eben so, dass ganz bestimmte Leute zusammen mit der ‚Bild‘-Zeitung alles entschieden haben.“

Persönlich hätte Finke jedoch einen anderen Weg erwogen: Er könne sich einen Trainer aus dem Mittelmeerraum oder einem anderen Land vorstellen. Gerade Spanien und Frankreich hätten über Jahrzehnte eine eigenständige, stärker räumlich geprägte Fußballidee entwickelt. Diese andere Herangehensweise sei nach Finkes Einschätzung ein wichtiger Grund für die sportliche Stärke der beiden Nationen. (mbr/sid)