Vier Mittelfeldspieler im Fokus: Beim 1. FC Köln geht es auch um die Zukunft von Jakub Kaminski, Tom Krauß, Florian Kainz und Eric Martel.
Zukunft von vier FC-MittelfeldspielernDrei Klarheiten und ein Kölner Härtefall

Stehen selten zusammen für den 1. FC Köln auf dem Platz: Eric Martel (l.), Tom Krauß
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Der Trend ist gerade nicht der Freund des 1. FC Köln, denn von den vergangenen zehn Bundesliga-Partien gewann der Aufsteiger nur eine – gegen Mainz 05 (2:1), einem Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Doch der kommende 20. Spieltag birgt für die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok auch große Chancen.
Bereits am Freitag (20.30 Uhr, Sky) kann der FC (20 Punkte) im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (19) vorlegen und einen weiteren Konkurrenten auf Distanz halten. Zudem stehen die Keller-Klubs Mainz (in Leipzig), Heidenheim (in Dortmund), HSV (gegen Bayern) und St. Pauli (in Augsburg) vor hohen Hürden, beim Duell Bremen gegen Gladbach treffen zwei formschwache Kellerkinder aufeinander. Da kann der FC also einiges für sich richten – andererseits würde im Fall einer Niederlage das Feld im Schneckenrennen in der unteren Tabellenhälfte vielleicht noch enger zusammenrücken. Nach wie vor befindet sich der FC in einer soliden Lage, um das primäre Ziel zu erreichen.
Der Klassenerhalt ist auch die Voraussetzung für die meisten Personalplanungen für die kommende Spielzeit, die aber schon jetzt ihre Schatten vorauswerfen. Denn es geht auch um die Zukunft von vier Mittelfeldspielern, die beim FC tragende Rollen spielen – oder spielten.
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Jakub Kaminski
Der vielseitig einsetzbare 23-Jährige trifft am Freitag zum zweiten Mal auf seinen Stammverein. Der FC hat Kaminski bekanntlich bis Saisonende vom VfL Wolfsburg ausgeliehen, bei dem er ursprünglich noch einen Kontrakt bis 2027 besitzt. Die Kölner haben sich allerdings eine Kaufoption gesichert und könnten Kaminski für rund 5,5 Millionen Euro Ablöse fest verpflichten. Der FC wird von dieser Möglichkeit auch Gebrauch machen, schließlich ist der Pole nicht aus dem Team wegzudenken, erzielte fünf Treffer und ist mit 1706 Einsatzminuten der Kölner Dauerbrenner in der Saison. Zuletzt ging ihm allerdings die Torgefahr ab, seit acht Spielen wartet der Mittelfeldspieler auf einen weiteren Treffer oder eine Torvorlage. Platzt jetzt gegen Stammklub Wolfsburg der Knoten? Es wäre jedenfalls der perfekte Zeitpunkt.
Was Kaminskis Zukunft angeht, muss der FC nichts überstürzen, denn nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat er bis zum 1. Juni Zeit für die Entscheidung, ob er die Kaufoption zieht. Kaminskis Marktwert ist zuletzt auf rund zwölf Millionen Euro gestiegen. Die Kölner wären wohl mit dem Klammerbeutel gepudert, die Option auf die feste Verpflichtung eines jungen Spielers verstreichen zu lassen.

Jakub Kaminski (l.) hat beim FC eine Zukunft, Florian Kainz' Zeit in Köln dürfte dagegen enden.
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Tom Krauß
Der 24-Jährige hat sich zuletzt in die Mannschaft gespielt oder gekämpft – vielleicht auch beides. Denn die Leihgabe aus Mainz überzeugte in den vergangenen Spielen mit einer resoluten, aggressiven Spielweise und sorgte so für Kompaktheit. Bei der 1:2-Niederlage in Freiburg kam er zum 15. Mal für den FC zum Einsatz. Es war ein besonderer für den gebürtigen Leipziger. Denn wie von dieser Zeitung berichtet, erfüllte sich mit dem 15. Spiel Teil eins der mit Mainz vereinbarten Kaufpflicht, die zweite ist der Kölner Klassenerhalt. Der FC müsste dann im Sommer die festgeschriebene Ablöse von 3,5 Millionen Euro an den FSV überweisen, bei dem Krauß bis 2027 unter Vertrag steht.
„Das Einzige, was ich sagen kann: Ich will mit aller Macht hier in Köln bleiben, mit Köln nächstes Jahr in der Bundesliga spielen“, sagte Krauß am Sonntag. Der Trend ist klar: Bleibt der FC in der Liga, wird auch Krauß beim FC bleiben – beide Seiten wollen es so.
Eric Martel
Der 23-Jährige gilt als der Kölner Hoffnungsträger, als ein wesentlicher Eckpfeiler für die FC-Zukunft, der unumstritten ist und immer spielt. Oder galt? Erstmals seit März 2024 hatte der Abräumer, der in dieser Saison auch schon in der Innenverteidigung zum Einsatz kam, in Freiburg ohne Verletzungsgrund oder Sperre nicht in der Startelf gestanden. 77 Minuten lang. Das wäre im Normalfall vielleicht nur eine Randnotiz. Doch ganz so normal ist Martels Situation nicht. Sein Vertrag am Geißbockheim läuft im Sommer aus. Und Krauß spielt sich im defensiven Mittelfeld immer mehr in der Vordergrund.
„Tom hat es halt sensationell gemacht im letzten Spiel. Deshalb habe ich mich für diese Variante entschieden. Und ich glaube, er hat es auch bestätigt“, sagte Kwasniok in Freiburg. Bereits in der Woche zuvor war Martel beim Heimspiel gegen Mainz zur Pause für Krauß zur Pause ausgewechselt worden. Mehr als ein Fingerzeig?
Eigentlich wollte der FC längst den Vertrag mit Martel verlängern, doch dessen Seite sieht den Zeitpunkt dafür noch nicht gekommen, will erst die weitere Entwicklung in der Saison abwarten. Mittlerweile macht es den Anschein, dass die FC-Verantwortlichen von der Hängepartie etwas genervt sind und eine Vertragsverlängerung nicht mehr um jeden Preis anstreben. Martels Seite wiederum zeigte sich überrascht davon, dass beim FC zunehmend zu vernehmen ist, dass man sich beim Sechser im Spielaufbau eine bessere Entwicklung auf Bundesliga-Niveau gewünscht hätte.
Fakt ist: Beide Seiten führen derzeit keine Vertragsgespräche. Sollten sich die Wege nach vier Jahren im Sommer trennen, würde der FC den Spieler ablösefrei verlieren. Und Martel dürfte beim Wechsel ein beträchtliches Handgeld einstreichen. Die Kölner wiederum, die für Kaminski und Krauß zusammen rund neun Millionen Euro an Ablöse zahlen müssten, würden ein signifikantes Gehalt sparen. Aber noch scheint da nicht das letzte Wort gesprochen – wenn man denn wieder spricht.
Florian Kainz
Der dienstälteste Kölner Profi, seit sieben Jahren im Verein, befindet sich allem Anschein nach auf Abschiedstournee. Sein Vertrag läuft ebenfalls im Sommer aus. Und der 33-Jährige, 2023/24 noch FC-Kapitän, spielt aktuell fast keine Rolle mehr, kam in dieser Spielzeit insgesamt erst auf 234 Einsatzminuten. Besonders bitter: In den vergangenen sechs Partien durfte der Österreicher nicht eine Minute ran, vor dem Freiburg-Spiel wurde er von Kwasniok zum zweiten Mal aus dem Kader gestrichen. Talente wie Fynn Schenten (18), Youssoupha Niang (19) oder Matthias Köbbing als dritter Torwart im Kader erhielten den Vorzug. Im Frühjahr, so heißt es, wollen die Kölner Verantwortlichen das Gespräch mit Kainz suchen.
Ein abrupter Abgang des Familienvaters, der am FC und an Köln nach den vielen Jahren hängt, noch in den kommenden Tagen erscheint kaum vorstellbar. Zumal auch Nationalmannschafts-Ambitionen und der Traum von der WM keine Rolle mehr spielen. Sein letztes Länderspiel absolvierte Kainz im Juni 2024. Doch auf eine Trennung im Sommer deutet fast alles hin.
Kaminski, Krauß, Kainz und Martel: drei Klarheiten und ein Härtefall.

