Zwei Gaucho-Spieler hatten Tränen in den Augen – was belastete Argentinien unmittelbar vor dem Final-Anpfiff gegen Spanien so sehr?
„Vergessen wir alles“Aufgewühlte Szenen aus Argentiniens Kabine vor WM-Finale aufgetaucht

Lionel Messi konnte mit Argentinien nicht den WM-Titel verteidigen.
Copyright: Getty Images via AFP
Kurz vor dem Anpfiff des WM-Finals 2026 zwischen Argentinien und Spanien war die Anspannung in der Kabine der Titelverteidiger deutlich spürbar. Aufnahmen, die in den sozialen Medien kursieren, zeigen Spieler wie Enzo Fernández und Emiliano „Dibu“ Martínez mit stark geröteten Augen und nachdenklichen Mienen.
In einem Video aus dem Spielertunnel versucht Lionel Messi, seine Mannschaft vor dem Anpfiff zu beruhigen: „Los Jungs, Ruhe, Leute. Denken wir nur ans Spielen. Vergessen wir alles.“ Die Aufnahmen schlagen in den sozialen Medien hohe Wellen.
Messi und Co.: Was geschah in Argentiniens Kabine?
Was genau in den Stunden vor dem Spiel in der argentinischen Kabine vorgefallen ist, bleibt vorerst Spekulation. Die Bilder deuten jedoch auf eine tiefe emotionale Belastung hin, die entweder durch Verletzungssorgen, taktische Diskussionen oder interne Spannungen, die sich im Laufe des Turniers aufgestaut hatten, verursacht wurde. Im Finale traf Argentinien auf eine hochmotivierte spanische Mannschaft, die schließlich durch einen Treffer von Ferran Torres in der Verlängerung als verdienter Weltmeister vom Platz ging (0:1).
Der Vorfall erinnert an die leidenschaftliche und mitunter raue Kabinenkultur der argentinischen Nationalmannschaft. In den 1980er-Jahren war es unter Diego Maradona nicht unüblich, dass sich die Spieler gegenseitig an die Hoden fassten – eine derbe, aber damals übliche Geste, um sich gegenseitig zu motivieren, den Zusammenhalt zu stärken und Anspannung vor wichtigen Spielen abzubauen. Solche Rituale galten als Teil der sogenannten „Gaucho-Mentalität“, die Härte und familiäre Verbundenheit vereinte.
Ob es sich bei den Tränen und den beschwichtigenden Worten von Messi um reine Finalnervosität oder um tiefgreifendere Probleme handelte, wird die Albiceleste wohl intern klären. Nach der klaren Niederlage kam es auf dem Platz in New York zu unschönen Szenen: Leandro Paredes rastete aus, griff spanische Spieler an und sah die Rote Karte. Die FIFA hat Untersuchungen eingeleitet. (mbr)

