Leverkusens 4:1-Sieg gegen HoffenheimTraumtore und Tabellenführung

Freude bei Bayer 04 Leverkusen nach dem Tor von Florian Wirtz (2. v. r.)
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Leverkusen – Kurz vor der Halbzeit schwappte erstmals etwas Stimmung in die verwaiste Bay-Arena. Ein Hupkonzert dröhnte durchs Stadion, eigentlich perfekt passend zur anstehenden Übernahme der Tabellenführung durch Bayer 04 Leverkusen. Doch waren es keine Fans, die am Sonntagabend eine Alternative zum verbotenen Stadionbesuch oder zum in Pandemie-Zeiten verpönten Singen für sich entdeckt hatten. Es war ein Tross unzufriedener Landwirte, die auf Traktoren in Leverkusen auf die Missstände in ihrer Branche hinweisen wollten. Gleichzeitig dienten sie dem neuen Bundesliga-Spitzenreiter als Kulisse: Durch den von Traumtoren begleiteten 4:1 (2:0)-Sieg von Bayer 04 gegen 1899 Hoffenheim übernahm Leverkusen Platz eins – erstmals seit dem dritten Spieltag der Saison 2014/15. Als „eine schöne Momentaufnahme“ bezeichnete Julian Baumgartlinger die Tabellensituation: „Ich denke, die Leistung und das Ergebnis stimmen uns sehr positiv und geben uns für den Endspurt vor Weihnachten viel Energie.“
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Im Vergleich zum mühelosen 4:0-Sieg in der Europa League gegen Slavia Prag hatte Trainer Peter Bosz seine Mannschaft auf fünf Positionen verändert. Bei Hoffenheim standen im Vergleich zum 4:1 gegen Gent im Europapokal sogar zehn neue Profis auf dem Rasen. Trotz aller Umstellungen entwickelte sich schnell eine temporeiche Partie, bereits nach 17 Sekunden hatte Florian Grillitsch die Führung auf dem Kopf, verfehlte aber das Tor. Auf der anderen Seite sorgte Leon Bailey wenig später für das erste Highlight des Abends: Nach einer von Nadiem Amiri kurz ausgeführten Ecke ging der Jamaikaner einige Schritte mit dem Ball und legte ihn dann mit einem satten Linksschuss traumhaft schön in den linken oberen Winkel. Ein sicherer Kandidat zum „Tor des Monats“.
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Schwerer Fehler von Kramaric
Hoffenheim wollte, wie es in der Natur seiner Spielweise liegt, ebenfalls fußballerische Glanzpunkte setzen. Da Leverkusens Defensive aber erneut fast jeden Ball frühzeitig entschärfte und über die herausragenden Schaltstellen Baumgartlinger, Florian Wirtz und Amiri für schnelle Gegenangriffe sorgte, hatten Bayers Flügelstürmer immer wieder Räume zum Kontern. Die perfekte Vorarbeit zu Baileys zweitem Treffer kam allerdings von einem Hoffenheimer – Andrej Kramaric hatte einen fürchterlichen Rückpass gespielt, den Bailey erlief, der danach Schlussmann Oliver Baumann umkurvte und dann aus knapp 30 Metern ins leere Tor traf (27.).
Zwei Platzverweise gegen Hoffenheim
Nach dem Seitenwechsel kam Hoffenheim besser ins Spiel und erzwang einige Leverkusener Fehler. So konnte Christoph Baumgartner in der 49. Minute durch vier Bayer-Verteidiger marschieren und den Ball am Abend der schönen Tore sehenswert ins rechte obere Eck platzieren. Doch konnte der Rückschlag Leverkusen nicht langfristig aus dem Tritt bringen – ebenso wenig wie der lauter werdende Bauern-Protest rund ums Stadion. Viel mehr meldete sich der neue Tabellenführer mit dem nächsten Traumtor zurück. Patrik Schick legte einen Ball im Strafraum wunderbar auf Wirtz ab. Der Ex-Kölner streichelte sein Lieblingsspielzeug noch einmal mit der Schuhsole an einem Verteidiger vorbei und lupfte den Ball ins Tor (55.) – Leverkusens zweites Gesamtkunstwerk des Abends,
Mittwoch beim 1. FC Köln
Hoffenheim eröffnete der Werkself in der Schlussphase alle Möglichkeiten für weitere Tore: Zunächst sah Grillitsch wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte (64.), anschließend musste Stefan Posch nach einem konter-verhindernden Handspiel vorzeitig in die Kabine (79.). Bis in die Nachspielzeit stemmten sich die neun verbliebenen Hoffenheimer gegen das vierte Tor – Havard Nordtveit benutzte dabei in der Nachspielzeit im Strafraum allerdings die Hand. Lucas Alario verwandelte den folgenden Elfmeter zum 4:1.
Während rund ums Stadion die Landwirte leiser wurden, bejubelten die Leverkusener den Sieg und die Tabellenführung. Ausgiebig gefeiert wird aber nicht. Schon am Mittwoch gastiert Bayer 04 zum Derby beim 1. FC Köln (20.30 Uhr).



