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Bayer 04 empfängt StuttgartNichts spricht für den VfB

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Leverkusener Jubeltraube in Dortmund

Leverkusen – Als Spitzenreiter der Rückrundentabelle geht Bayer 04 Leverkusen in den 22. Bundesliga-Spieltag. Zehn Punkte, 14 Tore – die Ausbeute der Werkself der letzten vier Partien kann sich sehen lassen. Und die Chancen, dass die Zahlen am Samstagabend ein noch besseres Bild zeichnen, stehen gut. Denn beim Team der Stunde gastiert der Letzte der Rückrundentabelle (18.30 Uhr/Sky): Der VfB Stuttgart kommt seit Jahresstart nur auf einen Punkt und zwei Tore. Die Abstiegsangst geht um beim schwäbischen Großklub.

Leverkusens Trainer Gerardo Seoane fand am Freitag wenig überraschend dennoch vor dem Gegner warnende Worte. „Stuttgart hat viele Tempospieler, gerade im Offensivbereich, die es zu kontrollieren gilt“, sagte der Schweizer, der VfB sei spielerisch stark, habe sich zuletzt aber unter Wert geschlagen und nicht belohnt.

Defensive von Bayer 04 hat sich gefunden

Für Leverkusen gilt nach den Kantersiegen gegen Augsburg (5:1) und Dortmund (5:2) das genaue Gegenteil. Zunächst hatten Jonathan Tah und Piero Hincapie im Abwehrzentrum deutlich besser zueinandergefunden und die eklatante Schwäche nach hohen Bällen abgestellt. Und in der Offensive erinnerten sich auch die Nebenleute von Patrik Schick, wo das Tor des Gegners steht. Die Zeit des tschechischen Alleinunterhalters im Leverkusener Angriff scheint überstanden.

Gute Laune allein reicht Seoane aber nicht. Er will, dass seine Profis verstehen, wie es zu der guten Laune gekommen ist. „Wir versuchen, die Dinge, die wir gut gemacht haben, der Mannschaft aufzuzeigen. Wir wollen nicht nur ein gutes Gefühl mitnehmen, sondern auch ein klares Verständnis von dem, was gut geklappt hat“, sagte Seoane. Auch, was nicht gut war, sollte die Analyse zeigen: „Vom Ergebnis her haben die Spiele sehr gut ausgesehen. Aber wir haben sowohl individuell als auch als Mannschaft noch Potenzial, uns zu verbessern.“ Es gebe immer Verbesserungspotenzial.

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Damit dürfte Seoane beispielsweise die unkonzentrierte Anfangsdaphase des Dortmund-Spiels meinen, als die Werkself – gedanklich noch nicht voll auf dem Rasen – mehrere schlimme Ballverluste in der letzten Reihe produzierte. Nur aufgrund des Fehlens von Erling Haaland führten die Aussetzer wohl nicht zu Gegentoren. Auch die Anfälligkeit nach Standardsituationen bleibt ein Thema.

Hradecky kehrt zurück, Kossounou fällt aus

Helfen könnte die Rückkehr von Kapitän Lukas Hradecky ins Leverkusener Tor. Der Finne befindet sich seit Mittwoch wieder im Training und ist laut Trainer Seoane „in guter Verfassung“. Der Keeper war mit dem Coronavirus infiziert und befand sich mehrere Tage in häuslicher Isolation. Auch Edmond Tapsoba hat nach der Rückkehr vom Afrika Cup zwei volle Trainingstage hinter sich und steht am Samstag zur Verfügung. Ob Seoane sein zuletzt starkes Innenverteidiger-Duo Tah/Hincapie auseinanderreißt, ist aber fraglich. Odilon Kossounou fällt aufgrund einer Oberschenkelverletzung aus.

Stuttgart hat personell, wie auch in der Tabelle, deutlich größere Sorgen als Bayer 04. Abwehrchef Waldemar Anton und Torjäger Sasa Kalajdzic fehlen am Samstagabend. Dabei hatte Anton im jüngsten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (2:3) nach 518 torlosen Minuten die längste Flaute der Stuttgarter in der Bundesliga beendet und auch Kalajdzic war zum ersten Mal in dieser Saison erfolgreich gewesen. Der Innenverteidiger wurde unter der Woche jedoch positiv auf Corona getestet und Kalajdzic, der wegen Covid-19 und einer Schulterverletzung erst fünf Spiele in dieser Spielzeit absolvieren konnte, erlitt sowohl im Duell gegen die Eintracht als auch im Training einen Schlag auf die Wade.

Nur ein Sieg für Stuttgart gegen Leverkusen seit 2010

Ein Blick in die Ergebnislisten passt zum Duell der Gegensätze. Stuttgart ist Leverkusens Lieblingsgegner, seit 2010 gab es nur eine Niederlage gegen den VfB. Trainer Pellegrino Matarazzo, der trotz der Krise angeblich das Vertrauen der Stuttgarter Verantwortlichen genießt, erklärte die Herangehensweise seiner Mannschaft in der Bay-Arena mit einem Schuss Verzweiflung: „Man braucht kein Selbstvertrauen, um leidenschaftlich zu verteidigen. Wir werden kämpfen.“