Im Streit um den Bau eines neuen Trainingszentrums von Bayer 04 Leverkusen kommt es am 15. Juli zum Showdown.
Zoff um Bayer-04-CampusSimon Rolfes kritisiert Monheimer Politik scharf: „Blockiert, zerredet, verzögert“

Simon Rolfes, Sport-Geschäftsführer von Bayer 04 Leverkusen
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Am 15. Juli kommt es bei der Ratssitzung in Monheim zum Showdown: Muss Bayer 04 Leverkusen seine Pläne für ein neues Trainingszentrum endgültig beerdigen? Oder wird im Zoff zwischen Konzern und Fußballverein auf der einen und der Stadt auf der anderen Seite doch noch ein Kompromiss gefunden?
Der Campus soll auf einem Gelände entstehen, das der Bayer AG gehört. Es liegt bereits eine Baugenehmigung für ein 22 Meter hohes Gebäude vor. Der Konzern, der größte Arbeitgeber Monheims, hatte zuletzt den Druck auf die Stadt erhöht, damit auf der Fläche der Trainingskomplex entstehen darf. Doch lehnte die Mehrheitskoalition aus CDU, SPD und Grünen bis zuletzt auch das bereits von 12,5 auf 10,5 Plätze verkleinerte Projekt kategorisch ab – der Freiflächenschutz habe Vorrang. Bayer 04 ist schon seit Jahren auf der Suche nach einem Gelände für ein modernes Trainingszentrum, da die Plätze an der Bay-Arena dem Umbau der A1 zum Opfer fallen werden.
Scharfe Kritik von Simon Rolfes
Wenige Tage vor der entscheidenden Ratssitzung hat Simon Rolfes, Sportgeschäftsführer von Bayer 04, via Linkedin noch einmal die Tonart in Richtung Politik verschärft. Mit Blick auf eine aus deutscher Sicht erneut enttäuschende Fußball-WM kritisiert Rolfes die fehlenden Voraussetzungen für Spitzensport in Deutschland – und nennt den Zoff um den Campus des Werksklubs als Beispiel. „Es wird an allen Ecken und Enden Sand ins Getriebe geworfen“, so der Sportchef. Der in Monheim geplante Bau sei kein Prestigeprojekt, sondern „die Grundlage unserer täglichen Arbeit und bessere Bedingungen für Profis und Nachwuchs“. Und obwohl es sich nur noch um einen abgespeckten Entwurf handle, „wird der Campus von der Mehrheit der Lokalpolitik weiter blockiert, zerredet, verzögert“, kritisiert Rolfes.
Der Sportgeschäftsführer weiter: „Es geht vor allem darum, was alles nicht geht. Unternehmen, die investieren möchten, gelten als störend, als Gefahr. So baut man keine Zukunft, so verhindert man sie. Genau darin sehe ich ein grundsätzliches Problem.“ Zuletzt schließt Rolfes den Bogen zur WM: „Wenn wir aber weiter glauben, wir könnten mit Selbstzufriedenheit und struktureller Trägheit zur Spitze gehören, dann werden wir uns leider an solche Turniersommer wie 2026 gewöhnen müssen.“
