Beim 1. FC Heidenheim kehrt Mark Flekken ins Leverkusener Tor zurück. Dabei hatte Janis Blaswich mit starken Leistungen gute Argumente geliefert, seinen Platz zu behalten.
Flekken vor dem ComebackBayer 04 ringt vor Heidenheim mit heikler Torwartfrage

Janis Blaswich und Mark Flekken (beide Bayer Leverkusen) bei der Auswechslung in Hoffenheim im Januar.
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Nach der Champions League ist vor der Champions League für Bayer 04. Am Dienstag schied Leverkusen nach einem mauen Auftritt im Achtelfinale beim FC Arsenal (1:1, 0:2) aus. Nun geht es darum, auch in der kommenden Saison in der Königsklasse dabei zu sein. Simon Rolfes setzte für dieses Vorhaben noch am Flughafen in London den Ton. „Wir hatten es nach dem schwierigen Start in die Top-16 geschafft, darauf können wir stolz sein“, sagte der Sport-Geschäftsführer. „Aber jetzt gibt es nur die Bundesliga. Das sind acht Spiele und jedes Spiel ist ein Finale. Es geht damit in Heidenheim los. Die Ambition hat jeder von uns, deswegen müssen wir diese Zielsetzung mit hundertprozentiger Energie angehen.“
Der Kontrast für die Rückkehr in den Bundesliga-Alltag könnte nach den Höhepunktspielen gegen den FC Arsenal und den FC Bayern (1:1) am Samstag (15.30 Uhr) auf der Ostalb beim 1. FC Heidenheim größer nicht sein. Der Trainer äußerte am Freitag jedoch keine größeren Bedenken, dass seine Spieler mit dieser Anpassung Probleme haben könnten. „Wir haben immer gesagt, dass die Bundesliga unser wichtigster Wettbewerb ist“, sagte Kasper Hjulmand. „Deshalb habe ich nicht das Gefühl, dass uns morgen die nötige Spannung oder der Fokus fehlen werden.“
Der dänische Coach sorgt jedenfalls selbst für einen aufrüttelnden Effekt. Vor der Partie beim Tabellenletzten stand die Frage im Raum, wer denn im Tor stehen würde: Mark Flekken (32) oder Janis Blawich (34)? Hjulmand wollte seine Entscheidung am Freitag nicht verraten. „Wir werden morgen sehen, wer spielt“, sagte er, weil er generell keine Personalien vor dem Spielen preisgeben wolle, um dem Gegner keinen Vorteil zu verschaffen. Eine grundlegende Philosophie. Hjulmand bejahte aber, dass er die beiden Keeper bereits über seine Entscheidung informiert habe. „Es ist natürlich keine leichte Entscheidung, aber für die Mannschaft ist diese Konkurrenzsituation gut“, sagte Hjulmand. „Wir haben sehr gute Torhüter, nicht nur die ersten beiden, sondern insgesamt eine starke und sehr professionelle Gruppe.“
Entscheidung wird kontrovers diskutiert
Nach Informationen dieser Zeitung ist die Wahl auf Flekken gefallen, der nach seiner Knieverletzung im Januar wieder zwischen die Pfosten zurückkehren wird. Die „Bild“ hatte zuerst berichtet. Diese Entscheidung wird intern kontrovers diskutiert, kann sie doch auch in der Mannschaft als Verstoß gegen das Leistungsprinzip gewertet werden. Blaswich hatte sich als Flekkens Vertreter keine großen Aussetzer geleistet, am Dienstag beim 0:2 gegen den FC Arsenal mit teils sensationellen Paraden das Spiel offengehalten und eine höhere Niederlage verhindert. In 18 Partien kassierte Blaswich nur 13 Treffer, war auf der Linie und in der Strafraumbeherrschung herausragend. Hjulmand adelte ihn zwischenzeitlich zum „besten Keeper der Bundesliga“ – was die Statistik belegte.
Der Ex-Leipziger gilt jedoch nicht als Torhüter mit großen Qualitäten mit Ball am Fuß, trug zum Beispiel eine Teilschuld am Gegentor in Mönchengladbach (1:1). Doch auch Flekken, der in der Hinrunde generell schwankende Leistungen zeigte, patzte im Aufbau, als er den Ball in der Champions League gegen Nick Woltemade und Newcastle United (2:2) verlor. Der niederländische Keeper war im Sommer als klare Nummer eins verpflichtet worden, sollte und soll Kultkeeper Lukas Hradecky beerben. Bayer 04 überwies rund zwölf Millionen Euro für die Dienste Flekkens zum FC Brentford. Dieser Status könnte auch eine Rolle bei der Entscheidung gespielt haben.
Neben Blaswich gibt es noch weitere Spieler, die mit einer Enttäuschung im Gepäck die Reise nach Heidenheim antreten werden. Robert Andrich wurde erneut nicht von DFB-Trainer Julian Nagelsmann für die Testspiele berufen. Gleiches gilt für Aleix García bei der spanischen Elf. Alejandro Grimaldo (Spanien) und Jarell Quansah (England) wurden hingegen berufen. Vor der Länderspielphase soll die Konzentration aber voll auf der Favoritenrolle in Heidenheim liegen, um den Rückstand von fünf Punkten auf die Qualifikationsplätze für die Königsklasse möglichst zu verringern.
„Wir müssen gewinnen“, betonte Hjulmand. „Die Aufgabe, die Champions League zu erreichen, wird schwierig, aber wir haben noch die Möglichkeit. Wir sind in der Rolle des Jägers — wir jagen diese Chance. Von morgen an geht es los. Wir haben noch acht Bundesligaspiele und dazu das Pokal-Halbfinale.“ Für Hjulmand ist es auch eine Bewährungschance. Die Entwicklung der Mannschaft 2026 stellt die Verantwortlichen bei Bayer 04 nicht in vollem Maße zufrieden. Nach dem Champions-League-Aus hat der ehemalige dänische Nationaltrainer nun einige volle Trainingswochen zur Verfügung, um den Eindruck bis zum Mai zu korrigieren.
Heidenheim: Ramaj – Busch, Mainka, Gimber, Behrens – Schöppner, Dorsch – Kerber – Dinkci, Conteh – Zivzivadze; Leverkusen: Flekken – Quansah, Andrich, Oermann – Culbreath, Ferńandez, Garćia, Grimaldo – Maza, Tillman – Schick; Schiedsrichter: Braun (Wuppertal).



