Der Traum des FC Bayern vom Triple ist im Halbfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain geplatzt. Die Reaktionen darauf sind vielfältig.
„PSG hat Bayern erstickt“Internationale Presse ignoriert Schiri-Skandal und feiert stattdessen Paris ab

Schiedsrichter João Pinheiro musste sich von den Bayern-Spielern so einiges anhören.
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Der Traum vom Finale in der Champions League ist für Bayern München geplatzt. Der deutsche Meister kam im Rückspiel gegen Paris Saint-Germain nicht über ein 1:1 hinaus und ist damit ausgeschieden. Dabei fiel der Schiedsrichter mit einigen zweifelhaften Entscheidungen gegen den Bundesligisten negativ auf.
Trotzdem feiert die internationale Presse den Titelverteidiger aus Frankreich – und straft die „formschwachen“ Bayern überraschend ab. Für kontroverse Diskussionen sorgen zwei Handspiel-Situationen in der ersten Halbzeit. Ein Überblick zum Presseecho.
Deutschland
„Kicker“: „Strittige Schiri-Entscheidung: War die nicht gegebene Gelb-Rote-Karte für Nuno Mendes spielentscheidend?“
„Sport-Bild“: „Schiri-Skandal! Bayerns Triple-Traum zerstört: Anders als beim Fußball-Fest in der französischen Hauptstadt stehen diesmal aber nicht die 22 Stars auf dem Rasen im Fokus, sondern – zum großen Unmut der Münchner – Schiedsrichter João Pinheiro (38). Der unerfahrene Portugiese (15. Königsklassen-Einsatz, erstes Halbfinale) zieht mit gleich drei Entscheidungen die Wut der Münchner auf sich.“
„Der Spiegel“: „Die Bayern haben ihren Meister gefunden“
„Süddeutsche:“ „Eine Handbreit unterlegen“
„FAZ“: „Ein Fehler ist für die Bayern an diesem Abend einer zu viel“
„Die Zeit“: „Die Bayern scheitern an der Pariser Abwehrkunst“
„Die Welt“: „Auch ohne Finale war es eine große Saison der Bayern in der Champions League“
Frankreich
„L'Equipe“: „Auf nach Budapest! Die Geschichte des französischen Fußballs wird oft in München geschrieben, und der Rasen der Allianz Arena ist für PSG nach wie vor eine Quelle großer Freude. Seit dem überzeugenden 5:0-Sieg gegen Inter Mailand am 31. Mai ist der Pariser Club eng mit dem Münchner Stadion verbunden. Am Mittwochabend wiederholte er diesen Erfolg im Halbfinal-Rückspiel der Champions League, erreichte gegen Bayern München ein 1:1 und sicherte sich damit den Einzug ins zweite Finale in Folge.“
„Le Parisien“: „Sie sind die Bosse.“
„Le Figaro“: „Paris Saint-Germain steht im Finale! In einem äußerst spannenden Spiel mussten die Pariser, die in der Abwehr heldenhaft kämpften, viel leiden. Der zweite Stern war noch nie so nah.“
Spanien
„Mundo Deportivo“: „Luis Enriques PSG trifft am 30. Mai im Champions-League-Finale auf Mikel Artetas Arsenal. In der Arena in Budapest kommt es zu einem Duell spanischer Trainer. Während das erste Aufeinandertreffen als eines der besten Spiele aller Zeiten in die Fußballgeschichte eingegangen ist, war das Rückspiel zwischen PSG und Bayern von Spannung und Nervosität geprägt.“
„AS“: „PSG ist die Bestia Negra!“
„Marca“: „Luis Enrique macht München erneut zum heiligen Boden für PSG. Dembélés frühes Tor baute den Vorsprung aus dem Hinspiel weiter aus – Harry Kanes Treffer in der Nachspielzeit kam für Bayern zu spät. Die Pariser verteidigen ihren Titel gegen Artetas Arsenal.“
Großbritannien
„The Guardian“: „Es kann nicht immer alles so rosig sein. Paris Saint-Germain trifft im Champions-League-Finale auf Arsenal und hat sich diesen Platz durch eine konzentrierte und souveräne Leistung verdient. Die Bayern wirkten nicht in Bestform. Luis Enriques Team hätte in einem Spiel, das nicht an die Klasse der Vorwoche heranreichte und wohl auch nie heranreichen konnte, gewinnen müssen. Der Triumph basierte jedoch auf der Fähigkeit, die unangenehmen Aufgaben zu bewältigen, die ihnen in Budapest zugutekommen sollten.“
„The Sun“: „Hunger auf mehr. Der Titelverteidiger erreicht nach einem packenden Duell mit Bayern erneut das Finale. Bayern München ging kläglich unter. Die Champions haben einen unstillbaren Appetit darauf, den Engländern einen Strich durch die Rechnung zu machen. Nach einem wahren Torfestival im Hinspiel gab Paris Saint-Germain im Rückspiel noch einmal richtig Gas. Harry Kane bekommt seine Pause vor der WM.“
„Daily Mail“: „Es war eine Darbietung von Reife, eine Leistung eines europäischen Champions – des Titelträgers der vergangenen Saison und höchstwahrscheinlich auch der aktuellen. Erst zum zweiten Mal in dieser Spielzeit erzielte der FC Bayern München zu Hause nur ein einziges Tor. Dies lag maßgeblich daran, dass die brillanten Gäste unter Luis Enrique keine weiteren Treffer zuließen. Doch von dieser PSG-Mannschaft geschlagen zu werden, ist im Grunde keine Schande. Sie ist schlichtweg überragend.“
„BBC“: „Das Rückspiel im Halbfinale war kein Klassiker wie das Hinspiel in Paris. Bayern war überzeugt, dass ihnen in der ersten Halbzeit ein Elfmeter hätte zugesprochen werden müssen, als Vitinha im Strafraum einen Klärungsball gegen den Arm von Joao Neves schoss, doch laut Regelwerk darf es keinen Elfmeter geben, wenn der Ball von einem Mitspieler gespielt wurde.“
Italien
„La Repubblica“: „Paris erreicht erneut das Finale – diesmal jedoch mit einem gänzlich anderen Ansatz: Sie erzielten lediglich ein einziges Tor (Dembélé) und kassierten nur einen Gegentreffer (Kane) – und das ausgerechnet in der 94. Minute – gegen eine Bayern-Mannschaft, die in dieser Saison bereits 175 Tore erzielt hat. Das ist die Kehrseite einer Medaille, die auf beiden Seiten gleichermaßen glänzt: Das Spektakel der Defensive – wobei man sich sogar auf eine regelrechte Abwehrschlacht einließ, als die Situation dies erforderte. Luis Enrique hat bewiesen, dass die Annahme, ihm sei die Defensivarbeit gleichgültig – oder seine Mannschaft sei dazu schlicht unfähig – schlichtweg falsch ist; tatsächlich waren es gerade seine defensiven Strategien, die letztlich das Halbfinal-Rückspiel entschieden.“
„Tuttosport“: „Encore Paris.“
„Gazzetta dello Sport“: „Das Ergebnis geht in Ordnung, auch wenn das Spiel selbst dank Kanes spätem Ausgleichstreffer in der 94. Minute mit 1:1 endete. Der Europa-Champions haben sich den zweiten Finaleinzug in Folge vollauf verdient; dort treffen sie auf Arsenal – und gehen als klarer Favorit in die Partie. (…) Den Bayern ist es nicht gelungen, mit derselben defensiven Stabilität zu verteidigen wie der Gegner. Tatsächlich hatten sie es mehr als einmal Manuel Neuer zu verdanken, dass sie nicht in Rückstand gerieten. Vor allem aber wurde das lodernde Feuer ihres Angriffs wirkungsvoll erstickt.“
Schweiz
„Blick“: „Bayern scheitert nach Handspiel-Drama und hadert nach Halbfinal-Aus mit Schiri.“
Österreich
„Kurier“: „Wenn in einem Semifinal-Hinspiel der Champions League einmal neun Tore fallen und die ganze Fußballwelt verzückt ist vor lauter Spektakel, Show und Spannung, dann liegt die Latte für das zweite Duell zwangsläufig hoch. Ja, das zweite Kräftemessen zwischen dem FC Bayern und Paris SG mag dann nicht mehr dieses Torfestival gewesen sein, aber unterhaltsam und mitreißend war das Rückspiel in der Allianz-Arena allemal.“
