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Bayer 04 zu Gast in FrankfurtEintracht-Coach Glasner schwärmt von Wirtz

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Bayer-Supertalent Florian Wirtz

Leverkusen – Der europäische Jahresabschluss misslang Bayer 04 beim sportlich irrelevanten und dennoch ärgerlichen 0:1 in Budapest. Die bis dato quasi makellose Europa-League-Bilanz erhielt mit der ersten Niederlage im letzten Gruppenspiel eine große Schramme. In der Bundesliga soll der Endspurt vor Weihnachten besser gelingen. Gegner sind Freiburg (19. Dezember), Hoffenheim (15. Dezember) und zum Auftakt der Englischen Woche am Sonntag Frankfurt, die Werkself tritt bei den Hessen an (17.30 Uhr/Dazn). Es ist das Duell der Europa-League-Gruppensieger – wobei die SGE ungeschlagen blieb, aufgrund dreier Remis aber einen Punkt weniger hat als Leverkusen.

So ist ein Spiel auf Augenhöhe zu erwarten, auch wenn Bayer 04 mit seiner klaren Champions-League-Ambition als Favorit gelten sollte. „Frankfurt ist sehr zweikampfstark und robust“, warnte Leverkusens Trainer Gerardo Seoane. „Sie sind, wie auch später Hoffenheim und Freiburg, ein Gegner, der in den letzten Wochen sehr gut in Form gekommen ist.“ Der Schweizer erwartet „toughe“ Spiele. Ziel gegen Freiburg und Hoffenheim wird es sein, den Königsklassen-Platz zu festigen – mit einem Sieg gegen Frankfurt wäre die Aufgabe deutlich leichter.

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Ein wichtiger Schritt hin zu drei Punkten am Sonntag ist es, Filip Kostic nicht ins Spiel kommen zu lassen. Der serbische Linksaußen befindet sich erneut in bestechender Form. Der Sommer-Wirbel um seinen großen Wechselwunsch zu Lazio Rom ist zu den Akten gelegt, ein Transfer im Winter zum Interessenten Inter Mailand soll ebenfalls kein Thema sein. An Kostics Leistungen ließ sich zuletzt ohnehin keine große Ablenkung mehr ablesen: Der 29-Jährige war in acht der vergangenen elf Liga-Spiele an einem Tor beteiligt. „Er ist ein herausragender Flankengeber. Es wird wichtig sein, seine Kreise einzuschränken. Ganz ausschalten kann man ihn sicher nicht“, sagte Seoane.

Jeremie Frimpong vs. Filip Kostic

Zuständiger Verteidiger ist am Sonntag voraussichtlich Jeremie Frimpong. Der Niederländer hatte in Budapest zwar einen schmerzhaften Tritt abbekommen, konnte in Leverkusen aber wieder am Training teilnehmen. Für den 21-Jährigen, der in den letzten Monaten teils groß aufspielte, hin und wieder aber viele Lücken hinter sich ließ und große Risiken in gefährlichen Räumen einging, ist Kostic eine der größten Herausforderungen der Saison.

Doch nicht nur Frankfurt hat in Kostic einen potenziellen Unterschiedsspieler. Auch im Kader der Werkself tummeln sich einige davon. Eintracht-Trainer Oliver Glasner lobte Leverkusens Youngster Florian Wirtz in den höchsten Tönen. „Er spielt mit 18 auf wahnsinnig hohem Niveau“, sagte der Österreicher: „Er schießt Tore, bereitet vor, ist unheimlich fleißig, arbeitet defensiv engagiert mit. Er kann sich im eins gegen eins durchsetzen, hat ein sehr gutes Auge. Er ist sehr spielintelligent, findet Räume, wo es kaum welche gibt.“ Einen derartigen Ausnahmespieler könne man „nur als Mannschaft stoppen“, führte Glasner aus: „Da müssen wir sehr diszipliniert agieren.“ Generell erwarte er ein „sehr schwieriges“ Heimspiel. „Bayer hat zuletzt wieder eindrucksvoll gezeigt, welche Qualität sie haben. Offensiv sind sie sehr gefährlich, haben sehr viel Speed“, so Glasner.

Gerardo Seoane hat die volle Auswahl

Um das in den Griff zu bekommen, könnte er zur länger nicht mehr praktizierten Viererkette zurückkehren. „Wir haben die eine oder andere Idee“, sagte der 47-Jährige: „Ich habe auch die Option Viererkette im Kopf, um die Flügel besser abzusichern.“ Dann könnte auch Martin Hinteregger mal wieder eine Chance von Beginn an erhalten. Der Einsatz von Jesper Lindström ist wegen Oberschenkelproblemen fraglich. Leverkusens Coach Seoane kann, mit Ausnahme der Langzeitverletzten Mitchel Bakker und Julian Baumgartlinger, auf seinen kompletten Kader zurückgreifen.