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Sieg in Bremen PflichtTen Hag steht bei Bayer 04 schon unter Druck

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Leverkusens Cheftrainer Erik ten Hag spricht mit Robert Andrich. Im Hintergrund: Edmond Tapsoba.

Leverkusens Cheftrainer Erik ten Hag spricht mit Robert Andrich. Im Hintergrund: Edmond Tapsoba.

Der verpatzte Start beim 1:2 gegen Hoffenheim hat für Verwunderung bei Bayer 04 gesorgt. Team und Trainer Erik ten Hag stehen unter Zugzwang.

Das letzte Spiel vor einer Länderspielphase steht an. Das ist mit Blick auf die jüngere Vergangenheit eine eher schlechte Nachricht für Bayer 04. In der Hinrunde der vergangenen Saison ging Leverkusen immer mit besonders mieser Laune in die drei Ligaunterbrechungen: 2:3 gegen Leipzig, 2:2 gegen Kiel, 1:1 in Bochum.

Sollte sich diese Negativserie am Samstag fortsetzen, ist ein extremes Stimmungstief bei der Werkself zu erwarten. Nach dem 1:2 gegen die TSG Hoffenheim zum Bundesliga-Auftakt steht die stark veränderte Bayer-Mannschaft mit ihrem neuen Trainer Erik ten Hag in der Partie bei Werder Bremen (15.30 Uhr, Sky und Dazn) schon früh in der Saison unter großem Druck, den durchaus hohen Ambitionen des Klubs gerecht zu werden.

„Es ist schon sehr wichtig, da einen Sieg mit reinzunehmen. Druck ist immer da. Wir müssen gewinnen, das ist auch klar“, betont ten Hag, bittet aber im selben Atemzug um Geduld: „Ich habe schon mal gesagt: Ich bin kein Harry Potter. Wir werden arbeiten, es wird mal einen Schritt vorwärtsgehen, aber auch mal einen zurück. Gegen Hoffenheim haben wir so einen Rückschritt gesehen in der Struktur.“

Verwunderung über Hoffenheim-Auftritt

Auch intern war nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ die Verwunderung über den Komplettausfall zum Saisonstart groß. Ten Hag und seine Spieler sind dazu gezwungen, am Osterdeich mit mehr Haltung aufzutreten und drei Punkte mitzunehmen. Auch der Coach betonte bereits, dass es Siege und Selbstvertrauen benötige, um den enormen Umbruch mit am Ende rund 30 Kaderbewegungen möglichst schnell voranzutreiben. „Was in ein paar Testspielen sehr gut geklappt hat, hat am vergangenen Samstag nicht funktioniert. Wir kennen die Gründe, wir haben sie angesprochen, wir haben das korrigiert und morgen müssen wir es umsetzen“, sagt ten Hag. „Wir müssen es viel besser machen. Wir haben auch schon gezeigt, dass wir Sachen viel besser machen können. Die Dynamik hat gefehlt gegen Hoffenheim, daran haben wir gearbeitet.“

Besonders interessant wird sein, welcher Startelf der Coach in dieser Partie vertrauen wird. Ten Hag ließ sich nicht in die Karten schauen, verriet nur, dass Königstransfer Lucas Vazquez, der unter der Woche verpflichtet wurde, nicht beginnen wird. „Er ist noch nicht so weit“, erklärte der niederländische Coach. „Er hat die Klub-WM für Real Madrid gespielt. Dann hat er ein paar Wochen Pause gemacht. Er hat zwar trainiert, viel gemacht, aber nicht im Teamtraining. Das Teamtraining ist aber entscheidend.“

Wieder im Mannschaftstraining dabei sind mittlerweile die in der Vorwoche noch verletzt ausgefallenen Exequiel Palacios, Jonas Hofmann und Zugang Malik Tillman. „Gestern waren alle voll dabei und heute auch wieder. Wir kommen voran“, sagte ten Hag, verriet aber ebenso wie bei Loic Badé und Claudio Echeverri nicht, ob einer oder mehrere von ihnen schon Startelfkandidaten sind. Mit nach Bremen reisen wird auch Piero Hincapie, der weiter intensiv vom FC Arsenal umworben wird. Auch Arthur dürfte im Kader stehen. Der brasilianischen Außenverteidiger stand vor einem Wechsel zu Paris FC, das nach Medienberichten aus Frankreich nun aber einen anderen Außenverteidiger verpflichten möchte: Hamari Traoré von Real Sociedad San Sebastian.

Auch Leverkusen wird bis zur Schließung des Transferfensters noch Zugänge vermelden. Am Wochenende – vermutlich am Sonntag – sollen die Medizinchecks von Außenstürmer Eliesse Ben Seghir (20, AS Monaco) und Mittelfeldspieler Ezequiel Fernandez (23, Al-Quadisiyah) absolviert werden. „Lasst uns abwarten“, betont ten Hag zur bevorstehenden Schließung des Transferfensters. „Die letzten Tage und Stunden kann alles passieren. Es gibt immer Überraschungen. Dieses Fenster ist sehr überraschend - nicht nur bei uns, aber sicher auch bei uns. Aber in ganz Europa war sehr viel los auf dem Transfermarkt im Sommer. Und ich glaube, es wird auch bei uns noch das ein oder andere geschehen am Wochenende.“

Vor dem Deadline Day am Montag, der um 18 Uhr enden wird, liegt der Fokus ohnehin auf der Partie in Bremen. Auch Werders Start ist mit einem 1:4 bei Eintracht Frankfurt gründlich misslungen. Gegen Leverkusen fallen nun sieben Spieler inklusive Kapitän Marco Friedl aus. Bremens neuer Coach Horst Steffen hat großen Respekt vor Bayer 04: „Trotz des Umbruchs zählen sie für mich nach wie vor zu den Top-Mannschaften in der Liga.“ Genau das müssen ten Hag und seine Mannschaft am Samstag unter Beweis stellen.

Bremen: Backhaus - Sugawara, Stark, Coulibaly, Agu - Bittencourt, Lynen - Njinmah, Schmid, Mbangula – Grüll; Leverkusen: Flekken – Quansah, Tapsoba, Hincapie – Tella, Palacios, Andrich, Grimaldo – Maza, Echeverri – Schick; Schiedsrichter: Braun (Wuppertal).