Christian Kofane sichert Bayer 04 Leverkusen mit seinem entscheidenden Tor einen 1:0-Sieg gegen den Hamburger SV.
Bayer-Torwart sichert Erfolg„Weltklasse-Parade“ von Janis Blaswich gegen späten HSV-Ausgleich

Hamburgs Luka Vuskovic ärgert sich und tritt wütend den Pfosten, dahinter freut sich Janis Blaswich.
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Es war, als würde sich der Frust der mauen Auftritte der vergangenen Wochen in diesem Volleyschuss von Christian Kofane entladen. Der kamerunische Stürmer erzielte mit viel feiner Technik und noch mehr Wucht den 1:0-Siegtreffer für Bayer 04 Leverkusen in der Nachholpartie des 17. Spieltags der Fußball-Bundesliga beim Hamburger SV. Die Werkself, angeführt von einem hervorragenden Ibrahim Maza, rückt durch diesen Erfolg auf drei Punkte an den VfB Stuttgart und den ersehnten vierten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigt, heran.
„Es war eine gute Partie. Das, was wir kritisiert hatten, die fehlende Intensität nach vorne, das haben wir besser gemacht“, sagte Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes. „Der Sieg ist wichtig für die Tabelle. Wir sind näher dran, bleiben in der Jägerposition und müssen weitermachen. Es war von der Spielweise, Kampfbereitschaft und Spielfreude ein großer Schritt nach vorne.“
Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Lucas Vázquez (Wade), Arthur (Syndesmose) und Nathan Tella (Sprunggelenk) war die größte Frage, wen Kasper Hjulmand als rechten Schienenspieler aufbieten würde. Der Leverkusener Coach entschied sich für die überraschendste Variante: Montrell Culbreath feierte nach vier Kurzeinsätzen sein Startelfdebüt im Profifußball. Der 18 Jahre alte deutsche U19-Nationalspieler, der auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, wechselte 2023 aus Kaiserslautern in Leverkusens U17. Im Januar unterschrieb Culbreath seinen ersten Profivertrag mit einer Laufzeit bis 2030 und machte gestern eine beeindruckend gute Partie.
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Patrik Schick fehlt verletzt
Nicht dabei war hingegen Patrik Schick. „Nach dem Training hatte er muskuläre Probleme, deshalb ist er heute nicht hier“, erklärte Hjulmand. Und Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes verband mit der Verletzung gar eine Hoffnung: „Vielleicht schweißt Patriks Ausfall die Mannschaft noch ein bisschen mehr zusammen.“ Ob es nun an Schicks Ausfall lag, oder der Aufarbeitung der schwachen Auftritte der vergangenen Wochen – insbesondere beim 1:1 gegen Mainz -, wird nicht beantwortet werden können. Fest steht: Die Werkself zeigte von Beginn an, dass sie sich vorgenommen hatte, die jüngsten Eindrücke vergessen zu machen. Leverkusen dominierte die erste Hälfte, in der sie in Ballbesitz in einer Art 4-2-4 agierte.
Ibrahim Maza war auf der linken Offensivposition Dreh- und Angelpunkt, bereitete auch die erste Großchance vor. Seine Flanke konnte Culbreath aber – bedrängt von einem Hamburger Verteidiger – nicht aufs Tor köpfen. Die beste Gelegenheit hatte wenige Minuten später Martin Terrier, als es mal über die rechte Seite ging. Aleix García servierte eine perfekte Flanke in Richtung des Franzosen. Terrier nahm den Ball mit ebenso perfekter Technik aus der Luft und hatte Pech, dass er gegen die Latte prallte und nicht ins Tor fiel. Nach dieser Drangphase zu Beginn verteidigte der HSV seinen eigenen Strafraum zunächst etwas besser. Nur ein Torschuss von Maza strich noch am Pfosten vorbei. Generell war der Auftritt vor der Pause jedoch eine große Verbesserung aus Leverkusener Sicht. Nur ein oder zwei Tore fehlten.
Auch die erste Chance im zweiten Durchgang ließ Leverkusen liegen. Bei einer Flanke von Alejandro Grimaldo fehlte Edmond Tapsoba etwas Timing, so dass der Ball für Heuer Fernandes einfach zu entschärfen war. Zuvor hätte Bayer einen Elfmeter zugesprochen bekommen können. Vuskovic hatte Kofane im Strafraum zu Fall gebracht. Doch der Videoassistent griff nicht ein – trotz Protesten von Hjulmand und Rolfes an der Seitenlinie. Rund 25 Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit war der Ball dann endlich im Hamburger Tor, doch der Treffer zählte nicht – mit Recht. Tapsobas Hand hatte zuvor den Ball berührt. Den im Halse steckengebliebenen Jubel konnten die Bayer-Anhänger im Gästeblock jedoch wenig später endlich ausleben. Wer sonst, außer Ibrahim Maza packte einen Zauberpass in die Schnittstelle der so dicht gestaffelten Hamburger Abwehr aus und Kofane ließ der Wucht seines linken Fußes freien Lauf – der Ball strich zum 1:0 (73.) unter die Latte.
In der Folge hatte Bayer diverse Kontergelegenheiten, die er aber nicht nutzte, um entspannter in die Schlussphase gehen zu können. So blieb es bis in die Nachspielzeit spannend, obwohl der HSV nie den Anschein vermittelte, an diesem Abend ein Tor schießen zu können. Dennoch hatte der HSV die ganz große Möglichkeit zum Ausgleich, doch Torhüter Janis Blaswich machte sich beim Schuss auf dem Getümmel von Vuskovic groß und war im zweiten Versuch mit der Latte im Bunde. „Eine Weltklasse-Parade von Janis, die uns den verdienten Sieg gesichert hat“, sagte Andrich. Am Samstag geht es beim SC Freiburg (15.30 Uhr, Sky) weiter, ehe die Gigantenwoche mit den Duellen mit dem FC Arsenal und dem FC Bayern wartet.
Hamburg: Heuer Fernandes - Omari (65. Torunarigha), Vuskovic, Elfadli - Jatta (29. Mikelbrencis), Remberg, Vieira, Gotscholeischwili - Königsdörffer (80. Lokonga), Philippe (65. Stange) - Downs (65. Dompé); Leverkusen: Blaswich - Quansah, Andrich, Tapsoba - Culbreath (80. Poku), Palacios, Garcia, Grimaldo - Terrier (71. Tillman), Maza (89. Fernández) - Kofane; Schiedsrichter: Storks (Ramsdorf); Tor: 0:1 Kofane (73.); Zuschauer: 57.000 (ausverkauft).


