Autobahn und „Ultras“ sind übereingekommen, eine neue Betonwand in Wiesdorf legal anpinseln zu dürfen.
Dieses Mal nicht illegal„Ultras“ dürfen in Leverkusen eine Betonwand an der Autobahn bemalen

Ein riesiges Bayer-04-Fußball-Graffito entsteht an der Stützwand der neuen A1. Das Fahrrad dient dem Einschätzen der Größe.
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Die Autobahn GmbH hat vielfach Ärger mit illegalen Graffiti. Jetzt gibt es ein besonders großes Bild in Wiesdorf auf einer Stützmauer an der neuen Autobahn 1 neben dem derzeit gesperrten Radweg längs der Dhünn, der vom Europaring nach Westen zur Nobelstraße führt, das aber rechtmäßig aufgebracht wurde.
Zuvor hatte die Autobahn an der Stelle eine Böschung, jetzt eine große Stützmauer aus Beton. Weil der Radweg wegen der Autobahnbaustelle immer noch gesperrt ist, ist das Wandbild nur aus der Ferne zu betrachten, vom Fußweg nördlich Kolonie II, der zwischen der Dhünn und der Johannes-Wislicenus-Straße verläuft. Das Wandbild ist sicher über 50 Meter lang und mehrere Meter hoch. Es zeigt ein weitgehend in Schwarz-Rot gehaltenes Motiv einer Collage jubelnder Fußballer, offenbar von den Fans verehrter Spieler und des Trainers der Meistermannschaft von 2024. Vorlagen waren vermutlich Sportfotos. Für ein illegal erstelltes Wandbild ist es eindeutig zu groß, das können selbst die kühnsten Sprayer nicht leisten, eine Anfrage bei der Autobahn GmbH gibt Aufschluss, eine Sprecherin schreibt: Es ist legal.
Das Wandbild sei auf Betreiben der Leverkusener Ultras zustande gekommen. Die Gruppierung „Ultras Leverkusen“ und der Verein Nordkurve 12 seien bei der Autobahn GmbH vorstellig geworden und hätten darum gebeten, die Betonwand besprühen zu dürfen.
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Ultras-Schriftzug auf der Lärmschutzwand in Wiesdorf. Mittlerweile wächst er schon zu.
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Bei der Autobahnbehörde hat man sich vermutlich gedacht, dass diese Fläche sowieso besprüht wird, also ist es besser, wenn es legal geschieht. Die Erfahrung zeigt, dass Wandbilder seltener übermalt werden als nackte Wände. Auf Nachfrage schreibt die Autobahn, dass eine Beauftragung durch die Autobahn GmbH nicht erfolgt sei. „Nach Abstimmung mit der Autobahn GmbH und den beteiligten Stellen wurde die Gestaltung unter festgelegten Auflagen genehmigt. Die Kosten für Herstellung, Unterhaltung und eine mögliche Entfernung trägt vollständig der Vorhabenträger, also ‚Ultras‘. Der Autobahn GmbH entstehen daher keine Kosten.“ Die Autobahn GmbH scheint also so etwas wie einen Vertrag mit „Leverkusener Ultras“ geschlossen zu haben. Vollständig sichtbar wird die bemalte Betonwand erst sein, wenn der Radweg entlang der Dhünn freigegeben sein wird.

Auf den erreichbaren Innenseiten an der Autobahn fanden sich unmittelbar nach Fertigstellung Tags und Schriftzüge, nicht nur in Schwarz-Rot, sondern in allen Farben.
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Das ist mindestens bemerkenswert, denn das Verhältnis zwischen Autobahn GmbH und „Ultras“ dürfte in letzter Zeit eher davon geprägt sein, dass die Behörde bei der Polizei Anzeigen stellt. Sowohl die Autobahnbrücke als auch die Lärmschutzwände im Kreuz Leverkusen-West wurden von Leuten besprüht, die Ultras-Schriftzüge hinterließen. Nur vielleicht 200 Meter neben dem neuen Wandbild etwa steht riesig groß „Ultras Lev“ an einer Stelle auf der Lärmschutzwand, hinter der, je nach Aufnahmestandort, der Wasserturm sichtbar ist. Dieser Schriftzug verschwindet aber schon hinter Büschen und Bäumen, die man auf der Böschung laut Auskunft der Autobahn GmbH nicht kurzhalten will; sie dürfen wachsen.

„Pinsel“ ist im Stadtgebiet ziemlich aktiv in letzter Zeit.
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Aber längst nicht nur die „Ultras“ hinterlassen ihre Spuren: Um die vielen neuen, noch unbemalten Lärmschutzwände, die derzeit in Leverkusen aufgestellt werden, scheint es eine Art Wettbewerb um die schnellste Bemalung zu geben. Auf den erreichbaren Innenseiten an der Autobahn fanden sich unmittelbar nach Fertigstellung Tags und Schriftzüge, nicht nur in Schwarz-Rot, sondern in allen Farben.
Die Brücke und ihre gläsernen Lärmschutzwände sind ein besonderes Ziel. Den Vogel hat ein gewisser Sprayer „Pinsel Sgio“ abgeschossen, er hat als Erster an der Autobahn-Lärmschutzwand seinen Namen in Übergröße an einer Stelle hinterlassen, wo man ihn wirklich nicht übersehen kann. „Pinsel“ ist im Stadtgebiet ziemlich aktiv in letzter Zeit. Wenn man ihn mal erwischt, könnte es teuer für ihn werden.
