Der Monheimer Rat hat gegen die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens für den Campus von Bayer 04 gestimmt. Bürgerentscheid als letzte Möglichkeit.
Monheimer Rat stimmt dagegenNächster Rückschlag für Campus von Bayer 04 - Bürgerentscheid?

So soll der Campus von Bayer 04 im Monheimer Süden aussehen.
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Die Planung für das neue Nachwuchs- und Leistungszentrum von Bayer 04 im Monheimer Süden hat den nächsten Rückschlag erlitten. Auch die überarbeitete, kleinere Version des Bayer-Campus erhielt am Mittwochabend im Monheimer Rat keine Mehrheit für den Einstieg in ein Bauleitplanverfahren (25 Stimmen dagegen, 19 dafür, eine Enthaltung).
Damit bekommt der Doublesieger von 2024 nicht die Möglichkeit, die Bedenken und Sorgen der Bürger durch Gutachten zu entkräften. Die Bündnisparteien aus CDU, SPD und Grünen blockierten das Verfahren bereits jetzt aus Sorge um den Erhalt eines Grünzugs.
Die Stimmen von Peto, FDP, Linken und AfD reichten für Bayer 04 nicht. Auch ein von der parteilosen Bürgermeisterin Sonja Wienecke vorgeschlagener Ratsbürgerentscheid dürfte die erforderliche Zweidrittelmehrheit nicht erhalten. Die letzte Chance für Bayer 04 ist wohl ein Bürgerbegehren der Monheimer Einwohner. Für dessen Start braucht es 2238 Unterschriften, für das erforderliche Quorum rund 6600.
„Kaum ein Thema hat unsere Stadt so polarisiert wie der geplante Trainingscampus von Bayer 04“, sagte Wienecke zu Beginn der knapp zweistündigen Debatte im Monheimer Rat. „In vielen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern haben wir immer wieder den Wunsch gehört, die verbliebenen Freiflächen unserer Stadt dauerhaft zu erhalten. Diesen Wunsch nehmen wir sehr ernst“, sagte Markus Gronauer (CDU). „Deshalb werden wir der Einleitung des Bauleitplanverfahrens nicht zustimmen — nicht, weil wir gegen Bayer sind, nicht, weil wir gegen Bayer 04 sind, sondern weil wir überzeugt sind, dass der regionale Grünzug, der Klimaschutz, die Naherholung, die Biotopvernetzung und die Lebensqualität in Monheim einen langfristigen Wert besitzen, der nach einer Bebauung nicht wiederhergestellt werden kann.“
Kritik von der Opposition
„Im Gegensatz zu CDU, SPD und Grünen hat sich Bayer 04 im vergangenen halben Jahr deutlich bewegt und legt nun eine an die Kritikpunkte angepasste, ausgewogene Planung vor“, sagte Stefanie Einheuser (Peto). Die Opposition kritisierte vor allem, dass es aktuell keine Faktenlage für die Bedenken um Klima- und Naturschutz sowie Licht- und Lärmbelästigung für Anwohner gebe. Das Bauleitplanverfahren wäre keine Baugenehmigung gewesen, sondern der nächste Schritt, indem Gutachter alle rechtlichen Kriterien für einen Bau auf den Prüfstand gestellt hätten.
Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bayer 04, ließ mitteilen: „Dieses Votum ist für uns eine große Enttäuschung. Nach zehn Jahren Planung, zahlreichen geprüften Standorten und schmerzhaften Anpassungen unseres Konzepts hätten wir uns die Chance gewünscht, unser Projekt ab jetzt in einem geordneten Verfahren fachlich bewerten zu lassen. Wir werden die Entscheidung der Monheimer Politik sorgfältig analysieren, und wir werden hartnäckig bleiben, das verspreche ich. Unser Ziel hat sich nicht geändert: Wir möchten und müssen langfristig die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Bayer 04 Leverkusen national und international konkurrenzfähig bleibt.“
Nordwestlich der Alfred-Nobel-Straße in Monheim-Süd soll auf 14,7 Hektar ein Leistungszentrum für Profis und Nachwuchsspieler entstehen. Geplant sind ein Hauptgebäude, ein Nebengebäude und zehneinhalb Fußballplätze. Vor mehr als zehn Jahren begann die Suche nach einem geeigneten Standort in Leverkusen und Umgebung. Vorgesehen waren 30 Hektar und 15 Plätze. Rund 70 Flächen wurden geprüft, keine erwies sich als geeignet. Am Ende blieb der Standort in Monheim übrig: auf einem Grundstück der Bayer AG, für das teilweise bereits Baurecht besteht.
Das Vorhaben schrumpfte über die Jahre. Zunächst auf 22 Hektar, dann auf 17,8. Jetzt ist das Vorhaben – aus Sicht von Bayer 04 – auf das absolute Minimum geschrumpft. „Das ist bereits unser Plan C. Wir haben keine andere Fläche, auf der dieses Projekt im zur Verfügung stehenden Zeitrahmen umgesetzt werden kann“, sagt Anne Dannenberg, geschäftsführende Projektleiterin bei Bayer 04, im Gespräch mit unserer Redaktion vor der Abstimmung am Mittwoch.
Umzug sollte eigentlich 2030 beginnen
Den Zeitrahmen bestimmt vor allem der Ausbau der A1. Die auf Stelzen an der Bay-Arena vorbeiführende Autobahn wird ab 2032 umgebaut und um zwölf Meter in Richtung Stadion erweitert. Dafür müssen unter anderem die Trainingsplätze an der Arena den Bauarbeiten weichen. Das heißt: Spätestens dann muss die Alternative bereitstehen. Nach dem aktuellen Zeitplan soll der Bau in Monheim 2028 beginnen, der Umzug ab 2030 erfolgen. Doch auch unabhängig vom Ausbau der A1 braucht der Klub bessere Trainingsbedingungen, um mit der europäischen Spitze mithalten zu können.
Nun muss Bayer 04 auf ein Bürgerbegehren hoffen, dass den Zeitplan jedoch erneut nach hinten verschieben würde.

