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Leverkusener RheinbrückeIngenieur will vor Eis-Risiko gewarnt haben

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Ein Hubwagen steht im Januar 2025 auf der Leverkusener Brücke. Sie musste bereits zweimal wegen herabfallender Eiszapfen gesperrt werden.

Ein Hubwagen steht im Januar 2025 auf der Leverkusener Brücke. Sie musste bereits zweimal wegen herabfallender Eiszapfen gesperrt werden. 

Nach den Aussagen des Zeugen im Brücken-Untersuchungsausschuss des Landtags hat der Landesbetrieb Straßen NRW auf seinen Hinweis nicht reagiert.

Hat der Landesbetrieb Straßen NRW bei der Konstruktion der Pylone für den ersten Teil der Leverkusener Rheinbrücke Warnungen nicht ernst genommen, dass sich im Winter Eisplatten bilden und auf die Fahrbahnen stürzen können?

Das zumindest behauptet Stephan Otto, damals Projektleiter des Baukonzerns Porr, als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss „Brückendesaster und Infrastrukturausbau“ am Montag im Düsseldorfer Landtag.

Der Eisschlag vom 9. Januar 2025 hätte möglicherweise verhindert werden können. Damals musste die Polizei die Autobahn für mehrere Stunden sperren, weil sich Eis und Schnee auf den Pylonen gelöst hatten und auf die Fahrbahn gestürzt waren. Zu einem vergleichbaren Vorfall kam es ein gutes Jahr später – am 16. Februar 2026.

A 1 schon zweimal kurzfristig gesperrt

Auf die Frage, ob über das Risiko von Eisabplatzungen schon in der Planungsphase für die neue Brücke bekannt gewesen sei, erklärte der Zeuge, das Thema sei bekannt gewesen. Er habe ausdrücklich auf die Risiken hingewiesen sowie Änderungen an der Planung und Konstruktion der Brücke vorgeschlagen. Der damals noch für Autobahnen zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW habe auf diese Hinweise und Vorschläge jedoch nicht reagiert.

Das Land NRW hatte im April 2020 den Vertrag mit dem Baukonzern Porr wegen der Lieferung qualitativ mangelhafter Stahlbauteile gekündigt und den Auftrag neu vergeben. Über die Rechtmäßigkeit dieser Kündigung streiten Porr und die Autobahn GmbH vor Gericht. Es geht um einen Schaden von bis zu einer Milliarde Euro. Der Prozess könnte im Oktober in Köln beginnen.

Inzwischen hat die Autobahn GmbH eine Lösung gefunden. Ab dem kommenden Winter sollen die Pylone und Tragseile über eine fest installierte Kameraüberwachungsanlage beobachtet werden. Bei Gefahr des Eisabfalls wird die Autobahn gesperrt und dann, falls nötig, die Drohnenfirma aktiviert, die mit einer speziellen „Beräumungsdrohne“ anrückt, um die Pylone und Seile von Eis und Schnee zu befreien. Dafür müsste aber der Verkehr kurzfristig unterbrochen werden.